11ER: Sechs Spiele in Folge war ihre Mannschaft zuletzt ungeschlagen. Skizzieren Sie noch mal bitte, welche Verbesserungen ihre Mannschaft in dieser Phase erzielen konnte.

Bastian Jung: Die Mannschaft hat nach einer schwierigen Wintervorbereitung verstanden, dass es nur mit Schönspielen keinen Blumentopf zu gewinnen gibt und, dass wir geschlossen als Mannschaft arbeiten müssen. Dazu gehören insbesondere eine hohe Laufbereitschaft, intensives Zweikampfverhalten und taktische Disziplin. Wir haben nach wie vor Probleme im letzten Drittel und sind vor dem gegnerischen Tor nicht zielstrebig genug.

11ER: Was war denn ausschlaggebend, dass die Mannschaft gegen Salmrohr so eingebrochen ist?

Jung: Gegen Salmrohr haben wir jegliche Intensität im Spiel gegen den Ball vermissen lassen. Wir hatten keine Stimmung und Galligkeit auf dem Platz. Theoretisch müssen wir nach wenigen Minuten mit 2:0 führen, kassieren dann ein zweifelhaftes Tor nach einem klaren Foulspiel und verlieren dann leider komplett den Faden. Salmrohr liegt uns einfach nicht und entwickelt sich so langsam zum Angstgegner, nachdem wir nun in den letzten drei Partien 4:17 Tore kassiert haben. Nach den intensiven Wochen sei der Mannschaft so ein Tag aber auch eingestanden auch, wenn die Art und Weise und die Anzahl der Gegentore natürlich nicht in Ordnung war.

11ER: Wie beschreiben Sie die Entwicklung ihrer Mannschaft nach ihrer Amtsübernahme?

Jung: Wir versuchen, Woche für Woche intensiv zu arbeiten und dabei zusammen als Team Spaß zu haben. Wir stehen defensiv stabil und versuchen im offensiven Bereich, die Verantwortung auf mehrere Schultern zu verteilen. Wir müssen weiterhin an unserer Effizienz und Zielstrebigkeit im letzten Drittel arbeiten.

11ER: Wie gut ist die Bezirksliga in diesem Jahr?

Jung: Mit Tarforst und Schweich sehen wir dieses Jahr zwei Mannschaften, die gefühlt in ihrer eigenen Liga spielen und eine extreme Qualität mitbringen. Generell ist die Liga dieses Jahr extrem stark und ausgeglichen. Wenn du als Mannschaft nicht jede Woche nach an deine einhundert Prozent herankommst, bekommst du es gegen jeden Gegner schwer.

11ER: In welche Tabellenregionen ordnen Sie ihre Mannschaft generell ein?

Jung: Wir versuchen Jahr für Jahr, uns im oberen Tabellendrittel festzusetzen. Wir bezahlen nach wie vor kein Geld im Ruwertal und schaffen es trotzdem, die Qualität im Kader hochzuhalten. Wir haben einige Spieler, die das Interesse von höherklassigen Vereinen geweckt haben, trotz allem bei uns bleiben und von unserem gemeinsamen Weg überzeugt sind. Wir haben einen guten Mittelweg zwischen Spaß und intensivem Arbeiten gefunden. Die Mannschaft funktioniert als Kollektiv, auch wenn es natürlich Spiele gibt, die nicht so laufen, wie wir uns das vorstellen.

11ER: Die Zielstellung, kein Spiel mehr zu verlieren, wurde mit dem 3:7 gegen Salmrohr ad acta gelegt. Was verbleiben für Zielsetzungen?.

Jung: Trotz allem wollen wir die verbleibenden Spiele mit voller Ernsthaftigkeit angehen. Gerade gegen Gegner aus der unteren Tabellenregion ist es uns wichtig, faire und ausgeglichene Wettbewerbsverhältnisse im Abstiegskampf zu schaffen. Wir möchten in jedem Spiel unsere Leistung abrufen, möglichst viele Punkte sammeln und gleichzeitig die Chance nutzen, die ein oder andere taktische Überlegung im Hinblick auf die kommende Saison zu testen. Zudem stehen uns mit Tarforst, Sirzenich und Schoden noch einige attraktive und spannende Partien bevor, auf die wir uns freuen.

11ER: Welche Einschätzung treffen Sie zum Gegner FSV Tarforst?

Jung: Tarforst hat mit Abstand den besten Kader in dieser Saison und schafft es konstant, seine Performance abzuliefern. Nach 24 Spielen ohne Niederlage und einer positiven Tordifferenz von plus 83 dazustehen, sagt eigentlich alles aus. Sie werden natürlich verdient in die Rheinlandliga aufsteigen und auch dort ihren Weg gehen. Paddy Zöllner hat es geschafft, aus vielen individuellen Top-Spielern eine geschlossene Mannschaft zu formen, die Woche von Woche intensiv arbeitet, um jedes Spiel zu gewinnen.

11ER: Welche Erinnerungen haben Sie an das Hinspiel?

Jung: Im Hinspiel haben wir eigentlich ein ordentliches Spiel gemacht und waren vor allem zu Beginn der zweiten Halbzeit am Drücker, haben es aber verpasst, den Ausgleich zu erzielen. Am Ende hat sich das die individuelle Klasse durchgesetzt und wir haben verdient, wenn auch zu hoch, verloren.

11ER: Wie können Sie die Stärken von Joshua Bonn beschreiben?

Jung: Joshi hat ein hervorragendes Stellungsspiel und ein sehr ordentliches Kopfballspiel. Er hat eine enorme Ruhe am Ball und ein sehr gutes Passspiel, vor allem nach vorne. Er muss weiterhin an seiner Geschwindigkeit und Kommunikation auf dem Platz arbeiten und selbstbewusster auftreten. Josh ist aber auf einem richtig guten Weg und hilft uns aktuell enorm weiter.

11ER: Wie charakterisieren Sie Fynn Martin?

Jung: Fynn ist, wenn er die richtige Einstellung hat, einer der besten Box-to-Box Mittelfeldspieler der Liga. Er hat eine unglaubliche Übersicht und lenkt und steuert unser Spiel. Im Defensivbereich hat er in den vergangenen Wochen weiter an sich gearbeitet und seine Stabilität im Zweikampfverhalten verbessert.Trotzdem kann Fynn weiterhin vor allem an seiner Effektivität im letzten Drittel arbeiten, um noch mehr entscheidende Situationen für uns zu kreieren.