Vier Spiele, vier Siege und ein zweiter Tabellenplatz: Der SV Fisch ist die Überraschungsmannschaft der ersten B-10-Wochen. Mit Tawern II wartet nun ein Gegner, der selbst gut startete – und die Stärken des Aufsteigers noch aus der Vorbereitung kennt.
Wer als Tabellendritter der C-Klasse in die Kreisliga B rutscht, zählt natürlicherweise zum erweiterten Feld der Abstiegskandidaten. Dass dies nicht immer der Fall ist, zeigt derzeit der SV Fisch. Die Fischer legten einen Traumstart in die Saison hin, schlugen zum Auftakt den Vorjahreskonkurrenten Saarburg/Serrig II (2:1) und sorgten dann gegen Wasserliesch (3:1) und den SV Konz (5:0) für Überraschungen. Am vergangenen Wochenende bestätigte man die bisher gezeigten Leistungen mit einem 4:2 gegen den VfL Trier II. Wie dieser Auftakt einzuordnen ist, zeigt ein Blick auf die Tabelle: Mit zwölf Punkten und 14:4 Toren ist der SV Fisch hinter dem FC Könen die einzige Mannschaft der Liga, die noch keinen Punkt abgab. Entsprechend liegt man verdient auf Rang zwei.
Ausschlaggebend für den Erfolg des Aufsteigers scheint aktuell die Offensive zu sein. Schon in der letzten Saison erzielten die Fischer in 26 Spielen 99 Tore. Diese Treffsicherheit stellen Frederic Britten (zwei Spiele, zwei Tore), Maximilian Witt (vier Spiele, drei Tore) und Co. nun erneut unter Beweis. Anteil am guten Start dürften auch Neuzugänge wie Melvin Clemens und Jakob Ludwig haben (jeweils ein Tor, ein Assist), die sich auf Anhieb als Stammkräfte etablierten. Beide bringen Erfahrung aus der B-Klasse und darüber hinaus mit. Ein Gewinn für die Elf des Trainerduos Johannes Schreiner und Thomas Schmidt. Dennoch: Einen Höhenflug und Ambitionen auf die vorderen Plätze sind trotz des guten Saisonstarts nicht vom SV Fisch zu erwarten. Vielmehr dürfte es dem Liganeuling darum gehen, die Klasse frühzeitig zu sichern und das Bestmögliche herauszuholen. Und mit zwölf Punkten nach vier Spielen ist man auf dem besten Weg dazu.
Auch dem kommenden Fisch-Gegner SV Tawern II gelang ein ordentlicher Start in die neue Spielzeit. Nach einem Remis zum Auftakt sowie Siegen gegen Kürenz und Zewen II musste sich die Elf von Markus Müller und Torsten Konter erst am letzten Wochenende gegen Wincheringen (2:3) erstmals geschlagen geben. Unterm Strich macht das sieben Punkte und Platz vier. Ein Erfolg, der in dieser Form gar nicht zu erwarten war. Der Grund: Mit Michael Magalios, Ken Lippert, Kapitän Jonas Brill und dem Neu-Fischer Melvin Clemens verließen gleich vier Leistungsträger die Mannschaft. Lücken, die aktuell auch durch die Jugendspieler Sebastian Kollmann (vier Spiele über 90 Minuten), Nick Konter (vier Spiele, sechs Tore, drei Assists), Luca Müller (vier Spiele, ein Tor) oder den jungen Dimo Dimov (drei Spiele, zwei Tore, zwei Assits) geschlossen werden.
Nach dem Leistungsabfall der Vorsaison, die auf eine gute Hinserie folgte, erwartet man in Tawern keine reibungslose Spielzeit. Zwar habe sich die Mannschaft im zweiten B-Klassen-Jahr gut entwickelt und soll fußballerisch einen weiteren Schritt nach vorne machen, doch vieles bleibt – Reserve-typisch – personalabhängig. So musste die Zweitvertretung zuletzt Spieler an die erste Garde abgeben und ob die A-Jugend-Spieler an jedem Wochenende zur Verfügung stehen, sollte ebenfalls nicht erwartet werden. Für den SVT II geht es also auch darum, die Leistungsausschläge in 2026/27 so klein wie möglich zu halten. Gelingt das, ist weit mehr möglich als der zehnte Platz der Vorsaison.
Im kommenden Spiel hat der SV Tawern II einen Vorteil, den viele andere Gegner des SV Fisch nicht hatten: Der Aufsteiger ist kein Unbekannter. In der Vorbereitung unterlagen die Tawerner beim SVF mit einer ersatzgeschwächten Truppe 0:4 und lernten dabei die Stärken des Tabellenzweiten kennen. Zudem ist dem SVT die Qualität von Ex-Spieler Clemens ohnehin bestens bekannt. Reicht dies aus, um die Offensive der Fischer in Schach zu halten und dem starken Aufsteiger die ersten Punkte zu stehlen?
Fisch, So., 06.09., 14.00h
Foto: Archiv/Maes
