Im Elfer-Interview steht der in seinem zweiten Trainerjahr bei der SG Wittlich in der Verantwortung stehende Christoph Krähling Rede und Antwort. Nach Platz zwei im Vorjahr in der Corona bedingten Abbruchsaison hat sich der 40-Jährige erneut einen Platz unter den ersten Sechs auf seine Fahnen geschrieben.

11ER: Wie ist das 1:1 zum Auftakt gegen die SG Daleiden zu bewerten?
Christoph Krähling: Das Resultat ist leistungsgerecht und geht so in Ordnung, doch fußballerisch sind wir einiges schuldig geblieben. Ärgerlich ist, wenn du in der Nachspielzeit das Gegentor bekommst. Arzfeld war ein unbequemer Gegner, doch nach der langen Pause ist das Ergebnis okay.

11ER: Mit welcher Erwartungshaltung gehen Sie in die neue Saison? Immerhin sprang zuletzt Platz zwei heraus.
Krähling: Man muss bedenken, dass letztes Jahr so ziemlich alles gepasst hat und wir uns diesen Erfolg hart erarbeiten mussten. Jetzt werden wir sicherlich ganz anders wahrgenommen, doch jetzt gilt es, den Spielrhythmus und die Leichtigkeit wieder zu erarbeiten. Jeder erwartet jetzt viel von uns, doch weder ich noch der Verein machen da Druck. Klar, wollen wir wieder unter die ersten Sechs.

11ER: Wäre Corona nicht passiert und die Saison hätte regulär zu Ende gespielt werden können, inwieweit hätte Ihr Team dem FC Bitburg den Aufstieg streitig machen können?
Krähling: Wir hätten auf jeden Fall alles versucht, doch Bitburg war vier Punkte voraus und hatte noch ein Nachholspiel gegen Leiwen in petto. Bitburg war eigentlich zu stark und die Chance war relativ gering. Sie haben sich den Aufstieg auch verdient, zumal die Rheinlandliga für uns zu früh gekommen wäre.

11ER: Auf was oder wen freuen Sie sich besonders in der neuen Saison?
Krähling: Natürlich auf die beiden Derbys gegen Rot-Weiss und meinen früheren Trainer Frank Meeth. Interessant werden auch die Spiele gegen die beiden Aufsteiger aus Kröv und Ehrang. Die haben sich gut verstärkt und eine richtig hohe Qualität. Kröv habe ich früher ja auch selbst noch trainiert.

11ER: Ein Wort zu den Neuzugängen.
Krähling: Wir haben ausnahmslos junge Spieler zu uns geholt. Torwart Julius Benz könnte noch A-Jugend spielen und kam ebenso wie Sam Schurich von Morbach. Da Justus Becker beruflich nach München gegangen ist, haben wir Justus schon jetzt integriert. Sam hat sehr viel Dynamik, ist durchsetzungsfähig und ist universell einsetzbar. Niclas Lentes kam aus Schweich, hat schon in der ersten Mannschaft bei mir gespielt und ist schon jetzt eine absolute Bereicherung. Ridvan Osta wird zwar zunächst in der Zweiten eingesetzt, hat aber ein brutales Potential mit seinem Tempo und seiner Unbekümmertheit. Mit Tom Naguschewski und Jeremy Nazarov haben wir zwei Talente aus der U19 des JFV Wittlicher Tal nach oben gezogen. Beides sind zentrale Spieler und können auf vielen Positionen eingesetzt werden. Und Lukas Kaut aus Morbach hat schon Rheinlandliga gespielt und ist eine feste Größe. Er wurde bei Eintracht Trier ausgebildet.

11ER: Mit Frank Thieltges, der fünf Jahre die Torleute der luxemburgischen Nationalmannschaft trainiert hat, hat sich der Verein einen Top-Torwarttrainer geangelt. Wie kam es dazu?
Krähling: Bereits in Lüxem war Frank mal Trainer – wir standen noch immer in engem Kontakt zu ihm. Weil sich in Luxemburg eine neue Situation ergeben hat und unser bisheriger Torwarttrainer Ralf Adams kürzertreten wollte, sind wir sehr froh, mit Frank Thieltges einen so kompetenten Menschen und Sportler verpflichtet zu haben.

11ER: Zwei frühere Leistungsträger sind wieder im Team zurück. Um wen handelt es sich?
Krähling: Jonas Adams hat seine zweijährige Ausbildung in den neuen Bundesländern bei der Bundespolizei abgeschlossen und steht ebenso wieder bereit wie Sven Kohlei. Sven hatte ja schon nach der Winterpause wieder angefangen und gegen Schweich und Bitburg gespielt. Ich bin froh, ihn als Fußballer und als Mensch wieder dabei zu haben.

11ER: Wie schätzen Sie den Gegner aus Schweich ein?
Krähling: Beide Vereine gehen in puncto Jugendarbeit einen ähnlichen Weg. Schweich hat ein brutal gutes Kollektiv und ist über Jahr in der Spitze der Liga erfolgreich. Wir haben einen Riesenrespekt vor der Mosella.

11ER: Bevor das Schweich-Spiel am Sonntag über die Bühne geht, hat Ihre Mannschaft am Mittwoch in der Englischen Woche noch die Auswärtshürde im Ruwertal zu überstehen.
Krähling: Ja, das wird schwer, überhaupt mit diesem Mammutprogramm und 36 Spielen. Auch wenn Ruwertal nicht gut gestartet ist, sollten wir es vermeiden, den Gegner zu unterschätzen. Vor allem zu Hause ist Ruwertal immer unbequem zu bespielen.

11ER: Wer fällt aus irgendwelchen Gründen aus?
Krähling: Patrick Schmidt fällt für Ruwertal definitiv aus, gegen Schweich könnte es vielleicht klappen. Er ist gegen Daleiden mit acht Stichen genäht worden, doch es geht ihm schon besser. Daniel Mehrfelds Einsatz ist wegen einer Achillessehnenreizung ungewiss. (ls)