Während der FC Bitburg bei den kampf- und laufstarken Körperichern gastiert und seine blütenweiße Weste unbefleckt lassen will, erwartet Verfolger Mosella Schweich in der Westeifel einen Härtetest. Einen weiteren Charaktertest zu bestehen haben derweil die vier Mannschaften, die im noch einstelligen Punktebereich rangieren und unbedingt Anschluss an das untere Mittelfeld halten wollen. 

SG Körperich – FC Bitburg
Frank Hermes treibt eine besondere Motivation an: Der Trainer des Tabellensechsten will seine Mannschaft als erstes Team präsentieren, die den ungeschlagenen Primus bezwingt. „Natürlich hat man als Trainer den Traum, die erste Mannschaft zu sein, die Bitburg schlägt.“ Auch Hermes hat erkannt – er beobachtete die Bitburger Partie gegen Rot-Weiss Wittlich –, dass der FC Schwachstellen offenbart. Man müsse nur im richtigen Moment deren Fehler ausnutzen. „Ein Remis für Rot-Weiss wäre gerecht gewesen“, fand Hermes hinterher. Für seine Mannschaft komme es darauf an, die von Jannik Grün und Deniz Siga organisierte Abwehr mit schnellen, kurzen Bewegungen in Verlegenheit zu bringen und selbst auf deren offensive Standards zu achten. „Siga und Grün sind dort extrem gefährlich“, so Hermes, der mit der Absicht in das Spiel geht, dem großen Titelfavoriten sämtliche Punkte abzuknöpfen. „Wir wollen defensiv gut stehen, lange die Null halten und mit Nadelstichen nach vorne kommen. Wir müssen körperlich dagegenhalten und wollen unser Heimspiel zumindest mal nicht verlieren.“ Beim Spiel in Nusbaum werden Martin Marx, Noah Prinz und Andreas Hartmann fehlen – Christian Weber kehrt mutmaßlich in die Abwehrformation zurück. Bitburgs Coach Fabian Ewertz weiß um seine Rolle als der Gejagte. „Wir müssen fokussiert bleiben. Es soll weiterhin schwer sein, uns die Punkte abzunehmen. Doch jetzt kommen die Derbys, bei denen die Gegner zu 100 Prozent über sich hinauswachsen. Deshalb schon müssen wir Vollgas geben.“ Patrick Alff, Daniel Braun und Kai Edringer werden fehlen.
Nusbaum, Sa., 2.11., 18.00h
SG Bettingen – SG Ralingen
Ein so genanntes Sechs-Punkte-Spiel für beide Mannschaften: Der in sportliche Schieflage geratene Tabellenletzte aus Bettingen will „mit aller Konsequenz den Schalter endlich umlegen“. Trainer Marco Wallesch ist nicht verborgen geblieben, dass seine Mannschaft oft nur eine gute Halbzeit absolviert. „Wir müssen es schaffen, mal zwei gute Halbzeiten zu spielen und in Phasen, in denen der Gegner Spielkontrolle hat, keine individuellen Fehler zu produzieren.“ Wallesch wolle das Positive der letzten Wochen mitnehmen. Ralingen gastiert als direkt mitgefährdeter Tabellen-15. in der Eifel. Mit einem Sieg würde Bettingen mit den Sauertalern gleichziehen.
Bettingen, Sa., 2.11., 19.00h

SG Arzfeld – TuS Schweich
Auch wenn Arzfeld der Mosella als Gegner liegt und diese aus den letzten beiden Jahren drei Siege feiern durfte, fahren die Schweicher mit großem Respekt in die Westeifel. „Arzfeld ist eine gute Mannschaft, die im Oktober einen Hänger drin hatte, doch jetzt wieder im Kommen ist“, sagt TuS-Trainer Jochen Weber, der weiß, was die Stunde geschlagen hat. „Wir wollen couragiert unsere gebotenen Räume nutzen, müssen aber gleichzeitig auf deren schnelle Umschaltmomente und die Kopfballstärke von Andreas Theis aufpassen.“ Neben Theis gelte es auch, Joschka Trenz und Florian Arens aus dem Spiel zu nehmen, die nach vorne sehr viel Geschwindigkeit und Druck erzeugen. In der Saison 2017/18 gewann Schweich beide Partien (3:0, 2:1). Außer Lukas Bollig, der mit Kreuzbandriss langfristig fehlt, hat Weber alles an Bord. SG-Trainer Andreas Theis will den „positiven Trend beibehalten, spielerisch aber weiter zulegen. Wenn wir als Team funktionieren, haben wir auch gegen eine klasse Mannschaft wie Schweich eine Siegchance“. Für den lange verletzten Oliver Becker wird es der erste richtige Einsatz sein.
Daleiden, So., 3.11., 14.30h

