11ER: Ihre Mannschaft musste vor der Saison mehrere Qualitätsspieler abgeben und steht nach sechs Spieltagen mit nur drei Punkten da. Wie lautet Ihr Fazit zu den ersten Wochen der neuen Bezirksliga-Saison?
Daniel Clausen: Nüchtern betrachtet stehen wir mit drei Punkten am Tabellenende, was sich nicht gut anfühlt – besonders die 22 Gegentore. Über drei Gegentore pro Spiel sind einfach zu viele. Wenn man unseren Start durch eine andere Brille sieht, wird es nicht unbedingt besser, aber bisher spielten wir nur gegen eine Mannschaft, die mit uns untenrum kreuchte und fleuchte. Das Spiel gegen Wittlich konnten wir gewinnen. Natürlich haben wir uns auch gegen Irsch, die Aufsteiger sind, etwas ausgerechnet, verloren aber. Salmrohr, Ellscheid, Schoden und Hillesheim waren Gegner, die ich unter den ersten sechs, sieben Mannschaften der Liga sehe. Unser Auftaktprogramm war also immens schwer. Hinzu kommt, dass wir uns nach den Abgängen offensiv extrem schwer tun. Jetzt warten zwei Gegner aus unserer Tabellenregion und wir hoffen, dass wir dort die nötigen Punkte holen, um mal über dem Strich zu stehen.
11ER: Nach dem letzten Spiel sagten Sie, dass man in der zweiten Halbzeit gegen Walsdorf kaum Abschlusschancen hatte. Hinzu kommen die vielen Gegentore. Wo drückt aktuell eher der Schuh: offensiv oder defensiv?
Clausen: Wir hatten im letzten Spiel nach Standards Möglichkeiten und noch ein, zwei Chancen. Ein x-Goal-Wert von über eins war das aber noch lange nicht. Wenn man sieht, dass wir erst sechs Tore schossen und 22 kassierten, drückt der Schuh sowohl offensiv als auch defensiv. Es ist gerade schwierig. Gegen Ellscheid spielten wir in der ersten Halbzeit offensiv sehr gut, hätten zwei, drei Tore schießen müssen. Da hackte es nicht im Spiel nach vorne, sondern an der Abschlussqualität. In vielen anderen Spielen hatten wir dafür Probleme, überhaupt in gute Abschlusspositionen zu kommen. Auch gegen Wittlich hätten wir den Deckel früher draufmachen müssen. Was die Gegentorflut betrifft, fingen wir gegen Salmrohr neun Tore und gegen Ellscheid sechs. Hätten wir beide Spiele mit nur drei Gegentoren verloren, sähe es nicht so schlecht aus. Letztendlich ist es auch egal, weil wir so oder so keine Punkte verbucht hätten. Jetzt sehen die Ergebnisse nur umso blöder aus.
11ER: Bezüglich der Schwankungen im Offensivspiel: Fehlt es aktuell an Konstanz?
Clausen: Wir haben immer wieder Ausfälle, was sich schon bemerkbar macht. Nils Müller schleppt sich seit dem Wittlich-Spiel mit Bänderproblemen rum, macht es dafür aber gut. Ihm werden wir heute im Training mal eine Pause gönnen. Nicolas Clausen half gegen Hillesheim aus und wir hofften, dass er vielleicht den Unterschied machen kann. Er konnte in den letzten Wochen aber kaum trainieren. Es kann durch Ausfälle und Ähnliches also keine Eingespieltheit oder Konstanz da sein. Das gilt für vorne und hinten. Es hat sich bisher noch keine erste Elf eingespielt, wie es zum Beispiel bei Ellscheid der Fall ist, die nur sporadisch einzelne Spieler wechseln.
11ER: Sie deuteten die Wichtigkeit der nächsten Spiele bereits an. Jetzt wartet Aufsteiger SG Kylltal-Birresborn, gegen den man in den letzten Jahren immer wieder Testspiele absolvierte. Wie schätzen Sie Ihren kommenden Gegner ein?
Clausen: Ich erwarte eine eingespielte Truppe, die sich über Jahre hinweg entwickelt und ein paar Unterschiedsspieler hat. Unter anderem ihren Spielertrainer Daniel Bartsch, der sein Können immer wieder aufblitzen lässt. Kylltal hat in seinem ersten Bezirksligajahr nichts zu verlieren und ich denke, dass sie es eher als Bonusjahr und Lohn für den Aufstieg ansehen. Sie werden eine ähnliche Herangehensweise haben wie wir und sich vor allem gegen Mannschaften, die ähnlich in der Tabelle stehen, Punkte ausrechnen. Sie werden heiß auf das Spiel sein und alles geben, um die Punkte zuhause zu halten. Wir müssen alles abrufen, um Punkte mitzunehmen.
11ER: Wie steht es um das Personal fürs Derby?
Clausen: Noah Hertel ist im Urlaub. Er machte gegen Hillesheim ein gutes Spiel und wird uns fehlen. Nico Mauren und Nicolas Clausen halfen aus, stehen aber an diesem Wochenende nicht zur Verfügung. Manuel Hermes ist gegen Kylltal hoffentlich wieder bei 100 Prozent. Bei Nils Müller müssen wir abwarten, ob die Trainingspause etwas brachte. Personell sieht es nicht rosig aus, doch wir werden 14, 15 Mann zusammenbekommen, die in der Lage sein werden, gegen Kylltal zu punkten.
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