11ER: Bei der Spielgemeinschaft hörten nach der letzten Saison einige erfahrene Leistungsträger auf – darunter auch die Reis-Brüder. Nach schwierigem Start scheint sich Ihr Team aber langsam in die Saison zu finden. Was gibt es nach sieben Punkten aus sechs Spielen zu sagen?
Benny Weiler: Die ersten Wochen waren sehr schwierig. Wir hatten mit unserem jungen Kader eine gute Vorbereitung, aber in den ersten Spielen bekamen die Jungs zu spüren, dass das Niveau in der A-Klasse noch mal etwas anderes ist, wenn es um Punkte geht. Die Auftaktniederlage gegen den VfL war ärgerlich, die gegen Weintal absolut gerechtfertigt. Wir setzten uns danach zusammen und machten den vier, fünf gestandenen Spielern klar, dass sie vorangehen und den jungen Kader führen müssen. Das 3:2 gegen Schillingen in letzter Minute war ein Befreiungsschlag. Das brachte uns einen richtigen Aufschwung. Gegen Euren war es eine Art Pflichtaufgabe, aber auch dort muss man erst mal 7:0 gewinnen. Das 4:4 gegen Zewen geht so in Ordnung. Gegen Ralingen war es ein Spiel auf Messers Schneide, das anders ausgehen kann. Da sie aber 50 Minuten in Unterzahl spielten, hatte Ralingen den Sieg am Ende auch mehr verdient. Nach sechs Spielen hätte ich gerne ein, zwei oder drei Punkte mehr gehabt, doch nach den ersten beiden Wochen können wir mit der Ausbeute zufrieden sein.
11ER: Eine Baustelle scheint mit 16 Gegentoren die Defensive zu sein …
Weiler: Der ehemalige Trainer Andi Schneider hatte eine ganz andere Spielphilosophie als ich. Seine Priorität lag auf der defensiven Stabilität und darauf, das Spiel aus einer kompakten Defensive aufzubauen. Deshalb gab es in der letzten Saison auch viele knappe Ergebnisse und relativ wenige Gegentore. Als er das Handballergebnis gegen Ralingen gesehen hat, war er wahrscheinlich baff. Ich will, dass unsere Mannschaft viel Ballbesitz hat und Chancen aktiv kreiert. Leider haben wir aktuell noch zu viele Ballverluste im Spielaufbau. Defensiv stehen wir gar nicht schlecht und verschieben gut. Die Fehler im Spielaufbau und im Umschaltspiel müssen wir schnell abstellen. Daran werden wir auch diese Woche arbeiten. Es gilt, diese einfachen Fehler abzustellen. Im Gegenzug schießen wir auch viele Tore. Für die Zuschauer sind die Spiele aktuell ein Spektakel.
11ER: Bei vielen Toren muss auch der Name Ousman Ceesay erwähnt werden, der schon acht Mal traf. Welche Rolle übernimmt er?
Weiler: Weil schon relativ früh klar war, dass ich die Mannschaft übernehme, war ich mir in der Rückrunde viele Spiele anschauen. Da spielte Ousman, weil er so viel Konkurrenz der erfahrenen Leistungsträger hatte, noch keine Rolle. Das war in den ersten Spielen dieser Saison genauso. Nach seinem Siegtreffer zum 3:2 gegen Schillingen war er voll drin und hat weiter getroffen. Er ist ein Freigeist, der technisch sehr gut ist, um jeden Ball kämpft und Luft für 120 Minuten hat. Diese Dinge sind wichtig auf der Zehn. Das taktische Verständnis ist nicht seine Stärke, aber daran arbeiten wir.
11ER: In den nächsten Wochen warten Schöndorf, Pluwig, Tarforst II und Olewig – allesamt Mannschaften, die einen guten Start hatten oder Schwung aufgenommen haben. Haben Sie ein Punktziel für diese schwierigen Wochen ausgegeben oder wie lautet die Marschroute?
Weiler: In den nächsten vier Spielen warten riesige Aufgaben auf uns. Gerade deshalb hätte ich im 50:50-Spiel gegen Ralingen gerne drei Punkte gewonnen. Mit zehn Punkten hätten wir ein gutes Polster gehabt – gerade weil wir etwas dezimiert sind. Yasin Shallar verletzte sich und wird – wahrscheinlich mit Muskelfaserriss im Oberschenkel – sechs Wochen fehlen. Jonas Kordel ist angeschlagen und auch Julian Weber fehlt uns verletzungsbedingt. Unser Stammtorhüter ist noch im Urlaub. Alin Zait fehlt ebenso. Wir haben deshalb kein Punktziel ausgegeben. Wir wissen aber, dass es schwer ist, gegen uns zu gewinnen, wenn wir die einfachen Fehler vermeiden. Keine Frage: Pluwig, Schöndorf und Tarforst haben einen Lauf und Olewig steht nicht umsonst auf Platz zwei – das sind alles Kracherspiele und auch Bonusspiele für uns. Am Ende der Saison sollen mindestens zwei, drei oder vier Mannschaften hinter uns stehen, da schadet es nicht, den ein oder anderen Punkt aus solchen Spielen mitzunehmen.
11ER: Die SG Schöndorf verpatzte wie Ihr Team den Saisonstart, fand aber dann in die Erfolgsspur. Wie schätzen Sie den Gegner ein?
Weiler: Ich kenne ihren Trainer Alex Becker und tausche mich regelmäßig mit ihm aus. Ich weiß, dass sie eher einen kleinen Kader haben, nachdem viele Spieler wie Hassani oder Neumann gingen oder nur noch zweite Mannschaft spielen. Die Spieler, die da sind, haben aber absolut A-Klassen-Qualität. Sind alle fit, sehe ich sie unter den Top Fünf. Schöndorf ist gegen uns der klare Favorit. Wir werden uns taktisch etwas überlegen und versuchen, diese Woche wieder besser im Umschaltspiel und in der Defensivarbeit zu sein.
Foto: Verein
