11ER: Der FSV Trier-Kürenz startete mit zwei Niederlagen in die Saison und zeigte dabei Ungewöhnliches: Stand man letzte Saison meist stabil, kassierte man nun bereits zwölf Gegentore. Was können Sie zu diesem Start sagen?

Stephan Wicht: Unser erstes Pflichtspiel war das Pokalspiel gegen Schweich III, das wir 1:2 verloren. Da war ich noch sehr zufrieden mit unserer Defensivleistung, denn wir ließen wenig zu. Das war in den ersten Saisonspielen leider anders. Wir kassierten je Spiel sechs Treffer, wobei rund zehn der zwölf Gegentore aus individuellen Fehlern entstanden sind. Sei es das Stellungsspiel oder ein verunglückter Pass – die Fehler waren nicht mal wirklich erzwungen, was es umso ärgerlicher macht. Die vielen Gegentore sind alles andere als optimal und jetzt stehen wir nach zwei Spielen mit null Punkten da. Mit fünf erzielten Toren haben wir dafür einen besseren Schnitt als in der letzten Saison. Aber klar, so kann es nicht weitergehen. Gerade weil unsere Gegner auch noch einige Chancen liegen ließen. Tawern verschoss zum Beispiel noch einen Elfmeter. Die individuellen Fehler müssen wir schnellstmöglich abstellen.

11ER: Sechs der zwölf Gegentreffer fielen nach der 70. Minute und an den ersten beiden Spieltagen war der Kader dünn besetzt. Ging Ihrer Mannschaft vielleicht einfach die Luft aus?

Wicht: Das würde ich eigentlich nicht sagen. Gegen den VfL Trier II schossen wir zum Beispiel spät das 2:4. Dann machte der Gegner Anstoß und schoss den Ball von der Mittellinie ins Tor. Wir schnupperten Luft und kassierten direkt das 2:5. Gefühlt verharrte die Mannschaft einfach fünf Sekunden auf dem Platz und konnte nicht glauben, was gerade passierte. Es war ein Gegentreffer, der ganz gut unsere ersten beiden Saisonspiele widerspiegelt. 

11ER: Sie haben es schon angesprochen: In der Offensive läuft es dafür besser. Miguel Hutmacher traf bereits drei Mal und hat damit fast seinen Wert der letzten Saison erreicht. Hat sich seine Rolle verändert oder profitiert er davon, dass Mustafa Kamal jetzt von Beginn an dabei ist?

Wicht: Miguel war in der letzten Saison oft beruflich verhindert und konnte daher nicht regelmäßig trainieren. Jetzt hat er wieder mehr Zeit und war in der Vorbereitung voll da. Davon profitiert er – genau wie von Mustafa. Die beiden harmonieren gut und zwei von drei Treffern legte Mustafa vor. Das Dritte erarbeitete sich Miguel ganz von alleine. Die beiden dürfen gerne die ganze Saison über so weitermachen.

11ER: Mit Tim Erkel haben sie jetzt auch einen 17-Jährigen in den eigenen Reihen … 

Wicht: Tim ist ein Jugendspieler von uns. Da wir keine richtige A-Jugend mehr haben, zogen wir ihn nach oben. Bisher hat er seine Sache wirklich gut gemacht. Er ist sehr fleißig und ich hoffe, dass es genauso weitergeht.

11ER: Jetzt wartet die DJK St. Matthias Trier II, mit der man sich in der letzten Saison enge Spiele bot. Wie schätzen Sie Ihren kommenden Gegner ein?

Wicht: Unsere Gegner sind mir erst einmal egal, weil wir auf uns schauen müssen. Ich hoffe, dass wir die individuellen Fehler in dieser Woche abstellen. Zweitvertretungen sind zu Saisonbeginn aber oftmals besser besetzt. Matthias’ 3:1 gegen Sirzenich II hat mich etwas überrascht, da ich Sirzenich sehr stark einschätze. Ein neuer Trainer bringt vielleicht noch mal neuen Schwung. Ich sehe uns gegen Matthias als Außenseiter, doch in dieser Rolle waren wir in der letzten Saison auch schon oft. Jetzt gilt es, diese Rolle zu nutzen und zu punkten.

11ER: Wie sieht es personell aus?

Wicht: Insgesamt sieht es ordentlich aus. Manuel Hildebrandt war letzte Woche leider verhindert und hat aktuell Atemprobleme. Da wissen wir erst am Donnerstag, ob es für ihn reicht. Sein Ausfall wäre ein Rückschlag für uns. Schon letzte Saison konnte er aufgrund einer hartnäckigen Fußverletzung kaum spielen.