Wenn am Sonntag ab 14.45 Uhr das Lokalderby zwischen dem VfL Trier und den Gästen aus Tarforst angepfiffen wird, wird Hochspannung herrschen.
Es könnte eine elektrisierende Stimmung geben auf dem frischen Heiligkreuzer Rasen. Denn es ist nicht nur ein gewöhnliches Spiel zweier A-Ligisten, sondern ein Stadtderby, das immer unter besonderen Vorzeichen steht. Beide Teams sind nach wie vor im Abstiegskampf involviert und brauchen Punkte dringend. Einer der beiden Trierer Klubs wird als Verlierer dastehen. Die leicht besseren Karten sind aufseiten der Höhenstädter, die zwei Plätze und zwei Punkte mehr auf dem Konto haben als der Stadtnachbar aus Heiligkreuz. Der Druck liegt beim VfL, doch mit einem Sieg könnte es schon wieder viel besser aussehen. Das sieht auch VfL-Trainer Marco Neumann so. „Mit einem Sieg stehen wir wieder über Tarforst in der Tabelle, die keine Ausrutscher zulässt. Mehr Endspiel geht für uns nicht.“ Der Coach monierte zuletzt immer wieder den ausbleibenden Ertrag bei engen Spielen. Zwar ist die 2:6-Niederlage in Trier-Irsch jetzt nicht knapp, doch während des Spielverlaufs hätte das Momentum auch auf die Heiligkreuzer Seite umschlagen können. „Wir investieren jedes Mal immens viel, doch unser Ertrag, unsere Ausbeute ist so gering. Das ist zum Verrücktwerden.“ Der 37-Jährige verweist auf die „statistische Wahrheit. Wenn man aufs Tableau schaut, ist festzustellen, dass wir alles in der eigenen Hand haben. Alle Partien, die noch kommen, sind Endspiele für uns, doch auch Tarforst ist noch nicht raus. Wichtig ist, dass wir uns ganz auf unser Spiel fokussieren und alles andere ausblenden“. Neumann ist guter Dinge, den Klassenverbleib auch in diesem Jahr zu schaffen. „Vor einem Jahr und auch vor zwei Jahren befanden wir uns in der gleichen Situation. Jedes Mal haben wir die Klasse gehalten, die Mannschaft lebt.“ Der Rahmen sollte passen. Denn das Frauenteam spielt schon am Samstag, die zweite Mannschaft unmittelbar am Sonntag davor. „Wir gehen das Spiel so an, als ob es der letzte Spieltag wäre. Wir müssen alles mobilisieren und alles auf den Platz bringen. Es geht darum, weniger zu reden und mehr zu machen. Jetzt müssen wir zusammenrücken, dann schaffen wir das auch“, strahlt der VfL-Coach einiges an Zuversicht aus. Personell sehe es gut aus beim Drittletzten der Tabelle, bis auf den privat verhinderten Torben Weber stehen alle Mann zur Verfügung. Die Freude über den 7:1-Kantersieg über den Mitkonkurrenten SG Niederkell war den Tarforstern unmittelbar nach dem Spiel anzumerken. Mit den Hochwäldern hatte der FSV immerhin einen gleichfalls gefährdeten Gegner nicht nur in Schach gehalten, sondern ihn auch um aktuell vier Zähler distanziert. Vor allem ist der Spaß am Fußball zurückgekehrt, der zwischenzeitlich schon verloren schien. Trainer Alexander Becker weiß, worauf es jetzt ankommt. „Der hohe Sieg gegen Niederkell hat geholfen, die Köpfe freizubekommen. Das alles ist aber nur eine schöne Momentaufnahme. Wir wissen, dass wir weiter hart arbeiten müssen.“ Wie der ebenfalls 37-jährige Coach betont, zeigte die Vergangenheit stets hitzige und interessante Duelle. „Der VfL muss mit Sicherheit gewinnen, um an uns vorbeizukommen. Derzeit werde ich mir über taktische Dinge noch keine Gedanken machen. Auf dem großen Platz in Heiligkreuz müssen wir die Räume gegen den Ball geschlossen halten und dürfen nicht in Konter laufen. Selbst aktiv zu sein, ist des Rätsels Lösung.“ Personell versprüht Becker sehr viel Optimismus, gleichwohl in den letzen vier Saisonspielen keine Stammspieler aus der ersten Mannschaft spielen können. Leo Reh, Benedikt Resch und Christoph Nickl stehen zur Verfügung. Auch Marcel Mühlen rückt nach seiner Verletzung wieder in der Startkader. Von dort aus ist auch Lewin Raithel zurück. „Die Stimmung ist deutlich besser als noch im alten Jahr, doch wir müssen noch ein paar Punkte holen, wenn wir drinbleiben wollen“, unterstreicht Becker.
TR-Heiligkreuz, Sonntag, 3.5., 14.45h
Foto: Archiv/Sandra Maes
