11ER: Nach dem ersten Saisonsieg gegen Mehring II hat man einen Aufschwung des SV Leiwen-Köwerich erwartet. Das Spiel der letzten Woche musste aber dann wegen Personalmangels abgesagt werden. Wie hat die Mannschaft die Situation aufgenommen? Immerhin ist man durch den Nichtantritt sehr früh auf Bewährung…
Sebastian Loewen: Wir haben eigentlich gehofft, dass das 7:0 für Auftrieb sorgt, aber durch viele Verletzte und Kranke haben uns gegen die Fidei zwölf Spieler gefehlt. Das können wir mit unserem kleinen Kader einfach nicht auffangen, auch nicht, wenn uns die AH aushilft. Wir hatten nach der Spielabsage eine Mannschaftssitzung und haben klar formuliert, dass sich Spieler, die vielleicht ein Wochenende pausiert hätten, angeschlagen auf die Bank setzen müssen. Anders geht es bei unserem Kader nicht. Ich denke, die Mannschaft hat es gut angenommen und vielleicht trägt es dazu bei, dass wir noch enger zusammenrücken. Es wird sicherlich noch das ein oder andere Spiel geben, in dem es personell eng wird. Wir haben leider keine zweite Mannschaft, doch notfalls muss die AH aushelfen. Wir sind guter Dinge, dass eine Spielabsage nicht mehr passieren wird.
11ER: Sie haben es bereits angesprochen: der Kader ist klein und der Spielraum gering. Wie sehen die personellen Planungen für die Zukunft aus?
Sebastian Loewen: Wir sind in einer großen Jugendspielgemeinschaft, die von Mehring bis Trittenheim reicht. Leider kommt da in absehbarer Zeit kein Spieler mit einem Leiwener Pass raus. In der Jugendarbeit sind wir also nicht so gut aufgestellt. Der Vorstand wird sich Gedanken machen, welchen Weg er hier geht. Da haben Timo und ich als Trainer keinen Einfluss drauf. Fakt ist, dass wir die Zeichen der Zeit sehen und uns auch mit einer Spielgemeinschaft beschäftigen müssen. Es gibt in unserer Gegend durchaus einige Vereine, mit denen eine Zusammenarbeit Sinn ergeben würde.
11ER: Dennoch gibt es auch junge talentierte Spieler im Team, wie beispielsweise Paul Jostock. Wie schlägt sich Ihr Torwart im zweiten Seniorenjahr?
Sebastian Loewen: Paul ist unsere absolute Nummer eins. Er hat seine Lehre als Winzer abgeschlossen und wächst in den väterlichen Betrieb rein. Da die Traubenlese bevorsteht, hat er gerade leider nur wenig Zeit zum Trainieren. Das ist schade, denn er hat viel Potential. Klar, als 18-jähriger macht man auch den ein oder anderen Fehler, aber die seien ihm gestattet. Reimund Jostock, unser Torwarttrainer, macht einen super Job, trainiert viel mit ihm und versucht seine Stärken zu verbessern und an den Schwächen zu arbeiten. Paul ist beispielsweise im Eins-gegen-eins und auf der Linie schon sehr gut, hat in der Strafraumbeherrschung aber noch Luft nach oben. Wir sind sehr froh ihn im Tor zu haben.
11ER: Im nächsten Spiel wartet mit der DJK Pluwig-Gusterath der direkte Tabellennachbar. Was für ein Spiel erwarten Sie?
Sebastian Loewen: Es wird ein absolut wichtiges Spiel für uns, dass habe ich den Jungs auch schon im letzten Training gesagt. Wir spielen am Mittwoch noch im Pokal gegen den VfL, doch das wichtigere Spiel ist für mich das gegen Pluwig. Wir wollen und müssen drei Punkt holen, um einen Schritt unten raus zu machen. Pluwig ist schwer einzuschätzen, verlor gegen Teams von oben, gewann aber gegen Teams von unten. Ich erwarte ein Spiel auf Augenhöhe, doch wir werden definitiv mit der Einstellung ins Spiel gehen, drei Punkte holen zu wollen. Die Jungs haben das nötige Potential und ich glaube daran, dass sie solche Aufgaben fußballerisch lösen können.
11ER: Wie ist die Personalsituation in dieser Woche?
Sebastian Loewen: Es wird nicht bedeutend besser aussehen, aber wir sollten 13 bis 14 Spieler haben. Auch, wenn davon ein paar angeschlagen und wieder andere noch fraglich sind. Wir hoffen, dass sich im Pokal keiner verletzt. Aber auch so werden wir dieses Mal genügend Spieler zur Verfügung haben.