11ER: Ihr Team hat knifflige Wochen hinter sich, in denen man sich den ein oder anderen Punktverlust erlaubte – etwas überraschend auch gegen Trier-Irsch II. Was machen Sie für diese Ergebnisse verantwortlich?
Bastian Hurth: Wir hatten direkt nach der Winterpause gegen Wasserliesch Probleme damit, in den Spielbetrieb zu finden. Danach starteten wir aber eine Serie von fünf Spielen, an deren Ende es angeschlagene Spieler und Verletzte gab – gekrönt durch die schwere Verletzung von Nils Strupp am letzten Spieltag. Gegen Irsch II hatten wir eine Viertelstunde, in der wir völlig den Faden verloren. Man muss aber auch klar sagen, dass wir gegen eine starke Irscher Mannschaft spielten, die mit Spruck und Hermes viel Qualität auf dem Platz hatte. Da schafften wir es einfach nicht, 90 Minuten unsere Leistung abzurufen. Gegen Könen war es ein offener Schlagabtausch, der auch hätte Unentschieden ausgehen können. Mit dem Spiel gegen Hochwald war ich vollkommen zufrieden. Wir hatten einige Torchancen und wenn man diese nicht nutzt, ist es klar, dass es hintenraus noch mal eng werden kann. Der Sieg war verdient. Wir müssen unsere Leistungen von dieser Phase trennen, in der wir 13 Spiele ungeschlagen blieben. Insgesamt bin ich mit unserer Leistung in dieser Saison mehr als zufrieden.
11ER: Dürfen Sie auch sein, denn Ihr Team steht auf Rang zwei. Ein Platz und eine Leistung, die für die meisten Gegner – gerade nach den vergangenen Jahren – überraschend kam. Hat sich durch die Leistungen in dieser Saison auch der Anspruch verändert?
Hurth: Nein, eigentlich nicht. Der Verein hat klar kommuniziert, dass der Aufstieg kein Muss ist. Wir wissen unsere Leistung einzuordnen und wollen realistisch bleiben. Wir haben eine sehr gute, junge Mannschaft, die in dieser Saison einen riesigen Schritt nach vorne gemacht hat. Damit haben wir eigentlich erst in der nächsten gerechnet. Wir machen deshalb keinen Druck und wollen einfach, dass die Jungs befreit aufspielen und sich weiterentwickeln können. Nach der Saison gibt es noch mal einen kleinen Umbruch, weil uns erfahrene Spieler wie Sebastian Wolf oder Jeff Fernandes verlassen. Dann ist unser Altersschnitt noch mal ein paar Jahre jünger. Die Mannschaft soll reifen und wenn wir so weitermachen, sind wir auf einem richtig guten Weg. Der Aufstieg ist deshalb kein Muss. Wir wären schlecht damit beraten, wenn wir die Jungs jetzt unter Druck setzen würden.
11ER: Durch den Ausfall von Nils Strupp fehlt nicht nur ein Spieler, der viele Tore schoss, sondern auch eine wichtige Anspielstation in der Spitze. Wie lässt sich dieser Ausfall auffangen?
Hurth: Eins zu eins lässt sich Nils nicht kompensieren, das ist klar. Er war in den letzten Jahren unser Dreh- und Angelpunkt in der Offensive. Wir müssen seine Verletzung jetzt auf mehrere Schultern verteilen – so wie wir es schon die ganze Saison über machen. Jeff schoss zum Beispiel ähnlich viele Tore und in unserem Mittelfeld haben wir einige, die auch gefährlich sein können. Wir wollen Nils‘ Ausfall also über das Kollektiv kompensieren.
11ER: Der kommende Gegner Olewig hatte sich scheinbar schon aus dem Aufstiegsrennen verabschiedet, ist nun jedoch wieder mittendrin. Welchen Gegner erwarten Sie nach dem 1:1 aus dem Hinspiel?
Hurth: Ich schätze Olewig besser als im Hinspiel ein. Ich konnte sie gegen Udelfangen sehen und da waren sie besser besetzt. Sie können jetzt super Spieler von der Bank bringen, was in der Hinrunde so nicht der Fall war. Sie sind auch eine sehr reife Mannschaft, haben eine gute Altersstruktur. Dazu einen Trainer, der sich immer wieder selbst einwechseln kann und torgefährlich ist. Es macht Spaß, gegen sie zu spielen, und wir freuen uns auf unser Heimspiel.
11ER: Wie wichtig ist der Heimvorteil?
Hurth: Er spielt schon eine Rolle. Wir haben viele Zuschauer, doch es werden sicher auch einige aus Olewig kommen. Die Zuschauer freuen sich hoffentlich auch schon auf ein Spiel zweier Mannschaften, die sich beackern und alles tun werden, um das Spiel zu gewinnen.
11ER: Abseits der Langzeitverletzten: Wie steht es ums Personal?
Hurth: Der ein oder andere ist angeschlagen. Wir werden unser Bestes tun, um alle bis zum Sonntag fit zu bekommen. Wir werden eine konkurrenzfähige Truppe auf den Platz schicken, die versuchen wird, ein gutes Spiel gegen Olewig abzuliefern.
