Mehrere Jahre musste sich die SG Kylltal gedulden, bis man dem großen Nachbarn aus Ahbach wieder in einem Ligaspiel gegenüberstehen darf. Am Samstagabend ist es nun Zeit für ein Derby, in dem beide Teams den Sieg anvisieren.
Nach einem Jahr in der Bezirksliga Mitte findet sich der TuS Ahbach erneut in seiner angestammten Klasse, der West-Staffel, wieder. Die Rückkehr dürfte sich der TuS jedoch anders vorgestellt haben, denn die vergangenen Wochen waren durch Misserfolge bestimmt. Im Auftaktspiel gegen Saartal unterlag man knapp mit 0:1, ließ dann aber ein 1:3 gegen Aufsteiger Trier-Irsch und ein 1:9 beim FSV Salmrohr folgen. Erst gegen einen weiteren Aufsteiger, den SV Wittlich, beendeten die Ahbacher ihre Niederlagenserie (2:1), ehe bei Primus Ellscheid (6:2) erneut Punkte ausblieben. Ernüchternd war auch die Vorstellung im Derby gegen die SG Walsdorf, der man 0:2 unterlag. Zusammengefasst kommt der Staffelwechsler auf drei Punkte und belegt damit den letzten Tabellenplatz der Bezirksliga West.
Eine Situation, die nicht zufriedenstellt, aber in gewisser Weise abzusehen war. Durch die Abgänge von Justin Hellenthal (Ahrweiler BC) sowie Leon Nahrings und Felix Ewertz (beide SG Schneifel), die sich allesamt höherklassig versuchen, verlor Ahbach drei Qualitätsspieler. Hinzu kommen angeschlagene und verletzte Spieler, die die Vorbereitung erschwerten und eine Eingespieltheit verhinderten. Eine klare erste Elf habe sich deshalb laut Spielertrainer Daniel Clausen bisher nicht festgesetzt. Hinzu kam ein schwieriges Auftaktprogramm – Ahbach spielte bereits gegen vier Teams der Top-Sechs –, welches die aktuellen Schwächen gnadenlos aufdeckte. Und die befinden sich aktuell vorne wie hinten: Erst sechs Treffer verbuchte das Schlusslicht, kassierte dafür bereits 22 Gegentore.
Hinter dem TuS Ahbach liegen Wochen zum Vergessen, die man schnellstens abschütteln muss, denn an den nächsten Spieltagen geht es in die Vollen. Schließlich warten mit der SG Kylltal-Birresborn und dem SV Niederemmel Konkurrenten um den Klassenerhalt, gegen die das klamme Punktekonto um sechs Zähler aufgestockt werden soll. Erfolge, die das Schlusslicht dringend benötigt.
Bei der SG Kylltal-Birresborn ist die Lage zwar nicht um ein Vielfaches besser, doch die Ausgangslage ist trotzdem eine andere. Nach drei erfolgreichen Jahren in der A-Klasse unter Spielertrainer Daniel Bartsch glückte der Spielgemeinschaft der Sprung in die Bezirksliga – zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte. Ein Erfolg, den man in diesem Jahr genießen will, wenngleich die Kylltaler auch in der kommenden Saison in der Bezirksliga auflaufen wollen. Klar ist: Der Sprung in die höhere Klasse ist kein leichter und in den ersten sechs Wochen musste der Aufsteiger bereits einiges an Lehrgeld zahlen. Überraschend ist das nicht, denn außer Bartsch und Neuzugang Ben Kerner verfügt kein Spieler im Kader über Erfahrung oberhalb der Kreisliga A. Ein Faktor, den man mit „100 Prozent Vollgas“ wettmachen möchte. Dies wiederum ging bisher durchaus auf.
Wie Ahbach hatte auch Kylltal kein leichtes Auftaktprogramm, verbuchte gegen Niederemmel (4:2) und Lüxem (3:1) aber Siege. Dadurch belegt man aktuell den zehnten Tabellenplatz (10:21 Tore). Was passiert, wenn die Kylltaler nicht ihre vollen PS auf den Platz bringen, zeigte sich am vergangenen Wochenende, als man der SG Daleiden mit 1:5 unterlag. Dabei bekam der Aufsteiger ebenso zu spüren, wie schnell Fehler bestraft werden und welches Tempo die neue Klasse vorgibt.
An diesem Wochenende will Spielertrainer Daniel Bartsch mit seiner Elf wieder ein anderes Gesicht zeigen, Fehler minimieren und vor heimischer Kulisse einen Derbysieg einfahren. Auf einen solchen hofft auch der TuS Ahbach, der sich – wie der kommende Gegner – vor allem gegen direkte Konkurrenten Punkte ausrechnet. Der größere Druck, aber auch die größere Erfahrung liegt bei den Gästen. Ein Freifahrtschein auf den Sieg ist dies jedoch nicht. Das zeigen auch die letzten Testspielvergleiche: 2025 gewann Ahbach mit 4:1, im Juli dieses Jahres siegte Kylltal mit 2:1. Auch hier zeigt sich: Nach Jahren, in denen man einen Schritt hinter den Nachbarn SG Walsdorf und dem TuS Ahbach zurücklag, spielt die SGK nun in der gleichen Klasse. Eine Entwicklung, die dem Derby zusätzliche Würze verleihen dürfte. Und überhaupt: Einem Nachbarschaftsduell, in dem es für beide Teams um wichtige Punkte geht, sollte es weder an Zuschauern noch an Spannung mangeln.
Büscheich, Sa., 19.09., 19.30h
Foto: Archiv/Maes
