11ER: Nach sieben Spieltagen hat die SG Weintal zehn Punkte verbucht, hatte aber in dem ein oder anderen Spiel die Chance auf mehr Zähler. Wie zufrieden sind Sie mit der bisherigen Ausbeute?
Dominik Bosl: Es ist eine gemischte Stimmungslage. Ich glaube, aus den ersten fünf Spielen sollten wir drei Punkte mehr mitnehmen. Gegen Schillingen waren wir die spielbestimmende Mannschaft, verlieren aber in der 90. Minute durch einen Strafstoß. Da versäumten wir es, vorher die Tore zu machen und das Spiel für uns zu entscheiden. Auch gegen Pluwig war mehr drin, weil wir über große Teile des Spiels den Ton angaben. Der Sieg war für Pluwig am Ende aber nicht unverdient. Hätte mir vor der Saison jemand gesagt, dass wir nach sieben Spieltagen zehn Punkte haben können, hätte ich sie genommen. Jetzt sehen wir, dass etwas mehr möglich gewesen wäre.
11ER: Sie wären mit zehn Punkten nach sieben Spielen zufrieden gewesen. Mit welchem Ziel sind Sie in diese Saison gestartet?
Bosl: Nach der letzten Saison, in der wir noch relativ lange um den Klassenerhalt spielten, ist es unsere Zielsetzung, die Klasse frühzeitig zu sichern. Wir sind im zweiten Jahr und da ist es oft schwieriger. Das Potential für mehr ist auf jeden Fall da. Die Liga ist aber ausgeglichener als letztes Jahr und von Platz drei bis zehn ist für uns alles möglich – abhängig davon, wie wir unsere Spiele gestalten. Unsere größte Baustelle ist aktuell, dass wir zu viele Torchancen für unsere Tore benötigen. Das sieht man auch an unserem Torverhältnis. Unser etatmäßiger Stürmer Jonas Weiland kommt langsam nach seinem Kreuzbandriss zurück, deswegen hoffen wir noch vor Ende des Jahres auf Besserung.
11ER: Ein Spieler, der bereits mehrfach traf, ist Lucas Huwer. Haben Sie ihn von der zweiten Mannschaft hochgezogen?
Bosl: Lucas hat in der letzten Saison bei unserer zweiten Mannschaft 20 plus Tore geschossen, daher wollten wir ihm die Chance in unserem Kader geben. Er macht sich gut, aber bei Lucas ist es so, dass er beruflich richtig ackert. Er ist Garten- und Landschaftsbauer und hat Rückenprobleme. Das Tempo der A-Klasse belastet ihn zusätzlich körperlich. Es ist schon beeindruckend, wie sehr er im Training und im Spiel leiden kann. Gegen Pluwig war er leider raus, ist an diesem Wochenende aber hoffentlich wieder dabei. Wir sind froh, einen Spieler wie ihn zu haben.
11ER: Sie haben ja auch noch einen jungen Spieler wie Julien Messerschmidt im Team, der schon einige Einsatzzeit sammelte …
Bosl: Julien ist neben Ben Faber, Fynn Geib oder Moritz im Tor einer unserer jungen Spieler. Ben und Julien könnten eigentlich noch A-Jugend spielen, rückten aber schon in diesem Jahr in unseren Kader auf. Julien spielt mit seinen 18 Jahren auf der Sechs oder der Acht. Er ist sehr stark am Ball, hat eine hohe Spielintelligenz und ist auch läuferisch stark. Gegen den Ball kann er riesige Räume zulaufen, weil er die nötige Geschwindigkeit mitbringt. Es macht wirklich Spaß, Julien im Training und in den Spielen zu sehen. Ich bin überzeugt, dass die A-Klasse bei ihm nicht das Ende bedeutet.
11ER: Im nächsten Spiel wartet der SV Trier-Olewig, der nach seiner Auftaktniederlage sechs Spiele in Folge gewann. Wie schätzen Sie diesen Gegner ein?
Bosl: Wir haben die letzten Jahre nicht so oft gegen Olewig gespielt, aber ich kenne ihren Trainer Denys Surma etwas länger. Auch ihren Kapitän Matthias Birkel kenne ich von verschiedenen Geburtstagen. Die Mannschaft ist in der letzten Saison nochmal weiter zusammengewachsen und durch einen Endspurt aufgestiegen. Dass sie jetzt so gut stehen, hätte wohl kaum jemand erwartet. Olewig wird daher viel Selbstvertrauen haben und auf Sieg spielen. Ich schätze sie als körperlich robuste Mannschaft ein, die viel Erfahrung in ihren Reihen hat. Das ist nicht gut, denn mit solchen Mannschaften haben wir unsere Probleme, weil wir eines der jüngsten Teams der Liga sind. Wir wollen aber keine Punkte herschenken und wie Olewig gewinnen.
11ER: Wie sieht es personell aus?
Bosl: Es sieht gut aus. Matthias Kugel wird uns urlaubsbedingt fehlen, doch ein paar andere Spieler sollten zurückkommen. Auch Carsten Schu, der uns Stabilität bringt.
