11ER: Mit ein paar Tagen Abstand: Können Sie mit der Punktteilung gegen den SV Wasserliesch/Oberbillig zufrieden sein oder ist der Ärger über den späten Ausgleich doch größer?

Bastian Hurth: Die Enttäuschung nach dem Spiel war verständlich, aber mit zwei Tagen Abstand müssen wir das ganze einordnen. Wir können unsere Lehren aus dem Spiel ziehen und erkennen unsere Fehler. Dazu zählt, dass wir in der Schlussphase zu viele Standards zuließen. Es ist ganz egal, ob man ein, zwei Spieler mehr auf dem Platz hat oder in Unterzahl spielt: Ein Standard bietet immer eine Chance. Auf der anderen Seite gab es auch viele Teile des Spiels, mit denen wir zufrieden sein können. Wie gesagt müssen wir die richtigen Schlüsse ziehen. Tun wir das, überwiegt aus diesem Spiel letztendlich das Positive.

11ER: In der letzten Saison verpasste Ihr Team mit zwei Punkten den Aufstieg. In diesem Jahr hat man jedoch aufgrund des frühzeitig kommunizierten Aufstiegs keine Titelambitionen angemeldet. Wie geht die Mannschaft nach diesem Erfolgsjahr mit der neuen Situation um?

Hurth: Sie geht sehr gut damit um. Wir haben eine hohe Motivation und die Jungs waren in der Vorbereitung sehr trainingsfleißig. Wir sind noch in der Findungsphase und werden uns erst einspielen müssen. Wir haben auf einigen Positionen wichtige Spieler verloren. Nils Strupp fällt mit seinem Schien- und Wadenbeinbruch noch ein Jahr aus. Er war immer für 20 Tore in der Saison gut. Das ist eine Qualität, die uns fehlt. Mit Jefferson Fernandes hat ein erfahrener Spieler seine Karriere beendet, der im letzten Jahr 20 Tore erzielte. Im Zentrum ist Sebastian Wolf in den wohlverdienten Ruhestand gegangen. Damit fehlen uns auf der Sechser-Position rund 15 Jahre Seniorenerfahrung. Das sind Positionen, in die teils 19-Jährige nachrücken. Dass das Zeit und Einspielen erfordert, ist klar. Wir wollen in der Klasse eine gute Rolle spielen und wenn wir Ziel X erreicht haben, ist alles andere ein Bonus, den wir gerne mitnehmen.

11ER: Wie bereits angesprochen, haben sich einige erfahrene Spieler, teils Führungsspieler, zurückgezogen und mit Strupp fällt ein Leistungsträger der letzten Jahre aus. Gibt es jüngere Spieler, die schon Verantwortung übernehmen?

Hurth: Unsere jüngeren Spieler kommen immer mehr dahin. Jan Luca Schneider ist seit zwei Jahren bei den Senioren und bringt dahingehend gewisse Qualitäten mit. Owen Morgan kam zwar neu ins Team, hatte aber in der Saarburger A-Jugend eine Führungsrolle inne. Er könnte in den nächsten Jahren eine zentrale Rolle übernehmen. Michel Philipps ist ein ganz erfahrener Innenverteidiger, der bei der SG Saartal höherklassig Erfahrung sammelt. Mit Kevin Estebanez Corral haben wir noch einen Spieler hinzubekommen, der mit seinen 34 Jahren sehr erfahren ist und auch von außen auf Dinge hinweisen kann. Auch andere junge Spieler übernehmen immer mehr Verantwortung.

11ER: Mit dem SV Konz hatte man in der Vorsaison interessante Begegnungen – allen voran der 7:0-Sieg am zweiten Spieltag. Jetzt trifft man erneut am zweiten Spieltag aufeinander. Was für eine Partie ist dieses Mal zu erwarten?

Hurth: Es wird auf keinen Fall so ausgehen wie am zweiten Spieltag des letzten Jahres. Konz war damals noch in der Findungsphase, spielte sich im Laufe der Saison aber ein. Sie sind in dieser Saison mit einer Niederlage gestartet und hatten einige Ab-, aber auch Zugänge. Ich kann sie daher sehr schwer einschätzen. In ihrem ersten Heimspiel wird Konz aber unbedingt gewinnen wollen. Da müssen wir von Beginn an wach sein.

11ER: Wie steht es ums Personal für Sonntag?

Hurth: Alex Trouet blieb im letzten Spiel ohne Gegnereinwirkung im Rasen hängen. Es scheint ein langfristiges Knieproblem zu sein, aber die genaue Diagnose steht noch aus. Zwei andere Spieler sind im Urlaub. Ansonsten haben wir eine volle Kapelle zur Verfügung.