Weil die Hälfte aller Partien am letzten Spieltag des alten Jahres den Witterungsbedingungen zum Opfer fielen, geht die Bezirksliga mit einem unbegradigten Tabellenbild in die Winterpause. Wenn es einen klaren Titelaspiranten gibt, dann den schon vor der Saison heiß gehandelten FC Bitburg, der eine überragende Konstanz und zudem die besten spielerischen Leistungen zeigte. Der Abstiegskampf bleibt megaspannend. 

FC Bitburg
15 Siege aus 16 Partien und eine exzellente Tordifferenz von 47:13 belegen die Dominanz des FC Bitburg, der es in dieser Spielzeit selbst in der Hand hat, sich den Traum von der Rheinlandliga zu erfüllen. Die Abgänge der Arbeck-Brüder zu Rot-Weiss Wittlich wurden durch die Neuverpflichtungen von Deniz Siga, Kevin Fuchs, Jannik Nosbisch, Riad Malkic und Leander Schwedler glänzend aufgefangen. Keine andere Mannschaft besitzt eine derartige Qualität in der Breite. Selbst der Wechsel des jungen Davis Spruds zu Victoria Rosport in die BGL-Lige wurde problemlos kompensiert. Deniz Siga suchte nach dem Aufstieg mit RW Wittlich eine neue Herausforderung und verlieh zusammen mit Jannik Grün dem Abwehrverbund des FCB eine hohe Stabilität. Zudem ist das Team zu einer echten Einheit gereift. Interne Querelen oder gar Grüppchenbildungen gibt es nicht mehr. Das Handeln des gesamten Kollektivs ist dem großen Ziel Aufstieg untergeordnet. Trainer Fabian Ewertz besticht durch große Sachkompetenz und eine gezielte Ansprache. „Wir haben so viele Punkte wie noch nie eingefahren und sind vor allem defensiv sehr stabil unterwegs. Wir haben genügend Qualität und eine extra starke Bank, um das Ding durchzuziehen.“ Ließ Bitburg in der jüngeren Vergangenheit noch serienweise beste Chancen aus, so hat sich das Team dahingehend entwickelt, brutal effektiv zu sein und auch mal weniger gute Spiele für sich zu entscheiden. Die spielerische Note überwiegt im Bitburger Gesamtkonstrukt, doch mit Siga, Kai Edringer, Daniel Braun und Arthur Schütz hat man wieder Kämpfertypen in der Mannschaft, die spielerische Vorzüge mit Leidenschaft und körperlicher Robustheit ergänzen. Der FCB bleibt der große Titelfavorit. Alle anderen werden sich am Ligaprimus orientieren müssen. Die bisher einzige Niederlage handelte sich das Team am 2. November beim Auswärtstrip in Körperich ein.

SG Wittlich
Eine fast schon sensationell anmutende Saison spielen die Vereinigten aus Wittlich, Lüxem und Neuerburg. Das Team von Trainer Christoph Krähling hatte sicherlich niemand auf der Rechnung, als es um die Benennung der Top Drei ging. Die Säubrenner starteten ausgerechnet an jenem sechsten Spieltag ihre beeindruckende Serie, als es gegen den Stadtrivalen Rot-Weiss um sehr viel Prestige ging. Das 2:2 bedeutete den Wendepunkt. Von da an verloren die Wittlicher kein Spiel mehr. Mittlerweile ist das kompakt agierende Team seit 13 Spielen ungeschlagen, hat in diesem Zeitraum 33 Punkte eingefahren. Die bis dato einzige Niederlage – wie könnte es anders sein – bezogen die Wittlicher gegen den FC Bitburg. Am vierten Spieltag hieß es im Stadion Ost 0:2. Im Angriff sind Daniel Mehrfeld, Patrick Schmidt und Raphael Ney ähnlich erfolgreich unterwegs wie ihre Bitburger Kollegen (je 47 erzielte Tore), die Defensive steht ebenfalls bombensicher und hat die zweitwenigsten Gegentore kassiert. „Die Mannschaft hat schon jetzt eine unglaublich gute Entwicklung vollzogen und sich zu einer echten Einheit zusammengefunden. Wir haben bereits in der vorletzten Woche den Klassenerhalt fix gemacht und können rein rechnerisch gar nicht mehr absteigen. Die Jungs spielen seit Wochen einen konstant guten und erfolgreichen Fußball“, ist Christoph Krähling mit Rang zwei mehr als zufrieden.
TuS Schweich
Die Mosella startete mit dem FC Bitburg als der große Titelaspirant in die Saison. Der Aufstieg scheint derzeit weit weg, doch Trainer Jochen Weber hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben. „Punktemäßig sind wir gut unterwegs, haben sogar einen Zähler mehr als im Vorjahr. Die Niederlage gegen Rascheid ist natürlich sehr ärgerlich. Insgesamt ist es schade, dass wir bereits neun Punkte Rückstand auf Bitburg haben. Die Hinserie ist absolut okay. Ich bin mit den Jungs zufrieden. Wir spielen eine gute Saison, Bitburg aber eine sehr gute.“ Was ist für die Mosella noch möglich im Kampf um den Titel? „Wir haben am ersten Spieltag nach der Winterpause gleich Wittlich, gegen das wir gewinnen wollen. Mit einem erfolgreichen Nachholspiel gegen Schillingen können wir punktemäßig nachrücken. Wir versuchen, in den verbleibenden 14 Spielen noch mal 30 Punkte plus X zu holen, doch wir müssen auf uns schauen und stabil sein. Es wird schwierig, nochmals ranzukommen. Da müsste Bitburg schon noch patzen.“ Lukas Bollig und Alexander Burbach werden als Rekonvaleszenten zurückkommen und auch Philipp Seeberger wird mehr Spiele als bisher absolvieren können. Für den Winter soll ein Innenverteidiger verpflichtet werden.

