Die Bezirksliga geht in ihre heiße Phase eines goldenen Herbstes, bei der einige Vorentscheidungen fallen könnten. Mit Beginn des zweiten Saisondrittels stellt sich zunächst primär die Frage, wer den FC Bitburg auf dem Weg zum Titel aufhalten kann. Rot-Weiss Wittlich, der Geheimfavorit vor der Saison, scheint es nicht zu sein. Es sei denn, der Branchenführer steht sich selbst im Wege. 

SG Wittlich – SG Rascheid
Nach vier Siegen in Folge ist die Brust bei den Kreisstädtern breit. „Wir genießen den derzeitigen Erfolg, müssen aber auch mit Rückschlägen rechnen und sind darauf vorbereitet. Doch wir wollen auch gegen einen unbequemen und kampfstarken Gegner wie Geisfeld drei Punkte holen“, gibt sich Wittlichs Coach Christoph Krähling vor der Partie kämpferisch. Die topmotivierte und noch sehr junge Truppe möchte die gute Stimmung möglichst bis in die Winterpause transportieren. Ob der grippegeschwächte Tim Jakobs eine Option ist, muss abgewartet werden. Die Hochwälder haben nach drei Erfolgen in Serie Oberwasser bekommen und fahren mit großem Selbstbewusstsein an den Lüxemer Grünewald. Aus den vier Spielen, die das Team von Sven Gaspers und Christian Alt gegen Mitkonkurrenten wie Bettingen, Badem, Leiwen und Schillingen siegreich gestalten wollte, haben die Rascheider zehn Punkte mitgenommen. „Wir werden deshalb mit breiter Brust nach Wittlich fahren, um dort auch was mitzunehmen. Es wäre umso schöner, wenn wir mit einem Sieg dann gemeinsam mit beiden Mannschaften nach Riol zum Oktoberfest fahren könnten“, hat Gaspers Großes vor. Gaspers selbst hat seine Rotsperre verbüßt und steht wieder im Kader.
WIL-Lüxem, Fr., 25.10., 20.00h

SG Badem – SG Wallenborn
Für Wallenborn ist es das einzig wahre Derby in der Bezirksliga, denn zwischen Wallenborn und Badem liegen lediglich 14 Kilometer. Da Badem seine Auswärtspartie in Leiwen mit 2:0 gewann und Wallenborn sowieso bärenstark unterwegs ist, werden die sicherlich 400 bis 500 Zuschauer wohl auf ihre Kosten kommen. „Es kann schnell gehen, wenn man in der Bezirksliga ein paar Mal in Serie gewinnt. Als wir vor drei Wochen gegen Rascheid spielten, waren sie Letzter, nach drei Siegen jetzt sind sie Achter. Unten ist alles eng zusammen, es steht einiges auf dem Spiel. Für uns ist es das zweite Derby nach Bitburg in Folge. Wir hoffen unter Flutlicht auf viele Zuschauer und drei Punkte, doch Wallenborn ist Favorit“, weiß Badems Trainer Roger Reiter eine große Kulisse hinter sich. Marius Reichel und Luca Hardt stehen wieder bereit, doch Tobias Stoffel wird sich in Bälde in Richtung SG Herforst/Preist in die Eifeler A-Liga verabschieden. Wallenborns Coach Stephan Zimmer vertraut auf seinen wieder kompletten Angriff um Sebastian Zimmer und Sebastian Hilgers sowie auf die Steigerungsfähigkeit seiner Mannschaft. „Wenn wir die gute Leistung gegen Bitburg wiederholen, gewinnen wir das Derby. Wir wollen schließlich mit einer guten Stimmung zum Oktoberfest nach Riol reisen“, verriet Zimmer mit einem Augenzwinkern.
Badem, Sa., 26.10., 16.00h
SG Saartal – SG Arzfeld
Vor gewohnt großer Zuschauerkulisse hat die SG Saartal die volle Punktzahl im Visier. Die Wichtigkeit der Partie gegen das drittbeste Auswärtsteam der Liga bringt Trainer Heiko Niederweis auf den Punkt: „Wir hatten die ersten Fünf der Tabelle, jetzt kommen die direkten Konkurrenten, gegen die wir punkten müssen. Gegen Arzfeld wird einiges auf uns zukommen, sie haben mit dem 7:0 gegen Ralingen ein starkes Ausrufezeichen gesetzt.“ Personell sieht es wieder richtig gut aus bei den Saartalern, denn mit Leo Gombert, Keven Schuh, Timo Grafe, Christopher Bösen und Tim Helmstetter stehen weitere Alternativen bereit. Bei Arzfeld fällt Manuel Mombach noch drei Wochen verletzt aus. Andreas Theis: „Es wird ein hartes Stück Arbeit auf uns zukommen, doch wir wollen dort gewinnen.“
Schoden, Sa., 26.10., 17.30h

