11ER: Ihre Mannschaft eilt von Sieg zu Sieg, ist seit vier Ligaspielen nicht nur ungeschlagen, sondern stets auch siegreich. Welche Gründe sehen Sie für diesen Riesenlauf?

Ahmed Boussi: Schaut man genauer hin, sind es inklusive Pokalwettbewerb sogar fünf Spiele, die wir in Folge gewonnen haben. Die Gründe sind vielschichtig, doch ich nenne mal nur zwei, drei davon. In der Winterpause haben wir viel an unserer Physis gearbeitet. Unsere Physios haben ein spezielles Athletiktraining ausgearbeitet. Wir haben zudem wenig Verletzte und sind weitgehend gesund geblieben. Spielerisch sind wir in fast jedem Spiel dominant, sind auch in schwierigen Phasen weiter gereift und haben einen großen Schritt nach vorne gemacht. Spiele, die auf Messers Schneide standen, haben wir meist für uns entschieden. Das betrifft vier Partien, die wir in der Nachspielzeit gezogen haben, wie zuletzt zweimal gegen den VfL Trier. Diese Ergebnisse resultieren aus einer gewissen mentalen Stärke, weil die Köpfe frei sind und jeder Spieler eine entsprechende Mentalität mitbringt.

11ER: Wenn man Tabellenführer ist, beschäftigt man sich auch mit möglichen Aufstiegsszenarien. Ist die Bezirksliga schon in den Köpfen?

Boussi: Die Spieler wollen sich nicht mehr freisprechen von irgendwelchen Nebengeräuschen. Ziel ist, dort oben zu bleiben. Wenn es Platz zwei werden sollte, dann ist es so. Dann hat sich der Erste den Aufstieg auch verdient. Dann können wir immer noch über die Relegation aufsteigen. Doch wir wollen uns auch nicht verrückt machen lassen. Nach jetzigem Stand ist die Bezirksliga realistisch. Wir sind extrem fokussiert, auf dem ersten Platz zu verbleiben. Es wäre ja auch kaum darstellbar, wenn wir nach so einer stabilen Rückrunde davon reden würden, unter die ersten Vier zu kommen.

11ER: Was ist denn im Endspurt der Saison nötig, um Platz eins zu verteidigen? Denn die Konkurrenz schläft nicht.

Boussi: Wir müssen einfach Woche für Woche unsere Stärken auf den Platz bringen – ob mit oder gegen den Ball. Die Jungs müssen in jedem Spiel auf die Details achten und die gleiche Bereitschaft mitbringen wie zuletzt auch. Nicht zu verkrampfen und eine gewisse Gelassenheit an den Tag zu legen, ist wichtiger denn je. Natürlich ohne dabei den Fokus und die Seriosität zu verlieren. Fußball ist ein Geduldsspiel. Wenn man in der vierten Minute der Nachspielzeit den Siegtreffer erzielt, ist das auch in Ordnung und völlig legitim.

11ER: Es geht jetzt in einem doppeldeutigen Spiel bei der FSG Ehrang um alles – das betrifft wichtige Punkte für den Titelkampf, aber auch einen möglichen Einzug ins Kreispokalfinale. Welchen Stellenwert hat denn der Pokal für Ihre Mannschaft?

Boussi: Beide Partien tragen Endspielcharakter und sind gleichermaßen wichtig. Es ist für mich oder für uns ein Mix aus beiden. Die Meisterschaft ist primär, doch auch der Pokal spielt bei der DJK St. Matthias eine wichtige Rolle und genießt einen besonderen Stellenwert. Alle Spieler sollten besonders motiviert sein. Im Gegensatz zum Ligaspiel, wo das Ergebnis nach 90 Minuten in die Wertung einfließt, könnte es im Pokal auch über 120 Minuten gehen oder gar ins Elfmeterschießen. Jeder Spieler sollte also 120 Minuten wach und konzentriert sein.

11ER: Welche Stärken bringt Josip Komso mit?

Boussi: Josip ist sehr fleißig, ein Fitness-Guru, der im Gym so manche Extraeinheit betreibt. Er ist ein explosiver Spieler, der eine enorme Geschwindigkeit und einen Wahnsinns rechten Fuß mitbringt. Durch seine Körperstatur ist Josip zu einem Kämpfertypen geworden, der auch viel Defensivarbeit verrichtet. Er hat zuletzt einige Male getroffen und im wichtigen Spiel gegen den VfL Trier einen Doppelpack geschnürt. Seine beiden Ausgleichstore waren immens wichtig.

11ER: Wer ist Jakob Distino? Was ist das für ein Spielertypus?

Boussi: Jakob ist 18 Jahre jung und kommt aus der Tarforster Jugend. Er agiert selbstlos und stellt sich in den Dienst der Mannschaft. Durch seine Körperlichkeit strahlt Jakob eine große Präsenz aus. Er gilt als kräftiger Mittelstürmer, der die Bälle gut festmacht, technisch gut ausgebildet ist und extrem kopfballstark daherkommt. Jakob ist ein sehr torgefährlicher Stürmer, eben wie man sich einen echten Neuner so vorstellt.