SG Wallenborn
Eine ähnlich starke Serie wie in der Saison 2018/19 spielt die SG Wallenborn. Mit 32 Punkten haben sich die Spieler der beiden Trainer Stephan Zimmer und Andy Hesslein auf Rang vier eingenistet – ein Ergebnis, mit dem sich beide anfreunden können. Mit 50 erzielten Toren ist der Angriff das Prunkstück. Im Schatten der beiden Goalgetter Sebastian Zimmer und Sebastian Hilgers hat sich Kasper Wlodarek in den Vordergrund gespielt und 13 Treffer markiert. Auch die junge Garde hat sich gut entwickelt. Spieler wie Bastian Blasius, Tobias Jung, Richard Schomers Niki Koch oder Patrick Schmitz haben längst bewiesen, dass sie im gehobenen Senoirenbereich mithalten und Akzente setzen können. „Wir sind sehr zufrieden, vor allem die jungen Spieler haben eine enorme Entwicklung gemacht.“ Die Heimstärke ist prägend. Bis auf das 1:3 gegen den FC Bitburg wurde die anreisende Konkurrenz ausnahmslos ohne Punkte auf die Heimreise geschickt. Aus den letzten drei Heimspielen gelang den Vulkaneifelern eine stolze Torquote von 16:1.
SV Rot-Weiss Wittlich
Der Aufsteiger aus der Kreisstadt galt vor der Saison als Geheimfavorit. Zwar wurde das Team um den Sportlichen Leiter Mehmet Akin diesen Vorschusslorbeeren nicht gerecht, doch als Aufsteiger hat das spielstarke Team bereits einen bleibenden Eindruck hinterlassen. 26 Punkte mit Platz fünf bedeuten durchaus eine stolze Bilanz. „Angesichts der Verletztenmisere, die unsere Mannschaft seit dem sechsten Spieltag durchzog, können wir mit 26 Punkten und der positiven Tendenz in den letzten Spielen vor der Pause zufrieden sein. Wir sind im oberen Mittelfeld klassiert und waren in den meisten Spielen die dominante Mannschaft.“ Das, was fehlte, war die Stabilität im Defensivbereich und die fehlende Mitarbeit aus dem Mittelfeld, wenn es nach hinten unangenehm wurde. „Da haben wir in manchen Spielen zu wenig nach hinten gearbeitet. Weil wichtige Spieler ausgefallen sind und unsere Bank einfach zu schmal ist, konnten wir nicht wie gewünscht reagieren. Doch insgesamt haben das die Jungs richtig gut gemacht.“ Nach dem 0:3 in Konz warf Trainer August Schlotter überraschend das Handtuch. Interimscoach Rodalec Souza stimmte das Team gemeinsam mit Rasim Yigit auf die kommenden Aufgaben ein. Im Winter soll voraussichtlich ein neuer Cheftrainer präsentiert werden. Dann kommen auch Luca Heintel, Nicolae Stefan, Mehmet Karabulut und Blendi Aliu zurück. 
SG Rascheid
Mit dem bisherigen Abschneiden sind die Verantwortlichen im Hochwald zufrieden. Zwar durchlief die kompakte und kampfstarke Mannschaft zu Beginn der Saison auch ein Tal der Tränen, als aus den ersten sieben Spielen nur ein Sieg gelang, doch danach schwang sich das Team der beiden Spielertrainer Sven Gaspers und Christian Alt zu guter Form auf. Sieht man mal von der 0:6-Pleite in Bitburg ab, wurden in den neun Partien zuvor stolze sieben Siege und 22 Punkte erspielt. Sven Gaspers: „Mit dem Tabellenplatz und den erzielten Punkten sind wir sehr zufrieden, wenn man bedenkt, dass wir nach sechs Spielen Tabellenletzter waren. Ich bin darüber hinaus sehr dankbar dafür, in einem Verein zu sein, wo man in Ruhe weiter arbeiten durfte und nicht in Frage gestellt wurde. Wir haben einfach kontinuierlich weitergearbeitet und uns für die harte Trainingsarbeit belohnt. Wir wussten, dass wir eine gute Mannschaft haben. Als die Verletzten und Gesperrten zurückkamen, ist unser Spiel auch besser geworden. Wir gehören zu Recht dahin, wo wir jetzt stehen.“ Gaspers hofft auf die Fortsetzung der positiven Punkteausbeute und dass „wir noch ein, zwei Plätze gutmachen. Wichtig ist, dass wir verletzungsfrei bleiben und unsere Leistung konstant abrufen können“.

