Ist man spielerisch unterlegen, muss man zu anderen Mitteln und Taktiken greifen. Die SG Welschbillig mauerte gegen die technisch starken Ehranger mit allen Mitteln und erkämpfte sich letztlich einen nicht unverdienten 2:0-Erfolg. Die personellen Schachzüge von Spielertrainer Marc Görres gingen dabei zu 100 Prozent auf. Über die Kreisliga-A berichtet unser Redakteur Jon Becker
Bereits im Vorfeld war klar, dass sich die Welschbilliger gegen die spielerisch klar stärkeren Ehranger etwas einfallen lassen müssen. Und Spielertrainer Marc Görres hatte sich einige Kniffe überlegt. So stellte er seinen besten Spieler David Rinnenburger ins Abwehrzentrum, sodass der ehemalige A-Jugend-Bundesligaspieler die Kreise von Ehrangs Toptorjäger Max Lieser eingrenzen konnte, während der eigentliche Abwehrmann Edgar Schneider aufgrund seiner Kopfballstärke und den vielen erwartbaren langen Bällen hintenraus als Stürmer auflief. Und bereits nach einer Viertelstunde ging dieser Plan auf, als Schneider einen langen Ball von Nico Elzer aufnahm und per Halbvolleyschuss zum 1:0 ins Netz donnerte (15.). „Den trifft er nie wieder so“, ärgerte sich Ehrangs Trainer Harald Thömmes, der auch über die sonstige Spielweise der Welschbilliger kein gutes Wort verlieren wollte: „Das war Fußball wie vor 20 Jahren, sie haben nur hinten drin gestanden und uns spätestens nach vier Pässen umgetreten.“ Die Gäste kamen überhaupt nicht ins Spiel und mussten zehn Minuten nach dem Seitenwechsel dann auch noch das 2:0 hinnehmen, als erneut Schneider auf Pass von Görres nur noch einzuschieben brauchte (56.). Auch in der Folgezeit konnte sich Ehrang keine Chancen erspielen, stattdessen hätten Benny Geisen und Alexander Roso mehrfach auf 3:0 erhöhen können, doch entweder war der Abschluss zu überhastet oder zu ungenau. So blieb es letztlich beim 2:0, was Görres zu Lobeshymnen über seine Spieler veranlasste: „Wir haben eine taktische Meisterleistung abgerufen, Ehrang hatte nicht eine wirkliche Torchance. Der Sieg ist absolut verdient. Dass Edgar als gelernter Verteidiger zwei Tore schießt, passt heute ins Bild.“
SG Welschbillig: Vollmann – Mäs, Rinnenburger, Junk, L. Roth – Geisen, M. Roth, Elzer, Beckers (56. Eschmann) – Görres (80. Lorig) – Schneider (70. Roso).
SG Ehrang: Barthel – Schwarz, Heck, Schulte, Zingen – Macat (66. Bauer), Hammes, Y. Thömmes, Amberg – Djatschenko (53. Wolff), Lieser.