SG Ralingen – SG Ruwertal
Ralingens Coach Martial Servais bezeichnete den Auftritt seiner Elf in Daleiden als „Arbeisverweigerung“. „So eine Niederlage werde ich nicht so einfach hinnehmen. Keiner hat auch nur annähernd seine Leistung gebracht.“ Er kündigt personelle Konsequenzen an. Um der Mannschaft noch mal positiv ins Gewissen zu reden, hat sich zum Training eigens der Vorsitzende Klaus Pallien angekündigt. „Gegen Ruwertal muss eine Reaktion her, es zählt nur ein Sieg. Und den sollten wir über eine positive Grundaggressivität und mit der richtigen Körpersprache erreichen.“ Jannik Stadler, Stefan Keuler und Jens Ernzerhof sind wieder am Start, Pascal Mertens wird studienbedingt (in Mainz) fehlen. Der Dreier gegen Konz könnte indes für die SG Ruwertal Gold wert sein. Denn die Personalmisere dürfte auch in den kommenden Wochen kaum Entspannung erfahren. Jonas Jung wird in Kürze in Pforzheim am Kreuzband operiert, Bastian Jung und Pascal Fuchs haben aufsteigende Form nachgewiesen. Dominik Stehle ist fest eingeplant, auch Dreni Mehani wäre eine Option. Christoph Morbach hingegen fällt nach seiner Roten Karte noch drei weitere Spiele aus. Jan Stoffels: „Die Höhe der Strafe von Christoph Morbach trifft uns besonders hart und ist schwer in Verbindung zu bringen mit einer gerechten Verhältnismäßigkeit und der Wirklichkeit, was damals auf dem Platz gegen Rascheid passiert ist.“
Godendorf, So., 27.10., 14.45h

FC Bitburg – RW Wittlich
Was sich vor einigen Wochen noch wie ein echtes Spitzenspiel angefühlt hätte, wird für die Gäste aus Wittlich eine harte Bewährungsprobe und ein Wegweiser für die kommenden Wochen. Denn nach dem Absprung von August Schlotter als Cheftrainer und den verletzungsbedingten Ausfällen von Andre Benzarti, Dimitri Kunz, Luca Heintel und Mehmet Karabulut haben die Rot-Weissen einiges an Substanz eingebüßt. Sportchef Mehmet Akin bringt die Gefühlslage vor der Partie wie folgt auf den Punkt: „In der jetzigen Konstellation ist Bitburg nicht nur klarer Siegfavorit gegen uns, sondern auch der klare Titelaspirant. Nur wenn wir einen super Tag erwischen, haben wir eine Chance, zu punkten.“ Taktisch gesehen könnte Trainer Rodalec Souza defensiver aufstellen und auch spielen lassen. Denn in den Umschaltbewegungen nach hinten offenbarte der Aufsteiger ungewohnt große Probleme. „Jeder muss seine Aufgabe erfüllen und die Wege gehen. Wir müssen die Vorstöße besser absichern.“ Die Bitburger kommen mit der Empfehlung von zehn Siegen aus zehn Partien in die spielerisch höchsten Ansprüchen genügende Partie. Interessant wird sein, wie sich Deniz Siga (jetzt Bitburg) und die Arbeck-Brüder Kevin und Marc (jetzt RW Wittlich) mit ihren neuen Teams präsentieren.
Bitburg, Sa., 26.10., 18.00h

TuS Schweich – SG Körperich
Nach dem Pokal-Aus in Pfalzel ist die Mosella gegen RW Wittlich stark zurückgekommen. „Die noch so junge Mannschaft hat einen unglaublich guten Charakter, den wir gegen Körperich wieder beweisen wollen. Wir dürfen jetzt keinen Deut nachlassen und weniger machen. Es wartet ein hartes Stück Arbeit auf uns in einem Spiel, bei dem wir auch Geduld bewahren müssen“, sieht TuS-Coach Jochen Weber einen intensiven Fight vor sich. Während Lukas Bollig verletzt ist, dürften Alexander Burbach und Björn Kraus wieder am Start sein.
Schweich, So., 27.10., 14.30h

SV Konz – SG Bettingen
„Wir müssen uns mental darauf einstellen, dass es ein umkämpftes Sechs-Punkte-Spiel wird. Wichtig ist, die Tabelle mal auszublenden und unsere spielerische Linie bis zum Schluss durchzuziehen“, will der Konzer Trainer Thomas
Berens sein Spiel mit der nötigen Konsequenz erfolgreich zu Ende bringen. Bettingen sei ein „physisch starker
Gegner, der in jedem Spiel seinen Gegnern Paroli bot“.
Konz, So., 27.10., 14.30h