Wie ein Orkan fegte der Spitzenreiter über die überforderten Gäste aus dem Saartal hinweg.


Bereits zur Halbzeit stand ein 8:0 zu Buche in einem Spiel, bei dem sich die Hausherren wie ein künftiger Bezirksligist, die Gäste aber wie ein Absteiger präsentierten. Während die Trier-Süder ihre Tabellenführung aufgrund des 2:2-Remis von Verfolger Trier-Irsch gegen die SG Kenn auf sechs Zähler ausbauten, rutscht die SG Kanzem auf den vorletzten Tabellenplatz zurück. Doch von vorne: Nach zehn Minuten stand es nach frühen Treffern von Jamal Abdulrafiu und Ahmed Boussi bereits 2:0. Bis zur 30. Minute wehrte sich Kanzem noch einigermaßen, fand danach jedoch überhaupt keinen defensiven Zugriff mehr und wurde förmlich überrannt. Josip Komso (32., 36.) im Doppelpack, Boussi zum 5:0 (39.), Baran Hassan zum 6:0 (40.) sowie zwei weitere Tore von Komso (42.) und Kingsley Essouma per Elfmeter (45.+1) schraubten das Ergebnis auf 8:0 hoch. Im zweiten Durchgang nahm die DJK zwei Gänge heraus und hatte „Erbarmen“ mit den anfälligen Gästen. Matthias wechselte munter durch und gab Spielern Einsatzzeit, die zuletzt nicht so oft auf dem Feld standen. Das finale 9:0 resultierte aus einem Foulstrafstoß von Rubin Hassan, der den Elfmeter nach Foul an Moritz Jacob humorlos verwandelte (76.). Es passte ins Bild an jenem Nachmittag, dass Dominik Güth einen Elfmeter für Kanzem verschoss (83.). SG-Trainer Carlo Müller fällte ein vernichtendes Urteil. „Schon zur Halbzeit lagen wir 0:8 hinten. Matthias spielte eine übermächtige erste Halbzeit, der wir in keinster Weise gewachsen waren. Wir waren schlicht absolut chancenlos. Wir haben gegen eine gefühlte Bezirksligamannschaft verloren. Die ersten zwei Tore sind unglücklich gefallen, der Rest ist brutale Qualität. Gegenüber der DJK konnten wir in Sachen Kaderbreite wenig bis gar nichts entgegensetzen, weil wir fast gar keine Alternativen von der Bank hatten. Die Niederlage fällt auch in der Höhe verdient aus.“ DJK-Spielertrainer Ahmed Boussi sprach nach dem 9:0-Schützenfest davon, dass vor allem „die Einstellung auf dem Punkt genau vorhanden war und wir den Gegner in keinster Weise unterschätzt haben. So konnten wir das Spiel sehr früh auf unsere Seite lenken und beim Gegner Eindruck hinterlassen. Wir haben Kanzem mit den frühen Toren das Selbstbewusstsein entzogen. Es war in der ersten Halbzeit ein Spiel auf ein Tor, sodass sie mit unserer Offensivqualität überfordert waren. Gut war, dass wir nach der 8:0-Halbzeitführung nicht überheblich geworden sind. Klar hatten wir auch nicht mehr den Zug und das Tempo zum Tor aus der ersten Halbzeit in unseren Aktionen, weil wir kein unnötiges Verletzungsrisiko eingehen wollten. Nach eigenen Ballverlusten zelebrierten wir ein gutes Gegenpressing und sind insgesamt sehr dominant aufgetreten“. 

Foto: Archiv/Alfred Weinandy