11ER: Am letzten Spieltag glückte gegen die SG Ruwertal II der erste Erfolg in 2026. Was klappte in dieser Partie besser als in den Wochen zuvor? Oder lag es größtenteils an den Gegnern?
Björn Berens: Prinzipiell würde ich die Spiele unterscheiden. Gegen Kordel waren wir chancenlos. Wir hatten gegen einen starken Gegner auch personelle Probleme und konnten diese in keiner Weise kompensieren. Das Heimspiel gegen Thalfang war eine ähnliche Leistung wie gegen Ruwertal: Wir waren gallig in den Zweikämpfen, spielten mit, konnten aber leider unsere Chancen zur Führung nicht nutzen. Hintenraus ließen dann unsere Kräfte nach. Gegen Ruwertal kamen wir gut ins Spiel. Sie waren vielleicht etwas überrascht von unserer Spielweise und den letzten Ergebnissen. Der Ausgleich per Freistoß gab uns einen Schub und wir konnten das Spiel drehen. In der zweiten Halbzeit mussten wir dem hohen Aufwand Tribut zollen, schafften es aber, vieles wegzuverteidigen und die Null zu halten. Ich kann den Jungs für diese Leistung nur ein Kompliment machen.
11ER: Die SG Kenn II befindet sich in ihrem ersten B-Klassen-Jahr. Worin sahen Sie bisher die größte Herausforderung?
Berens: Es ist ein sehr großer Schritt von der C- in die B-Klasse. Wir spielen jetzt gegen viele erste Mannschaften und A-Klassen-Absteiger, was einen Unterschied ausmacht. Wir testeten im Sommer gegen einige B-Ligisten und merkten sofort, dass Fehler viel schneller bestraft werden. Die Mannschaften sind taktisch besser geschult, eingespielter und defensiv stabiler. Da können bereits einige wenige Fehler zu Niederlagen führen. Als zweite Mannschaft kommen dann natürlich noch personelle Wechsel und Schwankungen hinzu, aber das hatten wir vor der Saison erwartet. Wir haben es mittlerweile aber ganz gut geschafft, uns an die Spielweise der B-Klasse anzupassen.
11ER: Mit dem Ruwertal-Sieg hätte Ihr Team einen großen Schritt zum Klassenerhalt gehen können, doch Verfolger Geisfeld II siegte ebenfalls. Aus dem Dreikampf ist mittlerweile ein Zweikampf geworden. Was wird in den finalen Wochen der Saison entscheidend sein?
Berens: Wir haben kurz vor dem Saisonende noch ein direktes Duell und es kann sein, dass es ein entscheidendes um den Klassenerhalt wird. Beide Mannschaften haben aber gezeigt, dass sie auch gegen höher angesiedelte Mannschaften überraschend Punkte sammeln können. Das macht es noch mal spannender. Wir werden versuchen, uns vor dem direkten Duell ein Polster zu erarbeiten und vor allem in unseren Heimspielen Punkte zu sammeln. Wenn das nicht klappt, werden wir das direkte Duell gerne annehmen. Auf solche Spiele freut man sich ja auch.
11ER: Im nächsten Spiel wartet der TuS Mosella Schweich III, den man im Hinspiel am Winzerkeller mit 0:2 schlagen konnte. Was für ein Spiel erwarten Sie an diesem Wochenende?
Berens: Auch wenn es das Spiel zwischen einer zweiten und dritten Mannschaft ist, ist es ein Derby, auf das wir uns alle freuen. Am Winzerkeller machten wir unser bestes Spiel dieser Saison. Wir ließen nicht viel zu und nutzten unsere Chancen eiskalt. Es war eine Leistung von uns, wie ich sie mir in der B-Klasse vorstelle. Ich schätze Schweich jetzt stärker ein als in der Hinrunde und erwarte einen schweren Gegner, der die Niederlage wiedergutmachen möchte. Wir freuen uns auf das Spiel.
11ER: Wie ist die personelle Lage vor dem Derby?
Berens: Wir reden nicht gerne über die Personalsituation, weil alle Mannschaften in dieser Phase Ausfälle zu beklagen haben. Das darf also nicht den Ausschlag geben. Unser Lazarett hat sich aber bis auf zwei, drei Langzeitverletzte – inklusive mir – ein wenig gelichtet. Zuletzt hatten wir eine super Verstärkung durch unsere A-Jugend. Gegen Ruwertal spielten drei A-Jugendliche von Beginn an und machten einen super Job. Es kam auch immer wieder Verstärkung unserer ersten Mannschaft durch Spieler, die dort nicht zum Zug kamen. Wie gesagt: Ausfälle hat jede Mannschaft und sie sollen keine Ausrede sein. Wir werden eine schlagkräftige Truppe auf dem Platz stehen haben.