SG Arzfeld
Exakt zwei Punkte und einen Platz besser positioniert ist das Team von Spielertrainer Andreas Theis. Die Westeifel-SG erwischte einen ordentlichen Start, geriet im Frühherbst nach drei Niederlagen in Folge aber etwas in Schieflage. In den letzten neun Partien bekam das Team die Kurve und heimste in diesem Zeitraum 15 Zähler ein. Pikant: Die Heimbilanz fällt mit nur zwei Siegen und zwei Unentschieden bescheiden aus. „Wir haben zuhause in zwei, drei Spielen zu leichtfertig Punkte hergeschenkt und waren da nicht konsequent genug. Insgesamt können wir mit der Punkteausbeute zufrieden sein – vor allem in den Auswärtsspielen.“ Mit Manuel Mombach kommt ein Offensivspieler zurück. 

SV Konz
Das Fazit von Konz‘ Trainer Thomas Berens fällt differenziert aus. „Mit den ersten sieben Spielen war ich überhaupt nicht zufrieden, unter den ersten Wochen haben auch die Resultate schwer gelitten. Mit dem 3:0 gegen Rot-Weiss Wittlich haben wir den Bock dann umgestoßen und eine sehr gute Leistung erbracht. Weil auch die Verletzten zurückkamen, wurden wir handlungsfähiger, die Trainingsbeteiligung ist besser geworden und auch die Intensität hat einen Aufschwung erfahren. In den letzten sechs Wochen habe ich eine kontinuierliche Entwicklung gesehen. Mit den 23 Punkten sind wir also nur bedingt zufrieden.“ In der Winterpause soll vor allem in den zahlreichen Testspielen die Spielpraxis erhöht werden – zudem sind zwei, drei
Verstärkungen angedacht. 

SG Körperich
Körperichs Trainer Frank Hermes hat seine Mannschaft in der zweiten Bezirksliga-Saison in sicheres Fahrwasser geführt und auf Rang acht etabliert. „Die Saison ist für uns schon fast optimal gelaufen, wir sind sehr zufrieden.“ Die Eifeler sind zudem die einzige Mannschaft, die dem Tabellenführer aus Bitburg eine Niederlage hatte beibringen können. Das 4:2 bezeichnete Hermes als „starke, emotionale und kompakte Teamleistung, bei der jeder Spieler sein Leistungsvermögen zu 100 Prozent abgerufen hat“. Vor allem der bärenstarke Saisonbeginn ließ das Team aus Körperich, Geichlingen, Nusbaum, Wallendorf und Kruchten in die Spitzengruppe aufrücken. 16 Punkte wurden in den ersten sechs Wochen eingefahren. In den Wochen danach sah Hermes dann aber einen kleinen Substanzverlust, der in fünf Partien ohne Sieg seinen Niederschlag fand. Mit Andre Röll hat die SG einen überdurchschnittlichen Stürmer in ihren Reihen.

