11ER: Die Englischen Wochen zuletzt waren sehr anstrengend, aber auch erfolgreich für ihre Mannschaft gelaufen. Vielleicht können Sie nochmal im Einzelnen die Spiele Revue passieren lassen. Waren die Spiele in Sirzenich und Salmrohr die größten Herausforderungen?
Patrick Zöllner: Die Englischen Wochen waren auf jeden Fall intensiv. Wir haben auswärts beim SV Sirzenich, beim SV Tawern (3:1) und beim FSV Salmrohr gespielt sowie zuhause gegen SV Lüxem. Dabei haben wir gegen Mannschaften gespielt, die größtenteils im oberen Tabellenbereich stehen und um die vorderen Plätze kämpfen. Das Spiel in Sirzenich (1:1) war sehr umkämpft und ist unentschieden ausgegangen. Das Spiel in Salmrohr (4:3) war sehr emotional, auch mit Gelben und Roten Karten. Insgesamt war das eine sehr anspruchsvolle Phase gegen starke Gegner, in der wir gute Ergebnisse erzielt haben.
11ER: Die Mannschaft ist nach wie vor unbesiegt in dieser Saison. Das Ziel, sofortige Rückkehr in die Rheinlandliga, ist so gut wie erreicht. Welche restlichen Ziele haben Sie mit der Mannschaft ausgerufen?
Zöllner: Das Ziel Wiederaufstieg wurde bereits vor der Saison klar ausgerufen und hat weiterhin oberste Priorität. Wir sind auf einem sehr guten Weg und haben bei noch sechs ausstehenden Spielen einen Vorsprung von elf Punkten. Trotzdem gehen wir jedes Spiel so an, als wäre es ein Endspiel. Unser Ziel ist es, die Meisterschaft so früh wie möglich perfekt zu machen.
11ER: Wie hat die Mannschaft Ihre Ankündigung, in der nächsten Saison nicht mehr an der Seitenlinie in Tarforst zu stehen, angenommen? Welche Reaktionen gab es darauf?
Zöllner: Die Situation ist nicht ganz einfach zu beantworten. Die Entscheidung ist ja nicht allein von mir ausgegangen, sondern der Verein wollte die Trainerposition frühzeitig klären, während ich zu diesem Zeitpunkt noch keine endgültige Zusage geben wollte, auch aufgrund offener Themen in der Kaderplanung. Wie die Mannschaft das im Einzelnen aufgenommen hat, kann ich schwer beurteilen, das müssten die Spieler selbst beantworten. Was ich aber sagen kann, ist, dass ich mich in der gesamten Zeit im Verein immer sehr wohlgefühlt habe und Tarforst für mich ein Stück weit auch ein sportliches Zuhause geworden ist.
11ER: Wie ordnen Sie die zweite Amtszeit in Tarforst in Ihre Trainer-Vita insgesamt ein?
Zöllner: Man kann auf jeden Fall von einer sehr herausfordernden Zeit sprechen. Ich bin damals in den letzten Spielen der Saison eingestiegen und wir konnten gemeinsam den Abstieg noch verhindern, was natürlich ein sehr schönes Erlebnis war. In der darauffolgenden Saison haben wir dann von Beginn an gegen den Abstieg gespielt. Leider konnten wir diesen am Ende nicht verhindern, auch weil wir mit vielen Unentschieden – insgesamt elf – zu wenige Punkte gesammelt haben. Das war für alle Beteiligten, gerade auch für mich als Trainer, sehr kräftezehrend. In der aktuellen Saison ist die Situation zwar eine andere, aber nicht weniger anspruchsvoll. Es ist ebenfalls eine große Herausforderung, über ein ganzes Jahr hinweg die Motivation, den Fokus und die Konzentration hochzuhalten, um das Ziel Aufstieg zu erreichen, zumal wir einen sehr hartnäckigen Verfolger haben. Was ich aber besonders hervorheben möchte, ist die große Unterstützung, die ich in dieser Zeit von allen Seiten erfahren habe – vom Verein, vom Umfeld und auch von den Zuschauern.
11ER: Wie schätzen Sie das Niveau in der Bezirksliga ein?
Zöllner: Grundsätzlich halte ich die Bezirksliga hier in der Region für eine sehr interessante und reizvolle Liga. Das Spielniveau ist ordentlich und durch die vielen Derbys sowie die kurzen Wege zu den Spielen ist auch immer einiges an Zuschauern vor Ort, was die Liga zusätzlich attraktiv macht. Im Vergleich zur Rheinlandliga ist das Niveau allerdings schon niedriger, vor allem was die Spielgeschwindigkeit angeht. Da ist die Rheinlandliga nochmal auf einem anderen Level.
11ER: Welche Einschätzung treffen Sie zur SG Ruwertal?
Zöllner: Die SG Ruwertal ist eine große Konstante in der Bezirksliga und spielt seit Jahren immer in den oberen Tabellenregionen mit. In der Rückrunde steht ihnen wieder nahezu der komplette Kader zur Verfügung, was sich auch in den bisherigen Ergebnissen widerspiegelt. Die Mannschaft war lange ungeschlagen, bevor sie zuletzt eine Niederlage einstecken musste. Wir haben den Gegner auch selbst beobachtet und kennen ihre Stärken. Gleichzeitig haben wir aber auch ein, zwei Ansätze gesehen, wie wir sie im Heimspiel bespielen können.
11ER: Welche Erinnerungen haben Sie an das Hinspiel?
Zöllner: Das Hinspiel konnten wir mit 5:1 für uns entscheiden. Das Spiel war aber von unterschiedlichen Phasen geprägt. Es gab Abschnitte, in denen wir das Spiel klar dominiert haben, aber auch Phasen, in denen es enger war und die SG Ruwertal zu eigenen Chancen gekommen ist. Unterm Strich war es aber ein verdienter Sieg für uns.
11ER: Was schätzen Sie an Ihrem Trainerkollegen Bastian Jung?
Zöllner: Er ist ein noch relativ junger Trainer und, soweit ich weiß, in seinem ersten Jahr in dieser Rolle. Zuvor war er eher im Teammanagement tätig. Er steht also noch am Anfang seiner Trainerlaufbahn und hat sicherlich noch viele erfolgreiche Jahre vor sich. Die Mannschaft spielt unter ihm einen guten Fußball, und man sieht, dass er gut mit dem Team arbeitet.
