11ER: Sie haben nach der Niederlage gegen den SV Wasserliesch/Oberbillig auch vom Unterschied in puncto Erfahrung beider Teams gesprochen. Ist die mangelnde Erfahrung Ihrer Spieler im Vergleich zu den gegnerischen in dieser Saison die größte Herausforderung?
Stephan Wicht: Wenn ich mich auf die Spiele beziehe, ist uns die mangelnde Erfahrung leider anzumerken. Machen wir Fehler, werden sie meist bestraft; macht der Gegner welche, werden sie zu oft nicht bestraft. Da fehlt uns einfach die Kaltschnäuzigkeit. In der C-Klasse war es einfacher, Tore zu schießen. Viele unserer Spieler haben keine höherklassige Erfahrung und einige spielen ihr erstes Jahr in der B-Klasse. Hinzu kommt, dass uns erfahrene Spieler verletzt fehlen. Schaut man sich das Hinspiel gegen Irsch an, war das 2:2 glücklich für uns. Irsch hatte Spieler auf dem Platz, die erfahren waren und von denen viele höherklassig spielten. Das merkte man. Aber: Unsere Moral stimmt. Kommt man als neutraler Zuschauer in der 85. Minute zu unseren Spielen, lässt sich wahrscheinlich nicht sagen, wie viel es steht.
11ER: In der Osterwoche absolvierte der FSV Trier-Kürenz ein Spiel gegen die SSG Kernscheid. Wie kam es dazu?
Wicht: Es war ein Ausscheidungsspiel für den OB-Pokal, also eine Art freundschaftliches Pflichtspiel. Beide Mannschaften hatten nicht alle Spieler dabei, aber trotzdem hat man gesehen, dass es die Saison über einen Lerneffekt bei uns gab. Doch einen Unterschied zu Mannschaften wie Wasserliesch, die drei richtig gute Offensivspieler hatten, gibt es immer noch. Auch deshalb ist es gut, dass Mustafa Kamal wieder dabei ist und direkt zwei Tore schoss. Ich hoffe, dass er uns noch mal einen Schub geben kann.
11ER: Das Spiel gegen die SG Saartal II ist das letzte gegen einen direkten Konkurrenten. Was gibt es zur aktuellen Situation zu sagen?
Wicht: Wir spielen noch gegen viele zweite Mannschaften und auch wenn viele davon einige Punkte weg sind, weiß man nie, wer bei ihnen am Ende auf dem Platz steht. Im Endeffekt kommt es auf uns an. Wir müssen in jedem Spiel alles geben, alles auf dem Platz lassen. Kommen wir dann mit Punkten vom Platz, ist es in Ordnung. Reicht es nicht zu Punkten und zwei, drei Spieler gaben nicht alles, müssen wir weiter an uns arbeiten. Kommen wir aber ohne Punkte vom Platz und haben alles gegeben, muss man anerkennen, dass unsere Gegner besser waren. Auch andere Mannschaften können tolle Leistungen zeigen und wenn man selbst alles gegeben hat, kann man Niederlagen akzeptieren. Wenn wir also weiter Moral zeigen und am Ende absteigen, hat es für uns in dieser Liga noch nicht gereicht. Ich finde es schlimmer, mit dem Wissen abzusteigen, dass in einigen Spielen mehr drin gewesen wäre und man nicht alles aus sich rausgeholt hat.
11ER: Im nächsten Spiel steht das Rückspiel mit den Saartalern an. Was erwarten Sie nach dem 2:2 für eine Partie?
Wicht: Ich weiß nicht, wie der Kader von Irsch aussehen wird, doch ich erwarte, dass sie alles Mögliche mobilisieren werden. Wenn sie gewinnen, liegen sie sieben Punkte vor uns und machen einen großen Schritt nach vorne. Wir müssen einfach abwarten, was das Wochenende bringt. Ich hoffe aber, dass die Irscher Toptorschützen nicht dabei sind. So oder so müssen wir unsere Leistung auf den Platz bringen.
11ER: Was gibt das Personal am Wochenende her?
Wicht: Einer unserer erfahreneren Spieler muss arbeiten und fällt aus. Dafür wird ein anderer zurückkehren. Bisher wissen wir noch nicht, wer am Sonntag unser Abwehrchef sein wird, doch das wird sich noch regeln. Wir haben also nicht alle Mann an Bord, werden aber eine schlagkräftige Mannschaft stellen, die alles geben wird.
