11ER: Der SV Konz unterlag in den letzten beiden Wochen und rutschte dadurch auf den vierten Tabellenplatz ab. Wo sehen Sie den gemeinsamen Nenner dieser Niederlagen?

David Kwast: Es ist schwer zu greifen, aber es ist unsere Mentalität. Wir kamen gegen Irsch und Tawern beide Male zurück, doch beim Stand von 3:3 und 2:2 haben sich unsere Gegner bei jeder gelungenen Aktion gegenseitig angefeuert. Da war Feuer drin. So eine Mentalität spricht für eine gute Mannschaft. Wir haben es nicht geschafft, in diesen Situationen voranzugehen. Wir haben super Fußballer. Ich hoffe, dass wir auch super Wettkämpfer sind und nicht nur gute Sportler. Das gehört dazu, wenn man gewinnen will. Wir haben noch ein paar Trainingswochen und Spiele vor uns und werden auch mit Blick auf die nächste Saison versuchen, diese Mentalität zu entwickeln. 

11ER: Fehlen der Mannschaft in solchen Situationen Führungsspieler?

Kwast: Das muss man ehrlich so sagen. Es gibt diese klassischen Führungsspieler kaum noch, die auf dem Platz auch mal einen raueren Ton anschlagen können, ohne dass die Mitspieler gleich eingeschnappt sind. Dieses Problem haben aber auch andere Mannschaften. Ich hätte kein Problem damit, die Verantwortung auf mehrere Schultern zu verteilen. Wichtig ist nur, dass Spieler Verantwortung übernehmen und als verlängerter Arm der Trainer auf dem Platz stehen können. Man kann nicht das ganze Spiel über jede Aktion von der Seitenlinie coachen.

11ER: Sie sagten am Anfang der Saison, vor der Rückkehr von Felix Schmand, dass dieser ein Typ wäre, der in Zukunft Verantwortung übernehmen könnte. Mit Kai Werner gibt es ja auch erfahrene Spieler in der Mannschaft. Wie steht es um diese?

Kwast: Vom Spielertyp her bin ich noch immer der Meinung, das Felix in Zukunft in die Rolle als Führungsspieler hineinwachsen könnte. Kai hat schon viel erlebt, ist ein klasse Spieler, der immer seinen Stiefel runterspielt. Er ist unser Top-Assistgeber. Er ist aber auch eher der ruhigere Typ und das ist okay so. 

11ER: Wie wollen Sie eine neue Mentalität in die Mannschaft bringen? Wie trainiert man so etwas?

Kwast: Darüber haben mein Co-Trainer und ich schon viel geredet. Es ist ein schwieriges Thema, für das es keine direkte Lösung gibt. Ich denke, es ist wichtig, internen Fußballern den Rücken zu stärken. Vielleicht sind sie spielerisch nicht so stark wie andere, doch dafür ist der SV Konz ihr Herzensverein. Das ist oft die Grundlage dafür, dass man alles gibt. Es kommen nach der Saison A-Jugend-Spieler hoch. Schon bei ihnen geht es darum, eine gewisse Grundmentalität reinzubringen, die sie verinnerlichen. Ein Mittel wird auch sein, bereits im Training immer im Wettkampfmodus zu sein. Jeder Spieler muss lernen, jedes Spiel gewinnen zu wollen und das auf dem Platz zu zeigen. 

11ER: Sie erwähnten, dass A-Jugend-Spieler nach der Saison aufrücken. Wie steht es um externe Neuzugänge und Ihre Zukunft?

Kwast: Wir sind offen für Neuzugänge und haben auch schon einige Gespräche geführt. Wichtig ist, dass sie zur Mannschaft passen und gewillt sind, alles für unseren Verein zu geben. Es ist aber noch nichts spruchreif. Unser Ziel muss es sein, dass wir nächste Saison um den Aufstieg mitspielen. Konz ist mein Herzensverein, doch meine Zukunft ist aktuell noch offen. Bisher hat noch niemand mit mir gesprochen.

11ER: Im nächsten Spiel wartet der FC Könen, mit dem man sich im Hinspiel die Punkte teilte. Was für ein Derby erwarten Sie?

Kwast: Ich erwarte eine hitzige Kulisse und ein hitziges Spiel. Und ich hoffe, dass unsere Jungs mental darauf vorbereitet sind. Bei solchen Derbys kann man keine Vorhersagen treffen, denn es passieren oft Dinge, die normalerweise nicht passieren würden. Das hat man schon im Hinspiel gesehen, als Könen in Unterzahl zwei Tore schoss und wir in der 90. Minute ausglichen. 

11ER: Wie sieht der Kader am Sonntag aus?

Kwast: Kai Werner und Niklas Keil werden uns fehlen. Ansonsten sollten alle dabei sein.