TuS Schillingen – SG Badem
Gleiches wie in der Partie Bettingen gegen Ralingen gilt für das Aufeinandertreffen der zuletzt siegreichen Schillinger gegen die weiterhin abstiegsbedrohte Eifel-SG. Schillingen hat sich mit dem 5:0 gegen Leiwen zwar ein wenig Luft verschafft, doch für deren Trainer Gerd Morgen gilt, weiterhin hungrig, fokussiert und wachsam zu sein. „Wir wollen jetzt möglichst viele Punkte holen, um im Fluss zu bleiben und die gefährdete Zone auf Dauer zu verlassen. Deshalb sollten wir auch gegen Badem viel Spielfreude, Leidenschaft und Laufbereitschaft entwickeln.“ Einen Riesenrespekt hat Morgen vor dem Bademer Tausendsassa Mike Schwandt. „Schwandt ist das Herz und die Seele der Bademer und die treibende Kraft in deren Spiel. Das haben wir bei unserem Gastspiel in Badem voriges Jahr gesehen, als wir dort 4:2 verloren haben.“ Vier Niederlagen bei nur einem Sieg in den letzten fünf Partien haben die SG Badem wieder auf die gefährdeten Plätze zurückfallen lassen. Für Trainer Roger Reiter gilt deshalb nur eines: „Gegen einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf müssen wir dreifach punkten. Alles andere wäre unrealisisch. Unsere tabellarische Lage zwingt uns dazu, volles Risiko zu gehen.“ Marius Reiter und Marius Reichel könnten ins Team zurückkehren, auch Luca Hardt (Studium) ist eine Alternative. Fehlen wird definitiv Norman Schneider, der sich gegen Wallenborn die Rote Karte abholte.
Schillingen, So., 3.11., 14.30h
SG Ruwertal – SG Saartal
Was der SG Ruwertal mit den zwei knappen Siegen gegen Konz und in Ralingen gelang, soll auch für die Saartal-SG die Marschrichtung sein. Zuletzt gab das Team von Heiko Niederweis einen 2:0-Vorsprung gegen Arzfeld aus der Hand. „Wenn wir in Führung liegen, sollten wir nachlegen. Diese Vorgabe haben wir gegen Arzfeld nicht zwingend genug umgesetzt“, setzt Niederweis auf eine wieder effektivere Spielweise. Ruwertals Coach Jan Stoffels hat es trotz der nach wie vor angespannten Personallage geschafft, sein Team auf Erfolgskurs zu halten. Der Sieg im wichtigen Spiel an der Sauer könnte Gold wert gewesen sein. „Das wird das nächste Sechs-Punkte-Match und eine enge Kiste. Dort wollen wir auch wieder kämpferisch überzeugen und die Einstellung auf den Platz bringen, die uns gegen Ralingen und Konz auszeichnete. Auch spielerisch wollen wir uns weiter steigern.“ Während Jonas Jung letzte Woche erfolgreich operiert worden ist, könnte Benedict Bernarding nach seinem Kurzeinsatz in Ralingen wieder mehr Einsatzzeit erhalten.
Kasel, So., 3.11., 15.00h

SV Leiwen – SG Wittlich
Nach dem unbefriedigenden Auftritt in Schillingen wird es für den SV Leiwen-Köwerich auch gegen den Tabellendritten schwer. Ohne den gesperrten Gustav Schulz ist die Offensivabteilung derzeit zu harmlos. Deshalb setzt Coach Rudi Thömmes erneut auf die Mentalität sowie die Lauf- und Kampfbereitschaft seines Teams, um den spielerisch kompakten Gegner zu gefährden. SG-Coach Christoph Krähling: „Es ist ein hart umkämpftes und für uns schwieriges Spiel zu erwarten. Die Einstellung und die Leistung werden wieder entscheiden, ob wir drei Punkte mitnehmen und im Fluss bleiben.“
Leiwen, So., 3.11., 15.00h

RW Wittlich – SG Wallenborn
Nach drei Niederlagen in Serie soll der Aufsteiger aus der Kreisstadt wieder in die Erfolgsspur zurückkehren. Die Maxime für einen erfolgreichen Auftritt gegen den Tabellenvierten aus der Vulkaneifel bringt Sportchef Mehmet Akin so auf den Punkt: „Wir müssen unser komplettes Pensum abrufen und an die gute Leistung von Bitburg anknüpfen. Wenn wir nicht wieder leer ausgehen wollen, müssen wir auch mal unsere Chancen besser und kaltschnäuziger nutzen. Denn spielerisch macht uns kaum jemand etwas vor.“ Wallenborn will sich indes auf sein schnelles Konterspiel verlassen.
Wittlich, So., 3.11., 15.00h