Die SG Haag II klammert sich an ihre Minimalchance auf den Klassenerhalt und wahrte diese mit einem Sieg gegen die SG Kenn II. Die Unterlegenen hingegen verpassten ihren ersten Matchball auf den Ligaverbleib.
Mit einem Sieg und einer gleichzeitigen Niederlage der SG Geisfeld II wäre der Klassenerhalt der SG Kenn II praktisch perfekt gewesen. Daraus wurde jedoch nichts, denn Schlusslicht SG Haag II hielt die Minimalchance auf den Ligaverbleib am Leben und entschied die Partie für sich.
Nicht ganz unverdient, wie Kenns Co-Trainer Björn Berens erklärte: „In der ersten Halbzeit war es das erwartet eklige Auswärtsspiel. Haag war körperlich sehr robust und beide Teams hatten zwei Großchancen. Das 0:0 zur Pause ging deshalb in Ordnung. In der zweiten Halbzeit bekamen wir einen Ball nicht sauber geklärt und Haag lupfte aus 20 Metern über unseren Torwart. Ein einfaches und aus unserer Sicht dummes, vermeidbares Tor. Im Anschluss stand Haag tief, rührte Beton an und setzte Nadelstiche. Ein Ballverlust führte zum 2:0. Wir waren im Anschluss am Drücker, erzielten den Anschlusstreffer aber zu spät. Danach waren wir zwar besser, hatten jedoch nicht mehr die Zeit, um das Spiel noch zu drehen.“
In Hälfte zwei schoss Edson Medina Livramento da Cruz die Hausherren per Doppelpack (50., 55.) in Führung. Der Anschlusstreffer von Kenns Till Augustin (86.) kam zu spät, um den Haagern noch einen Punkt streitig zu machen. Ein Erfolg, durch den die SGH-Reserve ihr Konto auf sieben Punkte aufstockte. Die Hoffnung auf den Klassenerhalt, der nur bei idealen Ergebnissen möglich ist und Entscheidungsspiele erfordern würde, lebt damit weiterhin.
Kein Wunder also, dass Haags Trainer Timo Marx von der Leistung seiner Elf hellauf begeistert war: „Wir wussten, dass es mit Kenn eine harte Nuss warten würde. Mit einem Sieg gegen uns hätten sie den Klassenerhalt klarmachen können. Wir hatten zwei AH-Spieler, drei angeschlagene Spieler und nur drei Mann auf der Bank, Kenn einen breiten Kader. Trotzdem waren wir in der ersten Halbzeit besser, führten harte, aber faire Zweikämpfe und suchten Abschlüsse. Vor der zweiten Halbzeit, die immer so unser Problem war, pushten sich die Jungs gegenseitig. Wir machten dann genauso weiter und gingen in Führung. Über die 90 Minuten investierten wir sehr viel. Bis auf die letzten zehn Minuten, als es einen Bruch gab und Kenn nach dem Anschlusstreffer drückte, war es ein super Spiel. Wir hatten auch das Glück, dass wir die ganze Saison über nicht hatten. Auch alle verletzten Spieler waren da und unterstützten die Mannschaft. Ich bin total stolz auf das, was die Jungs heute geleistet haben. Ein großes, großes Lob ab alle. Auch an Kenn, die eine sehr faire und sympathische Mannschaft waren.“
Foto: Archiv/Sandra Maes
