Beim Gastspiel in Longuich stand der Saarburger Sieg erst in der zweiten Halbzeit fest.


Agierte Riol im ersten Durchgang noch dominant und erspielte sich nach Angaben von Trainer Jan Küchling mit einem Chancenverhältnis von 7:0 zur Halbzeit beste Einschussmöglichkeiten, nutzte Saarburg seine reifere Spielanlage aus und kam nach dem Seitenwechsel zu entscheidenden Aktionen. Johannes Goergen legte mit einem Flachschuss nach einer Ecke in der 50. Minute vor. Fünf Minuten später erhöhte Jonas Schwarz per Foulelfmeter auf 2:0, nachdem Simon Ollinger in der Nähe der Grundlinie regelwidrig zu Fall gekommen war. Als Roan Webel in der 63. Minute nach einem „Luftloch“ eines Rioler Abwehrspielers auf 3:0 stellte, war die Partie entschieden. Den Schlusspunkt setzte Lukas Östlund eine Viertelstunde vor Schluss – 0:4 (75.). Riols Coach Jan Küchling rang nach Worten: „Jeder hat gesehen, wie dominant wir in der ersten Halbzeit waren. Wir hatten klarste Torchancen, Saarburg hat in der ersten Halbzeit nicht einmal aufs Tor geschossen, wir müssen da klar 2:0 oder 3:0 führen.“ Der 48-Jährige meinte damit explizit jene Torchancen, als Alin Zait, Michael Münch oder Aladin Shallar alleinstehend vor dem Saarburger Keeper Raphael Bernard auftauchten, es aber beim 0:0 blieb. „Wir müssen uns ankreiden lassen, dass wir durch eigenes Unvermögen eben nicht in Führung gehen und die Tore zu leicht herschenken, weil wir zu naiv verteidigen. Das Ergebnis spiegelt in keinster Weise den Spielverlauf wider.“ Die Saarburger, die mit diesem Erfolg auch nach neun Spielen ungeschlagen bleiben, haben nach Aussage von Küchling in der ersten Halbzeit nicht den Hauch einer Chance gehabt. „Aber Fußball ist ein Ergebnissport. Wir haben in der zweiten Halbzeit zu viele Fehler gemacht. Es war eine Verkettung von Unaufmerksamkeiten. Entweder haben wir das Tor knapp verfehlt oder sind am guten Saarburger Torwart gescheitert. Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen, außer dass wir in der ersten Halbzeit kein Tor gemacht haben. Wir haben die gute Leistung in der zweiten Halbzeit nicht mehr auf den Platz gebracht, sind teilweise eingebrochen. Das Problem ist, dass dann gefühlt jeder Torschuss drin ist.“ Saarburgs Co-Spielertrainer Johannes Carl sprach über „eine definitiv sehr schwache Leistung in der ersten Halbzeit. Da müssen wir uns bei unserem Torwart bedanken, dass es zur Halbzeit noch 0:0 stand. Raphael hat einen Fernschuss pariert und ist bei einer Eins-gegen-eins-Situation lange stehen geblieben. Es freut mich, dass er seinen Kasten mal wieder sauber gehalten hat.“ So sei es in der Kabine auch ein bisschen lauter geworden, weil Chefcoach Sebastian Lorenz gar nicht zufrieden war, wie Carl durchblicken lässt. Er habe explizit auch einige taktische Dinge angesprochen. „Aufgrund der Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit, war der Sieg dann auch gerechtfertigt. Da haben die Abstände und das Anlaufverhalten wieder gestimmt. Wir haben einfach mehr Wille und Einsatz gezeigt. Ohne diese Basics gewinnst du in der A-Klasse nicht ein Spiel.“

Foto: Archiv/Sandra Maes