„Sehen die Saison als Entwicklungsjahr“

Sebastian Herz – SV Trier-Olewig

28. Oktober 2020, 09:18 Uhr

Der SV Trier-Olewig empfängt mitten in einem kleinen Negativlauf den klaren Spitzenreiter aus Trier-Irsch zum Nachbarschaftsduell. Trotz Ausfällen will Trainer Sebastian Herz den Favoriten ärgern und nicht von der eigenen Art Fußball zu spielen abweichen.

11ER: Hallo Herr Herz, auf den guten Saisonauftakt folgte zuletzt eine kleine Negativserie. Welches Fazit ziehen Sie im Hinblick auf die absolvierten Spieltage?
Sebastian Herz: Insgesamt sind wir schon zufrieden, weil wie auf einem guten Weg sind unser Saisonziel zu erreichen. Die zwei verlorenen Spiele gegen Schoden und Mattheis waren Schade und mit Sicherheit ein Rückschlag. Aber auch aus solchen Spielen können wir Positives ziehen. Bezüglich des Spiel gegen Franzenheim wollen wir nochmals klarstellen, dass der Schiedsrichter von unserer Seite in keinster Weise bedroht wurde. Der Sonderbericht liegt uns aber nicht vor, also wissen wir auch nicht genau, was uns vorgeworfen wird oder weshalb auf den Spielabbruch entschieden wurde. Klar ist, dass die enorme Nachspielzeit mit einem nicht gegebenen Elfmeter für uns und einem gegebenen für Franzenheim/Pellingen für uns unverständlich waren. Auch die Franzenheimer haben sich für ihren Elfmeter entschuldigt und mit Unverständnis reagiert. Es war ein sehr fairer Umgang von ihnen und nach dem Spiel haben sie uns auch noch alles Gute gewünscht.

11ER: Wie beeinflussen die neuen Auflagen Ihren Trainingsbetrieb?
Sebastian Herz: Wir warten noch auf konkrete Ansagen. Wir haben gehört, dass die Stadt Trier als Wettkampfsimulation nur Testspiele versteht. Testspiele sind unter der Saison ja ohnehin nicht geplant. Im Trainingsbetrieb sollte man demnach also normal trainieren können. Das ist aber das große Problem. Es fehlen die konkreten Ansagen. Ich verstehe nicht, weshalb das nicht klargestellt wird. Die Kabinensituation ist beispielsweise klar geregelt. Wenn man sich aber dort die Probleme anschaut, muss sich ehrlich fragen, ob es aktuell noch viel Sinn ergibt, unter diesen Bedingungen weiterzuspielen. Wir haben beispielsweise vier Kabinen und haben deshalb im Trainingsbetrieb keine Probleme. Bei Spielen ist das was anderes. In Franzenheim stand ich beispielsweise drei Stunden im Regen und bin dann zum Duschen nach Hause gefahren. Je nachdem wo man spielt, kann das keine Lösung sein.

11ER: Im kommenden Spiel wartet mit dem SV Trier-Irsch die Überflieger-Mannschaft der Liga. Wie stark schätzen Sie den SVI ein?
Sebastian Herz: Wir haben die Irscher nicht umsonst als Titelfavoriten benannt. Für mich sind sie klar die beste Mannschaft in dieser Klasse. Wenn alles normal weitergespielt wird, dürften sie mit der Qualität ihres Kaders auch Meister werden. Fußballerisch, läuferisch und kämpferisch stimmt es bei ihnen und sie haben unheimlich gute junge Spieler. Da diese schon in der letzten Saison hochkamen, sind uns die Irscher in ihrer Entwicklung ein bis zwei Jahre voraus.

11ER: Durch die Platzverweise gegen Olewig fallen am Wochenende drei Spieler aus. Wie will man die Irscher da schlagen?
Sebastian Herz: Unser Kader ist breit genug, um Ausfälle aufzufangen. Leider wird uns auch ein Spieler Corona-bedingt fehlen. Da sind wir im Moment aber bestimmt nicht die einzige Mannschaft, bei der das so ist. Wir sehen diese Saison als ein Entwicklungsjahr an, wollen unsere A-Jugendlichen integrieren sowie unser Spiel und Taktik weiterentwickeln. Wir wollen gegen Irsch unsere Art Fußball zu spielen nicht aufgeben. Mit der gesamten Mannschaft am Sechszehner zu stehen und auf den Einschlag zu warten, hat keinen Sinn. Ob wir keinen, einen oder drei Punkte holen, ist zweitrangig, wenn die Jungs alles geben.

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