11ER: Mit etwas Abstand: Wie sehr schmerzt die Niederlage gegen Morbach in der aktuellen Situation?

Robin Witzel: Die Niederlage ist immer noch ärgerlich. Man fragt sich natürlich, woran es gelegen hat und es ist für mich immer noch ein bisschen unverständlich. Gegen Osburg, den Tabellenzweiten, machten wir ein super Spiel, ließen kaum etwas zu und dominierten fast über das ganze Spiel. Dass wir dann gegen Morbach völlig ohne Selbstvertrauen auftreten und es nicht schafften, an unsere Leistung anzuknüpfen, ist hart. So ähnlich war es auch am Anfang der Saison, als wir nach unseren Zu-Null-Siegen gegen Leiwen plötzlich eine schwache Leistung zeigten und anschließend Punkte liegen ließen. Wir werden daran arbeiten und ich hoffe, dass gegen Ehrang eine Reaktion folgt.

11ER: Zuletzt führten Sie den mentalen Bereich als mögliche Ursache für die Schwankungen an. War das auch gegen Morbach der Fall?

Witzel: Es kann sein, dass wir mit dem Kopf nicht richtig da waren. Wir kamen nicht ins Laufen, nicht in die Zweikämpfe. Ich will der Mannschaft nicht unterstellen, dass es am Willen lag, doch man hatte an diesem Tag nicht das Gefühl, als wollten wir unbedingt gewinnen. Wir wollten nicht cleverer oder einen Ticken schneller sein. Gerade in der zweiten Halbzeit waren wir Morbach in vielen Belangen unterlegen. Wenn man darüber nachdenkt, ist es fast unerklärlich – gerade nach dem Spiel gegen Osburg. Ich weiß noch nicht genau, woran es liegt. Ich werde heute noch mit der Mannschaft darüber sprechen. Wie nach dem Spiel gesagt, hatten wir nicht die beste Vorbereitung auf die Partie. Das darf aber keine Ausrede für so eine Leistung sein.

11ER: Sie sind Spielertrainer. Wo sehen Sie Ihre Rolle auf dem Platz – gerade in solchen Situationen?

Witzel: Es ist als Spielertrainer schwierig, auf alles zu achten. Man muss sich auf sein eigenes Spiel konzentrieren und gleichzeitig seine Mitspieler und den Gegner im Auge behalten. Das ist eine große Herausforderung. Deshalb bin ich froh, dass ich mit meinem Co-Trainer Ghökhan Aslan jemanden an der Seite habe, mit dem ich mich zu 100 Prozent identifiziere. Wir denken und handeln gleich, haben die gleichen Ideen. Auch Philipp Pütz, der Trainer der zweiten Mannschaft, unterstützt uns. Wir haben einen guten Draht zueinander. Auf dem Platz hat man als Spielertrainer immer eine Vorbildfunktion. Wenn ich gut spiele, kann ich vielleicht den ein oder anderen Spieler motivieren und mitreißen. Bin ich nicht gut im Spiel, fällt es vielleicht auch anderen schwerer. Am Sonntag fand ich wie viele andere Spieler nicht gut ins Spiel. Das ist ärgerlich. Ich bin mittlerweile aber auch 37 und da wird es immer schwieriger. Vor allem, was das Muskuläre und die Bänder betrifft.

11ER: Im nächsten Spiel wartet die FSG Ehrang/Pfalzel, die bisher noch keine Punkte abgab. Was für einen Gegner erwarten Sie?

Witzel: Ehrang hat sich bisher nicht als Favorit gesehen, aber es war klar, dass sie im Kampf um den Aufstieg ein Wörtchen mitreden werden. Sie haben acht von acht Spielen gewonnen, sind noch im Pokal und haben ein Plus von 31 Toren auf dem Konto – besser kann man nicht starten. Es ist aber ein Duell zwischen Absteigern und wir konnten in der letzten Saison zeigen, dass wir zuhause gegen Ehrang gewinnen können. Jetzt haben wir das Gleiche vor. Ich glaube, dass die ein oder andere Mannschaft auf dieses Spiel schauen wird. Gewinnt Ehrang auch bei uns, denkt das ein oder andere Team vielleicht, dass sie gar nicht mehr zu stoppen sind. Ich hoffe auf ein enges Spiel. Das verspricht zumindest das Torverhältnis. Ehrang schoss drei Tore mehr, wir kassierten eins weniger – leider Gottes hatten wir aber schon ein paar Punktverluste. Wenn wir das Spiel verlieren, ist Ehrang auf zehn Punkte von uns weg. Dann würde es extrem schwierig werden, im Laufe der Saison noch mal Druck auf sie aufzubauen. Ich glaube nämlich nicht, dass sie diesen Vorsprung verspielen würden.

11ER: Wer ist am Wochenende dabei oder wird fehlen?

Witzel: Julian Philippi hat eine Zerrung und wird voraussichtlich fehlen. Klas und Becker fehlen weiterhin. Wenn sich keiner mehr in dieser Woche verletzt, bleibt der Kader unverändert zu Morbach.