SG Saartal Schoden
Licht und Schatten wechselten sich im Saartal ab. Das einzig Beständige war die Unbeständigkeit, obwohl die Tendenz gegen Ende des Jahres nach oben ging. Dort gelangen aus den letzten sechs Partien immerhin zehn Punkte. Trainer Heiko Niederweis: „Von der Punkteausbeute habe ich mir persönlich mehr erwartet – im spielerischen Bereich bin ich bedingt zufrieden. In der restlichen Rückrunde muss es uns besser gelingen, eine echte Einheit zu werden. Wollen wir ein paar Plätze nach oben gutmachen, sollten wir unbedingt cleverer und entschlossener werden.“ Niederweis erwartet Julian Paulus aus der Verletzung zurück. Zudem wird der frühere Leiwener Yannic Clement das Team verstärken. Clement stammt aus Trassem und war zuletzt ein ganzes Jahr verletzt.

SG Badem
Der langjährige Rheinlandligist überwintert auf einem Nichtabstiegsplatz. Das dürfte auch für Trainer Roger Reiter die wichtigste Erkenntnis sein. Nach vielen Abgängen und einigen Neuverpflichtungen gestaltete sich der Start äußerst schwierig. „Zudem mussten vier A-Jugend-Spieler integriert werden. Mit Routine und Cleverness haben wir jetzt die Kurve bekommen. Wir haben dennoch zu wenige Punkte auf dem Konto, hätten zwei, drei Spiele mehr gewinnen müssen. Wir werden in der Rückrunde alles geben und ich bin deshalb sehr zuversichtlich, dass der Klassenerhalt gelingt“, äußert sich Reiter optimistisch. Die Personaldecke könnte dann auch breiter werden, wenn Timo Schakat, Pascal Espinosa, Julius Gottschling, Arne Becker, Marius Reiter und Marius Reichel wieder dazustoßen. 
TuS Schillingen
Die Hochwälder wandeln am Rande der Abstiegszone, in die sie sich durch einen schwachen Saisonstart und eine weitere Schwächeperiode gegen Ende des Jahres gebracht haben. Zuletzt blieb das Team von Gerd Morgen in fünf Spielen ohne Sieg. Der langjährige Trainer kündigte zudem schon jetzt das Ende seiner Tätigkeit an: „Ich werde meinen Vertrag über den Sommer hinaus nicht mehr verlängern und hoffentlich meinem Nachfolger eine Bezirksliga-Mannschaft übergeben. Nach sieben Jahren gehen wir im Guten auseinander. Dennoch freue ich mich über künftige, neue Herausforderungen“, soll für Morgen noch längst nicht Schluss sein.

SG Ruwertal
Eine beispiellose Verletztenmisere suchte den Vorjahresfünften aus dem Ruwertal heim. Zeitweise war eine komplette Mannschaft auf Eis gelegt. So war der Absturz in die Abstiegszone programmiert. Mit der Rückkehr einiger Akteure könnte der Ligaverbleib aus eigener Kraft bewerkstelligt werden. Für den mittlerweile im neunten Trainerjahr stehenden Jan Stoffels soll am Saisonende Schluss sein. „Nach neun Jahren im Seniorenbereich und sechs Jahren im Jugendbereich höre ich im Sommer als Trainer bei meinem Heimatverein auf. Mit der Truppe haben wir 2020 noch das Ziel, die neunte Bezirksligasaison zu sichern.“

SV Leiwen-Köwerich
Die Hoffnung stirbt auch beim Traditionsverein aus Leiwen zuletzt. Coach Rudi Thömmes wird im Frühjahr alles Erdenkliche versuchen, um Leiwen in der Bezirksliga zu halten. Mit der Rückkehr von Chris Dahm, Kevin Kirking, Philipp Lattig und einer besseren Physis könnte dies durchaus gelingen. 

SG Sauertal Ralingen
Für Ralingens Trainer Martial Servais geht es nach der Winterpause darum, die „Akkus schnellstmöglich wieder aufzuladen und durch eine intensive Vorbereitung den Grundstein für eine hoffentlich erfolgreichere Rückrunde, die im Klassenverbleib enden soll, zu legen. Wir müssen gleich das erste Spiel gegen Badem gewinnen“.

SG Bettingen
Häufig wurde der Aufsteiger unter Wert geschlagen, obwohl er in den meisten Spielen konkurrenzfähig war. Coach Marco Wallesch fordert: „Wenn vorne die Effizienz zurückkehrt, wir die individuellen Fehler minimieren und mehr Cleverness in unser Spiel einzieht, ist in den letzten 13 Spielen der Klassenerhalt möglich. Im Frühjahr müssen wir unbedingt liefern und den letzten Punch von uns fordern.“ Die Rückkehr von Christian Bales, Oliver Stockemer, Marc Belling, Kevin Müller, Tobias Bales und Christian Bales „würde uns sehr helfen.“