Wenn der FSV Trier-Kürenz und die SG Saartal II am Sonntag auf dem Petrisberg zusammentreffen, wartet auf beide Mannschaften nicht weniger als ein richtungsweisendes Duell im Abstiegskampf der B-11. Denn eine Niederlage dürfen sich weder die Hausherren noch die Gäste erlauben.

Der Abstiegskampf in der B-11 scheint spätestens seit der letzten Woche klar geregelt: Drei Teams kämpfen um den sicheren Platz zwölf, alle anderen – auch die direkten Tabellennachbarn – sind vorerst sicher. Eine Situation, die für die Mannschaften aus dem Saartal, Udelfangen und Trier-Kürenz für umso mehr Druck sorgt. Die Ausgangslage ist sechs Spieltage vor dem Ende umkämpft: Die SG Saartal II belegt den begehrten zwölften Rang und hat dort drei Punkte Vorsprung auf den SV Udelfangen und vier auf Schlusslicht Kürenz. Prognosen lassen sich bei diesen Abständen kaum stellen. Umso mehr Bedeutung kommt dem 21. Spieltag zu, denn an diesem stehen sich die Saartal-Reserve und Aufsteiger Kürenz direkt gegenüber.

Die SG Saartal II zeigte vor der Winterpause mehrere Lebenszeichen, als man drei von vier Spielen gewann und das Jahr mit einem 4:0 über Konkurrent Udelfangen ausklingen ließ. Den Rückenwind konnte die Elf von Erhard Gross jedoch nicht mit ins neue Jahr nehmen, wo man nach vier Partien noch auf den ersten Punktgewinn wartet. Allerdings: Mit Euren, Konz und Wincheringen warteten die Top Drei der Liga, womit die Chance auf Zählbares gering war. Die Niederlage gegen Zewen II (1:3) dürfte vor dem richtungsweisenden Kellerduell aber für Unmut gesorgt haben. Der Grund: Im Vergleich zur Saartal-Elf verzeichneten die beiden Konkurrenten bereits (Teil-)Erfolge.

Der FSV Trier-Kürenz verbuchte nach den Niederlagen gegen Konz und Wincheringen einen Punkt gegen Zewen II und verpasste zuletzt gegen Wasserliesch (3:4) nur knapp Zählbares. Ein Hoffnungsschimmer für den Aufsteiger, der bisher die schwächste Offensive der Liga stellt, war dabei die Rückkehr von Routinier Mustafa Kamal, der doppelt traf. Ein Spieler, der gegen die Saartaler wichtig werden könnte. Dass die Lage nicht zum Besten gestellt ist, wissen die Kürenzer, die seit Mitte September auf einen Sieg warten. Den Kopf will man allerdings nicht hängen lassen und sich – wenn es zum Abstieg kommen sollte – mit dem Wissen verabschieden, in jedem Spiel alles gegeben zu haben. 

Dass es für den FSV bisher nicht zu mehr Punkten reichte, liegt auch an der mangelnden Erfahrung der Elf. Für viele Spieler sei es laut Trainer Stephan Wicht das erste Jahr in der B-Klasse und nur wenige hätten mal höherklassig gespielt. Die Saartaler, obwohl ergänzt durch viele junge Spieler, verfügen hingegen über viele erfahrene Akteure, von denen sich viele schon in über der B-Klasse versuchen durften. Die Frage ist, ob man diesen Vorteil am Sonntag ausspielen kann. Im Hinspiel war die SGS-Reserve gut besetzt, kam gegen kompakte Kürenzer aber nicht über ein 2:2 hinaus. Nun geht es auf den Trierer Petrisberg, wo mit dem Hartplatz ungewohntes Geläuf wartet. Hinzu kommt, dass die Saartaler auswärts nur drei Punkte in zehn Spielen sammelten. Die gute Nachricht aus SGS-Sicht: Kürenz verbuchte in zehn Heimspielen lediglich vier Zähler, gilt damit nicht als „heimstark“.

Diese Statistiken spielen im Aufeinandertreffen zweier Abstiegskandidaten jedoch nur eine untergeordnete Rolle. Vielmehr geht es am Sonntag darum, den Kampf und die Situation anzunehmen. Schließlich dürfte auf dem Hartplatz keine Schönspielerei zum Erfolg führen, sondern Einsatz und Abschlussstärke. Letztere ließen beide Mannschaften in dieser Spielzeit zu oft vermissen. Nun werden die Karten in einem Spiel neu gemischt, das nicht weniger als richtungsweisend ist: Siegt Saartal II, baut man das Polster zum Schlusslicht auf sieben Punkte aus – für die Kürenzer wäre dies vermutlich der K.O. Siegt hingegen der FSV, verkürzt man auf einen Punkt und hält die Chancen auf den Klassenverbleib am Leben. 

Trier-Kürenz, So., 19.04., 14.30h

Foto: Archiv/Sandra Maes