11ER: Nach mehreren Jahren, in denen man der Bezirksliga immer näherkam, spielt man nun in ihr. Welchen Eindruck haben Sie von der neuen Klasse?

Daniel Bartsch: Als ich die Mannschaft übernahm, war sie schon eine Art Fahrstuhlmannschaft. Vor ein paar Jahren wurde der Abstieg in die B-Klasse nur verhindert, weil noch eine Mannschaft in die Oberliga aufstieg und sich das auf die Ligen darunter auswirkte. Wir konnten uns seitdem Jahr für Jahr steigern und weiterentwickeln. Hätte ich gesagt, dass wir in vier Jahren in der Bezirksliga spielen, hätten sie mir im Verein alle den Vogel gezeigt. Es war aber schon ein Ziel, dass ich mir persönlich gesetzt habe. Für unseren Verein ist es das erste Mal in der Bezirksliga und wir freuen uns alle darüber. Es ist eine Art Bonussaison für uns – auch wenn wir die Klasse halten und in der Bezirksliga bestehen möchten. Bis auf zwei Spieler spielte niemand unserer Spieler je höher als A-Klasse. Das merkt man, denn wir mussten schon einiges an Lehrgeld zahlen. Das gehört dazu. Was ich verlange, ist, dass wir auf dem Platz 100 Prozent Vollgas geben und mit breiter Brust auftreten. Wir sind als Meister aufgestiegen und haben es verdient, in der Bezirksliga zu spielen. Bisher hat es mit den 100 Prozent immer geklappt – außer im Spiel gegen Daleiden. Da bekamen wir zu spüren, dass es dann auch mal schnell 1:5 ausgehen kann, wenn wir unsere vollen PS nicht auf den Platz bringen. Mit den zwei Siegen sind wir zufrieden, denn das Auftaktprogramm hatte es in sich.

11ER: Der Kader blieb im Vergleich zur letzten Saison praktisch unverändert. Allerdings konnte Ben Kerner von Rheinlandligist SG Schneifel dazugewonnen werden. Wie kam es dazu?

Bartsch: Ben kommt ursprünglich aus unserer Jugend und ist aus Gerolstein. Er ist gut mit meinem Schwager und unserem Spieler Luke Brunner befreundet. Der Kontakt ist deshalb nie abgebrochen. Wir fragen ihn schon seit zwei, drei Jahren, aber es war richtig, dass er es höherklassig versucht. Bei der SG Schneifel bekam er jedoch nicht so viele Einsatzzeiten, die als junger Spieler aber wichtig für die Entwicklung sind. Das sah er irgendwann ein und wir führten im Sommer ein gutes Gespräch. Wir sind alle glücklich, dass er sich für uns entschieden hat. Neben mir ist er der einzige Spieler, der Erfahrung oberhalb der A-Klasse mitbringt.

11ER: Sie sprachen davon, dass man bereits Lehrgeld zahlen musste. Wo sehen Sie aktuell noch Probleme bei Ihrer Mannschaft?

Bartsch: In der A-Klasse war es manchmal so, dass wir in den ersten 20 Minuten abwarten konnten, was unser Gegner macht. In der Bezirksliga muss man von der ersten Minute an hellwach und präsent sein. Ich will nicht sagen, dass wir zu Beginn der Spiele noch schlafen. Gegen Daleiden schenkten wir aber das 1:0 und 2:0 leichtfertig her. Wenn man früh mit zwei Toren hinten liegt, ist es schwer, dass Spiel noch zu drehen. Je höher man in den Ligen klettert, desto höher wird das Tempo und desto mehr werden Fehler bestraft. Daleiden verwertete unsere Fehler eiskalt. Wir müssen versuchen, unsere Fehler in der Bezirksliga zu minimieren.

11ER: Im nächsten Spiel wartet der TuS Ahbach, der bisher nur drei Punkte verbuchte. Was für ein Spiel erwarten Sie?

Bartsch: Wir kennen Ahbach sehr gut und spielten vor ein paar Jahren noch zusammen in der A-Klasse. Es ist ein Derby und ich erwarte ein körperbetontes Spiel. Ahbach ist zweikampfstark und robust, da müssen wir gegenhalten. Ahbach war uns in den letzten Jahren immer einen Schritt voraus. Wir sind froh, dass wir diese Lücke jetzt schließen konnten und mit ihnen, Hillesheim und Ellscheid auf Augenhöhe spielen. Das wollen wir zeigen. Es ist ein Heimspiel-Derby, da werden wir alles daran setzen, zu gewinnen. Wir wollen uns nicht von der Tabelle blenden lassen und wissen, dass mit Ahbach ein ganz dicker Brocken auf uns wartet. Es wird für beide Mannschaften ein wichtiges Spiel.

11ER: Wie sieht es personell für das Wochenende aus?

Bartsch: Unsere Langzeitverletzten Nikodem Szalkowski und Felix Schun fehlen uns weiterhin. Felix Niesen kämpft seit ein paar Wochen mit Adduktorenproblemen und wird ausfallen. Altin Kabashi und Felix Wirtz fehlten gegen Daleiden, sollten aber zurück sein. Robin Koch kann wieder trainieren, aber ob es schon für das Wochenende reicht, müssen wir sehen. Personell sieht es also bis auf die drei Ausfälle gut aus.