11ER: Die SG Zewen verbuchte acht Punkte in den ersten acht Saisonspielen. Wie bewerten Sie diesen Saisonstart?

Bastian Hennen: Unser Saisonstart war sehr durchwachsen und sehr inkonstant. 

11ER: Wo sehen Sie die Gründe dafür?

Hennen: Gefühlt sind viele Spieler mit dem Kopf noch nicht in der A-Klasse angekommen. Ich habe den Eindruck, dass es teilweise eine mangelnde Einstellung in den Spielen gibt. Wir versuchen oft nicht, die Spiele mit aller Macht für uns zu entscheiden. Im Training kann ich den Jungs überhaupt keinen Vorwurf machen. Die Trainingsbeteiligung ist ohne Ausnahme super. Da ist die Bereitschaft 100 Prozent da.

11ER: Wenn sie sagen, dass die Trainingsbeteiligung ohne Ausnahme gut ist, liegt wohl auch eine gute Vorbereitung hinter Ihrer Mannschaft. War der Saisonstart vor diesem Hintergrund zu erwarten?

Hennen: Unsere Vorbereitung ist nicht ganz so super gelaufen, aber dafür konnten unsere Jungs nichts. Es gab ein paar Probleme, weil am Anfang noch kein Trainer für die zweite Mannschaft feststand. Das führte zum Anfang der Vorbereitung zu etwas Durcheinander. Hintenraus war es gut. Ich bin schon überrascht, wie schwer wir uns tun. Wir bringen keine Leidenschaft und nicht die richtige Einstellung auf den Platz. Fußballerisch fehlt es uns nicht an Qualität, aber das bringt nichts, wenn man auf dem Platz nicht Gas gibt.

11ER: Das klingt nach einer schwierigen Lage. Wie gehen Sie die Situation an?

Hennen: Es ist eine schwierige Lage. Es ist deutlich einfacher, ein Spielsystem einzustudieren, als die richtige Einstellung in die Köpfe zu bekommen. So etwas geht nur über Motivation und indem man das Team mitnimmt.

11ER: Welche Rolle spielt dabei ein Spieler wie Ihr Kapitän Philipp Kartz?

Hennen: Philipp versucht, definitiv voranzugehen. Wie gesagt, die Situation ist aber schwierig. Es gibt solche Menschen und es gibt solche. Im besten Fall hat man viele Spieler in einer Mannschaft, die – überspitzt gesagt – bereit sind, über ihre Schmerzgrenze zu gehen. Einfach Spieler, die mehr machen. Dann gibt es andere, die sind gut, wenn es läuft und schießen das fünfte, sechste oder siebte Tor. Ich meine das auch nicht als Vorwurf an unsere Spieler. Es gibt unterschiedliche Charaktere und nicht jeder ist bereit oder fähig, immer 100 Prozent aus sich rauszuholen. Diese verschiedenen Typen gibt es auch im Arbeitsleben. Im Fußball ist es nur so, dass du, wenn es gefragt ist, voll da sein musst. Schafft man das nicht, bringt die fußballerische Klasse nichts. Aktuell können wir nur hoffen, dass wir die Bereitschaft und Leidenschaft auf den Platz bringen.

11ER: Im nächsten Spiel wartet Pluwig, der mit viel Selbstbewusstsein und Rückenwind in die Partie geht. Kommt der Spitzenreiter zur ungünstigen Zeit?

Hennen: Ich weiß nicht, ob der Zeitpunkt so ungünstig ist. Zuletzt spielten wir gegen Pellingen, die nur drei Punkte vor uns standen, und verloren. Wie Sie sagen, kommt Pluwig mit Rückenwind. Gegen Riol ließ Pluwig das erste Mal Punkte liegen, aber sie sind noch immer ungeschlagen. Es ist vielleicht nicht schlecht, gegen Pluwig zu spielen, weil es keine großen Ansprüche oder Erwartungen an uns gibt. Aber auch gegen sie gilt: Neben der fußballerischen Klasse braucht es Leidenschaft und Bereitschaft. Zeigen wir die nicht, könnten wir gegen Pluwig Schiffbruch erleiden. Gerade gegen Mannschaften, bei denen es läuft, besteht die Gefahr, dass sie auch im Spiel schnell in einen Lauf kommen – und das endet meist nicht gut.

11ER: Wie steht es um das Personal fürs Wochenende?

Hennen: Personell sieht es gut aus. Unser Torwart Maximilian Weyand musste am letzten Wochenende schon nach fünf Minuten mit Knieproblemen raus und ist jetzt zusätzlich stark erkältet. Er wird uns sicher fehlen. Sein Ersatzmann Alexander Hinz machte es im letzten Spiel gut, hat schon viele Bezirksliga-Spiele bestritten und ist auf einem ähnlichen Niveau. Sein Einsatz ist kein Nachteil für uns.