Lange hatte sich der FSV Trier-Kürenz gegen den Abstieg gestemmt, doch zwei Spieltage vor dem Saison-Aus steht er nun fest – vermeintlich jedenfalls, denn das letzte Wort scheint auch nach der Niederlage gegen den SV Trier-Irsch II nicht gesprochen.
Nach anfänglicher Schlafphase sorgten Luca Schmitt (12.) und Maximilian Mehlich (19.) für die Pausenführung des SV Trier-Irsch II. In Hälfte zwei glückte Lukas Spang per Strafstoß der Anschlusstreffer (47.) und nur Minuten später zeigte der Unparteiische erneut auf den Elfmeterpunkt. Der FSV Trier-Kürenz ließ die Einladung jedoch liegen, was sich gleich doppelt rächte. Denn das Kellerkind verpasste nicht nur den Ausgleich, sondern kassierte im Gegenzug durch Tobias Spruck (59.) den dritten Gegentreffer. Zwar brachte Arthur Günthner den FSV nochmals in Schlagdistanz (63.), doch Irsch schlug abermals postwendend zurück. David Gasper hatte in der 65. Minute zum 4:2-Endstand getroffen.
Irschs Trainer Sven Becker sah keine Glanzleistung seiner Mannschaft, aber auch einen Gegner, von dem zu wenig kam: „Wir kamen in den ersten Minuten nur schwer ins Spiel, waren im Kopf nicht klar. Dadurch luden wir unseren Gegner zwei, drei Mal in der ersten Halbzeit ein, konnten aber glücklicherweise alles klären. Es war nicht das Spiel, das wir spielen wollten oder können, aber wir führten. In der zweiten Halbzeit kam Kürenz durch einen Elfmeter ran und bekam nur Minuten später einen weiteren, den sie zum Glück verschossen. Wenn der drin ist, brennt noch mal der Baum. So konnten wir auf 3:1 stellen, obwohl wir vereinzelt Fehler im Spielaufbau hatten und teils zu hektisch, zu ungeduldig agierten. Kürenz kam noch mal ran, doch mit dem 4:2 zogen wir den Schlussstrich. Kürenz kämpfte, aber um die Klasse zu halten, war es heute zu wenig.“
Auf der Gegenseite haderte Kürenz-Coach Stephan Wicht mit der erneut schwachen Chancenverwertung seiner Elf: „Irsch war in der ersten Halbzeit feldüberlegen, aber wir hatten trotzdem unsere Chancen. Gleich zu Beginn legten wir uns den Ball bei der Annahme jedoch zu weit vor und ließen somit die Möglichkeit auf das 0:1 liegen. Insgesamt lag die klare Feldüberlegenheit bei Irsch, wobei wir gefühlt ein Chancenplus hatten. Am Ende hat es aber nicht zu Punkten gereicht.“
Und nun? Da Kürenz-Konkurrent Saartal II das Derby gegen Tawern II für sich entschied, wuchs der Rückstand zum rettenden Ufer auf acht Punkte an. Bei noch zwei ausstehenden Partien würde das den sicheren Abstieg des FSV bedeuten. Allerdings gäbe es laut Wicht noch zwei Stammspieler-Überprüfungen. So hätte die Saartal-Reserve bei den Erfolgen gegen Kürenz und Matthias II vermeintlich einen Spieler eingesetzt, der unter die Stammspieler-Regelung fallen würde. Bekäme der FSV drei Punkte gutgeschrieben und Saartal II sechs abgezogen, stünde der Aufsteiger plötzlich über dem Strich.
Ein Vorgang, über den Saartals Sportdirektor Philip Kramp nicht informiert ist. So habe es bisher weder vonseiten der Kürenzer noch von der des Fußballverbands Informationen gegeben. Auch der Einsatz eines Spielers, der unter die Stammspielerregelung fiele, sei nicht bekannt. Der Abstiegskampf bleibt also spannend – bis eine vermeintliche Entscheidung am Grünen Tisch fällt.
Foto: Sandra Maes
