11ER: Der SV Wittlich ist als Aufsteiger mit zehn Punkten in die Bezirksliga gestartet und verlor, wenn man unterlag, immer nur knapp. Wie lautet Ihr Fazit zu den ersten Wochen?
Christian Schroeder: Mein Fazit ist, dass wir in den ersten Wochen einen sehr ansprechenden Fußball gespielt haben. Als ich die Mannschaft übernommen habe, wollte ich, dass wir einen modernen, attraktiven Fußball spielen mit einem guten Spielaufbau. Diese Handschrift sieht man. Was uns fehlt, ist die gewisse Reife, die es in der Bezirksliga braucht. Da ist unsere Mannschaft noch etwas zu grün hinter den Ohren. Wir hatten Spiele, in denen wir in der Offensive gute Möglichkeiten nicht nutzten oder in entscheidenden Momenten die falsche Entscheidung trafen. Das hat uns in den ersten sieben Spielen bestimmt sechs, sieben Punkte gekostet. Dieser Lernprozess gehört bei einem Aufsteiger dazu und vor der Saison hätte ich die zehn Punkte unterschrieben. Wenn man sich die Spiele dann aber anschaut, muss es immer unser Antrieb sein, mehr zu wollen.
11ER: Zählt zu diesen Spielen auch die Partie gegen Ahbach, als man die Führung herschenkte und dann eine Rote Karte kassierte?
Schroeder: Das Spiel ist definitiv ein Thema. Gegen Ahbach haben wir uns selbst geschlagen und drei Punkte verloren. Es war bisher unser schlechtestes Saisonspiel. Auch wenn wir einen schlechten Tag erwischen, darf es nie zu dieser Roten Karte oder diesen groben individuellen Fehlern kommen. Wir hätten die Führung niemals abgeben dürfen, doch selbst dann hätten wir die Cleverness haben müssen, wenigstens noch Unentschieden zu spielen.
11ER: Mit Youssef Ragouba, Niklas Cillien und Mattis Duckart haben Sie drei Neuzugänge bekommen. Welchen Eindruck haben diese bisher hinterlassen?
Schroeder: Sie haben einen tollen Eindruck hinterlassen. Mattis kam aus der A-Jugend und muss sich an die Härte und das Körperliche im Herrenbereich gewöhnen. So etwas braucht immer ein paar Monate. Er macht es bisher sehr gut, bringt viel mit und hat eine gute Physis. Im Training präsentiert Mattis sich gut und hat deswegen auch schon einige Spielzeit bekommen. Davon wird er noch mehr bekommen. Niklas war mein Wunschspieler und ich kannte ihn bereits. Seine Qualitäten waren mir also nicht neu und es überrascht mich deshalb auch nicht, dass er aktuell so performt. Youssef war ein kleiner Glücksgriff. Ich habe durch Zufall erfahren, dass er in Wittlich wohnt und in seinem Herkunftsland Marokko eine gute fußballerische Ausbildung hatte. Deshalb haben wir mit ihm gesprochen und ihn zum Training eingeladen. Da hat sich dann schnell seine Qualität gezeigt. Er hatte nicht umsonst schon drei Startelfeinsätze. Er ist ein ganz feiner Techniker, der immer wichtiger für uns wird. Sprachlich hat er noch ein bisschen Probleme, aber auch das wird von Woche zu Woche besser.
11ER: Im nächsten Spiel wartet der SV Trier-Irsch. Als Aufsteiger stehen die Irscher bei elf Punkten und konnten – beispielsweise mit dem Sieg gegen Salmrohr – ihre Qualitäten unter Beweis stellen. Was für ein Spiel erwarten Sie?
Schroeder: Ich glaube, dass Irschs Spielweise über das Physische und Körperliche kommt. Sie haben gegen stark einzuschätzende Mannschaften gewonnen oder knappe Ergebnisse gehabt. Das zeigt die Qualität, die Irsch hat. Ihr Trainer bringt viel Fußballerfahrung mit und das merkt man daran, wie gut sie auf ihre Gegner eingestellt sind. Irsch wird eine harte Nuss und ich erwarte ein enges Spiel.
11ER: Wie sieht es personell aus?
Schroeder: Wir sollten zumindest so wie gegen Saartal besetzt sein. Tom Naguschewski verletzte sich bei einem beruflichen Einsatz am Knie und fehlte deshalb in der letzten Woche. Es scheint jetzt aber nicht so schlimm wie erwartet zu sein. Wenn er diese Woche trainieren kann, ist er ein Kandidat für unseren Kader. Ansonsten sollten wir den Kader der letzten Woche zusammenhaben.
Foto: Verein
