11ER: Das letzte Mal war die SG Schöndorf gegen den TuS Schweich II im Topspiel – es war die letzte Niederlage eines verpatzten Starts, auf den in den letzten Wochen mehrere Siege folgten. Wie kam es zu den jüngsten Erfolgen?
Alexander Becker: Ich habe damals noch gesagt, dass wir unbedingt unsere individuellen Fehler abstellen müssen. Darauf haben wir in den letzten Wochen einen extremen Fokus gesetzt und unser System dahingehend angepasst. Wir spielen nun nicht mehr ganz so offensiv und haben jetzt eine bessere Grundstruktur. Nicht falsch verstehen: Wir wollen weiter Offensivfußball spielen, doch nach elf Gegentoren in den ersten drei Spielen mussten wir uns anpassen.
11ER: Sie machen also die bessere Grundstruktur und Stabilität für die bessere Ausbeute verantwortlich?
Becker: Ja, schon. Wir hatten auch vorher gute Momente mit dem Ball, aber wir haben der Mannschaft klar gemacht, das sie nach Ballverlusten schneller hinter den Ball kommen muss. Es geht darum, kollektiv zu verteidigen. Die Jungs merkten schnell, dass die Veränderungen etwas bringen und setzten die Vorgaben gut um. Wir arbeiten jetzt besser gegen den Ball als in den ersten Spielen. Vielleicht dachten auch einige, dass es in der A-Klasse ein Stück weit von alleine geht. Das ist aber falsch. Du gewinnst in der A-Klasse nichts, wenn du nicht körperlich gegenhälst, läufst und die richtige Einstellung hast.
11ER: Trotz der weniger offensiven Ausrichtung schießt ihr Team noch genügend Tore. Ein Beispiel ist Lucas Jungandreas, der nach seinem ersten Treffer gegen Schweich II fünf weitere folgen ließ. Hat sich seine Rolle in den letzten Wochen verändert oder wie ist das zu erklären?
Becker: Die Rolle von Luci hat sich nicht wirklich verändert. Er schoss schon in der Vorbereitung einige Tore. Ich war eher überrascht, dass es in den ersten Spielen nicht so klappte. Da war er vielleicht wie der Rest der Mannschaft nicht drin und verlor einige Bälle. Das war ungewöhnlich, denn er ist jemand, der Bälle extrem gut festmachen kann, vorne immer anspielbar ist und nicht viele Chancen benötigt. Gegen Kordel vergab er auch zwei, drei gute Möglichkeiten. Solche Tage gibt es mal als Stürmer. In den letzten Wochen hat er bewiesen, wieso er so wichtig für unsere Mannschaft ist.
11ER: In Schöndorf sind Sie jetzt wieder mit Daniel Lörscher vereint, der schon damals in Trier-Irsch in Ihrem Trainerteam war. Wie kam es dazu?
Becker: Das ist relativ einfach. Es war eigentlich geplant, dass ich mit Michael Hassani zusammenarbeite, aber das hat sich am Ende der letzten Saison zerschlagen. Ich habe dann schnell zwei, drei geeignete Kandidaten ausgelotet und Gespräche geführt. Mit Daniel hat es schnell klick gemacht. Wir hatten die gleichen Vorstellungen darüber, wie ich seinen Aufgabenbereich sehe und wie wir spielen wollen. Daniel war auch von Anfang an begeistert. So hat das Eine das Andere ergeben.
11ER: Im nächsten Spiel wartet die SG FLRK Fell, die nach einem verpatzten Saisonstart ebenfalls im Aufschwung ist. Was für einen Gegner erwarten Sie?
Becker: Fell war immer eklig zu bespielen und hat immer viele Zweikämpfe gesucht. Zwei, drei wichtige Spieler haben bei ihnen aufgehört, wodurch sie etwas fußballerische Qualität verloren haben. Vielleicht hatten sie deshalb in den ersten Spielen Probleme. Mit Benny Weiler haben sie aber einen Trainer, der weiß, wie man ein Team motiviert und zum Ackern bringt.
11ER: Fell spielte bisher einen kompromisslosen Offensivfußball. Mit 19 Toren stellen sie mit die stärkste Offensive der Liga, kassierten dafür aber schon 16 Gegentore. Wie wollen Sie gegen diese Mannschaft spielen lassen?
Becker: Wichtig wird sein, dass wir wie in den letzten Wochen gemeinsam konsequent verteidigen. Wie hoch oder tief wir stehen, machen wir von unserem Gegner abhängig und davon, wie viele Räume er uns bietet. Wir wollen uns nicht verstecken und wie immer auf einen Ballbesitzfußball setzen, bei dem wir aktiv nach vorne arbeiten und Chancen herausspielen.
11ER: Wie sieht es personell aus?
Becker: Mike Mokelke sollte aus dem Urlaub zurück sein. Jan Junges ist nach seinem berufsbedingten Ausflug nach Amerika ebenfalls zurück. Adrian wird uns länger fehlen.
