Der erste Auftritt von Interimstrainer Michael Fleck, der mit Oliver Sollner bis zum Saisonende beim VfL Trier an der Seitenlinie stehen wird, verlief erfolgreich.


Die Heiligkreuzer haben den freien Fall gestoppt und sich mit dem 4:3-Sieg in Serrig wieder aus den Abstiegsrängen gehievt. Dabei erlebten die Gäste einen turbulenten und wechselhaften Spielverlauf. Den Siegtreffer erzielte mit Jarolin Wozniak ausgerechnet jemand, der sein Startelfdebüt beim VfL gab. Nachdem Arne Hackmann noch in aussichtsreicher Position vergeben hatte, war es Jon Rollo, der nach einer schnellen Umschaltaktion gemeinsam mit dem als Kapitän fungierenden Raul Cosano Kreutzer vor dem Saarburger Tor aufkreuzte und den präzisen Querpass dankend annahm – 0:1 (6.). Simon Beiser, Rollo und Kreutzer hätten getrost nachlegen können, scheiterten aber an ihrer mangelhaften Präzision im Abschluss. Nach einer halben Stunde kamen die Hausherren besser in die Partie und durch Johannes Carl zum Ausgleich. Der nutzte eine Flanke von Martin Baumann mit einem trockenen Schuss ins Eck zum 1:1 (32.). Nachdem der Serriger Spielertrainer nach einem Lattentreffer von Olaijde Akanbi den Abpraller am leeren Tor noch vorbeischob, machte es Carl mit dem Halbzeitpfiff besser. Er setzte sich im Mittelfeld stark durch, ließ sich auch in der Box nicht von VfL-Spielern abschütteln und traf zum 2:1 ins rechte Eck. Helle Aufregung herrschte kurz nach Wiederbeginn, als Simon Beiser die Riesenchance zum 2:2 auf dem Schlappen hatte, dessen Schuss aber im allerletzten Moment von einem Serriger Verteidiger auf der Linie geklärt wurde. Die vermeintliche Vorentscheidung erzwang Akanbi in der 57. Minute, als der 25-jährige offensive Mittelfeldspieler einen zuvor geblockten Schuss von Carl zum 3:1 abstaubte. Das sollte die letzte zwingende Angriffsaktion der Saar-SG gewesen sein, denn ab sofort übernahm der VfL wieder das Kommando. Nach Freistoß von Hackmann legte Kreutzer am zweiten Pfosten stehend auf Beiser ab, der keine Mühe hatte, einzuschieben – 3:2 (62.). Nur fünf Minuten später egalisierten die Gäste aus Trier. Nach Vorarbeit von Matheus Maciell war Tom Kruse mit dem 3:3 zur Stelle. Der für Maciell in der 82. Minute erneut eingewechselte Wozniak traf dann mit dem 4:3 zur Entscheidung. Ein Fauxpas eines Serriger Verteidigers, der unbedrängt Wozniak den Ball in den Fuß spielte, welcher cool blieb und drei Minuten vor Ultimo einschob, bedeutete das Ende aller Träume für die SG, die jüngste Niederlagenserie zu stoppen. Es war die vierte Pleite in Folge. VfL-Co-Trainer Oliver Sollner zeigte sich angetan von der Leistung der Mannschaft. „Es war, wie so oft schon in dieser Saison, eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Wenn du nach sechs Minuten führst und nach 60 Minuten mit 1:3 hinten liegst, sind es verschiedene Gefühlswelten, die auf dich einprasseln. Es war purer Willen, das Spiel doch noch zu drehen. Das Team kann sehr zufrieden und stolz auf diese Leistung sein. Wir haben immer mal wieder zu viele Lücken in der Arbeit gegen den Ball offenbart. Maurice Mangerich hat uns vor der Halbzeit mit einer überragenden Parade vor dem 1:3 bewahrt. Die Mannschaft ist über den Kampfgeist zu einem verdienten Sieg gekommen, auch wenn der hintenraus ein bisschen glücklich ist. Wir haben einen immensen Aufwand betrieben und sind nach dem 1:3 wieder aufgestanden. Jarolin hat das Vertrauen, das wir in ihn gesetzt hatten, komplett zurückgezahlt und sich das Siegtor absolut verdient.“ Serrigs Co-Spielertrainer Johannes Carl zog dieses Fazit: „Zunächst mussten wir froh sein, dass es nur 0:1 stand, weil wir gar nicht gut drin waren und der VfL aggressiv und bissig agierte. Erst nach einer halben Stunde haben wir Spielkontrolle und Ballbesitz bekommen und sind verdient in Führung gegangen. Richtigerweise haben wir auch das 3:1 nachgelegt, uns dann aber wieder dumm angestellt und zu viele individuelle Fehler fabriziert, die zu drei Gegentoren führten. Der VfL hatte die deutlich besseren Chancen und hat sich die drei Punkte auch verdient.“