11ER: Mit den letzten beiden Spielen zeigten Sie sich trotz Siegen nicht zufrieden. Wo machten Sie die größten Probleme aus?
Andreas Weber: Durch die Ausfälle von verletzten und angeschlagenen Spielern haben wir aktuell einen immensen Qualitätsverlust, den wir in der Breite nicht eins-zu-eins auffangen können. Deshalb fehlt es uns an individueller wie spielerischer Qualität. Wenn Führungsspieler fehlen und nicht auf dem Platz, sonder nur daneben stehen, bringt das eine Reihe von Problemen mit. Man merkt momentan, dass der ein oder andere Spieler etwas verunsichert ist. Wir müssen von Außen immer noch viel erklären, wie Spieler sich verhalten sollen. Das ist etwas lästig, denn ich dachte eigentlich, wir hätten die Basics mittlerweile verinnerlicht. Das alles führt dazu, dass uns gegen Gegner, die tief stehen, die Ideen fehlen. Es braucht aber die richtigen Laufwege und Aktionen, um Abwehrreihen auseinanderzuziehen. Einigen unserer Spieler fehlt es da an den nötigen Mitteln, wenn uns Spieler wie Michael Urhahn, Adel Eladl oder Elias Malburg fehlen.
11ER: Sie verlassen die Mannschaft im Sommer und mit Michael Urhahn, Johannes Ziegenhagel, Tobias Gosert sowie den Torhütern Oliver Lauer und Robin Nepi sind auch mehrere Leistungsträger über 30. Wie sehen Sie die SG Züsch in puncto Jugend für die nächsten Jahre aufgestellt?
Weber: Ich kann es gar nicht sagen, aber es wird sicherlich nicht einfach. Als Fußballer hat man ein Ablaufdatum und wenn das erreicht ist, müssen jüngere Spieler heranwachsen und die Lücke füllen. Das war schon immer so. Was in den nächsten Jahren aus der Jugend aufrückt, weiß ich nicht. Ich hoffe aber, dass ein erfolgreicher Umbruch stattfindet. Es wird vielleicht einen Aderlass geben, doch es gibt Spieler, die Verantwortung übernehmen können. Hendrik Altmaier kam vor der Saison aus Gielert. Er ist ein Topspieler, dem ich die Rolle als Führungsspieler zutraue. Das Gleiche gilt für Elias Malburg. Aber klar, mit Gosert, Ziegenhagel und mir hören Spieler, die aktuell wichtig sind, auf. Auch Urhahn wird vielleicht nicht mehr so oft zur Verfügung stehen. Es wird nicht einfach, aber ich traue es dem Verein zu, einen Umbruch zu bewältigen. Bis es soweit ist, werde ich alles daran setzen, mit der Mannschaft in dieser Saison noch den maximalen sportlichen Erfolg zu erreichen.
11ER: Der kommende Gegner SG Ruwertal Gutweiler II gilt als ein Topteam der Liga, hatte aber mit dem Zusammenschluss und dessen Umstellungen zu kämpfen. Wie schätzen Sie die Ruwertaler ein?
Weber: Im Hinspiel gab es ein 1:1-Unentschieden, bei dem wir einen glücklichen Punkt holten. Der Punkt war im Endeffekt gerecht, aber wenn man so spät so ein Tor schießt, ist es schon glücklich. Da haben wir eher einen Punkt gewonnen, als zwei verloren. Es gibt Mannschaften, die einem einfach nicht liegen und schaut man auf unsere Bilanz, ist Ruwertal eine solche Mannschaft für uns. Als zweite Mannschaft sind sie immer eine Wundertüte. Am Wochenende bekamen sie auf die Mütze, doch in dieser Woche kann es schon wieder ganz anders aussehen. Wir wollen und müssen dreifach punkten, wenn wir die kleine Chance auf den zweiten Tabellenplatz wahren wollen.
11ER: Michael Urhahn soll an diesem Wochenende wieder dabei sein. Was tut sich sonst im Kader der SG Züsch?
Weber: Michael kehrt aus seiner Sperre zurück. Hassan war letzte Woche schon wieder einsatzbereit und ist hoffentlich auch in dieser wieder dabei. Ziegenhagel ist gesperrt und ich falle weiterhin mit einem hartnäckigen Ödem an der Wirbelsäule aus. Elias Malburg ist noch fraglich, weil bei ihm die Klausuren anstehen. Ist er auch dabei, bin ich positiv gestimmt, dass wir Punkte aus Waldrach mitnehmen können.
