Allein die Dramaturgie der Partie in Kell sprach Bände und sorgte bei allen Beteiligten für Gänsehautmomente, aber auch für so manche (Freuden-)Tränen.
Das Team von Aimé Kinss befand sich zur Halbzeit klar auf Siegkurs und erzielte bis dato die Tore zu optimalen Zeitpunkten. Mit 3:0 lagen die Hochwälder bereits in Front, ehe die Trierer Vorstädter zur großen Aufholjagd ansetzten. Nach Möglichkeiten von Marco Döring und Luca Sasso-Sant, für Irsch die Führung zu bewerkstelligen, schlug Niederkell eiskalt zu. Eine Flanke ins Zentrum von Noah Sutter verwertete Lukas Rausch zur Führung (29.), ehe drei Minuten später eine weitere Koproduktion der beiden Protagonisten den Hausherren das 2:0 bescherte. Diesmal landete ein Steckpass von Sutter bei Rausch, der vor SVI-Keeper Nico Kimmlingen cool blieb und unbedrängt einschieben durfte. Die Abwehr der Gäste hatte da wohl auf Abseits spekuliert. Mit Energie und Überzeugung ging es auch vor der Halbzeit in Richtung Irscher Tor. Lohn der Offensivbemühungen der Niederkeller war das 3:0, das diesmal Vorlagengeber Sutter nach einer schönen Einzelleistung gelang – 45.+4). Morgenluft witterte der SVI, als kurz nach Wiederbeginn Christoph Nickl mit seinem zwölften Saisontreffer auf 3:1 verkürzte (49.). Der Sturmtank der Trierer hatte zuvor von der Strafraumkante knapp verzogen. In der 62. Minute gelang Nickl das Anschlusstor, nachdem Konstantin Arens nach Raum öffnenden Pass von Marvin Theis auf Nickl flankte – 3:2 (62.). Schließlich gelang Sasso-Sant fünf Minuten vor dem Ende der Ausgleich zum 3:3. Der stand nach einem Schuss von Theis, den der SG-Keeper nur nach vorn abklatschen konnte, goldrichtig und staubte zum Ausgleich ab. Einen Wimpernschlag später kam Niederkells Doppepacker Rausch vor Kimmlingen zum Schuss, doch der SVI-Torwart tauchte rechtzeitig ab und verhinderte die abermalige Führung der Hausherren. In der vierten Minute der Nachspielzeit dann die Entscheidung: Nach wiederholtem Foulspiel von Mario Kettern sah der Niederkeller Verteidiger nicht nur Gelb-Rot, den folgenden schnell ausgeführten Freistoß brachte Nickl auf Arens, der mit dem Knie die Kugel über die Linie drückte – 3:4 (90.+4). Irschs Spielertrainer Tobias Spruck zog folgendes Resümee: „Zunächst waren wir gut drin für 25 Minuten, haben uns gut nach vorn kombiniert. Nach dem 0:1 folgten 20 katastrophale Minuten, als die Zuordnung nicht gestimmt hat. Wir haben in der Halbzeit die Defizite thematisiert, zwei personelle Wechsel vorgenommen und mit einer super Willensleistung und ganz viel Mentalität in der 96. Minute noch den Siegtreffer erzielt.“ Spruck, der in der 46. Minute Jonas Briesch und auch sich selbst einwechselte, sah ein „völlig anderes Gesicht als in der ersten Halbzeit. Ich habe an die Einstellung appelliert und an unsere spielerische Qualität. Da kamen plötzlich auch punktgenaue Flanken, super präzise Zuspiele in die Räume. Das hat mit sehr gut gefallen. Das Siegtor von Konstantin Arens war der Lucky Punch in einem wirklich verrückten Fußballspiel.“
