11ER: Wie reagiert das Umfeld auf die immer noch anhaltende Erfolgswelle des Teams, das noch immer ungeschlagen ist?
Patrick Zöllner: Wir haben fünf Siege und vier Unentschieden im Punktekoffer, aber bei den Remis mit Saarburg, Sirzenich, Pluwig und Kordel auch absolut starke Gegner gehabt. Auch gegen Pluwig, das sich langsam auf gutem Niveau stabilisiert, war es nicht einfach zu punkten. Die Zuschauer sehen natürlich auch eine Entwicklung innerhalb der Mannschaft und reagieren positiv. Sie ordnen die aktuelle Entwicklung mit der Tabellenführung, genauso wie wir als Trainerteam, realistisch ein.
11ER: Warum kamen in so einem von der Ansetzung her attraktiven Spiel gegen Pluwig nur 80 Zuschauer auf den Zewener Sportplatz?
Zöllner: Das ist schwer zu erklären. Auch ich habe registriert, dass nach Langsur ein paar Zuschauer mehr kamen als jetzt nach Zewen. Das hat aber sehr viel mit den Fernsehübertragungen der Bundesliga zu tun. Die Leute können praktisch zu jeder Zeit an jedem Tag Bundesligaspiele live verfolgen. Das kostet natürlich auch Zuschauer, die dann nicht auf den Sportplatz kommen, weil Leverkusen gegen Bayern live zu sehen ist. Ich glaube nicht, dass das Wegbleiben der großen Zuschauermassen mit den Leistungen oder Tabellenkonstellationen unserer Mannschaft zu tun hat.
11ER: Wie gehen Sie als Trainer mit dem wachsenden Druck, der nach der nun schon über Wochen anhaltenden Tabellenführung auf der Mannschaft liegt, um?
Zöllner: Die Jungs sind selbstkritisch genug und haben gemerkt, das es auch andere gute Mannschaften gibt. Die Spieler wissen auch, dass die Abstände sehr gering sind und es nach zwei Niederlagen wieder ins Mittelfeld gehen kann. Deshalb warne ich davor, und das habe ich der Mannschaft auch so gesagt, den Trainingseifer und die Trainingsintensität zurückzufahren, nur weil wir ein paar Wochen Tabellenführer sind. Die Trainingsbeteiligung- und Intensität muss beständig sein. Zudem gibt es bei uns keinen Druck. Ursprünglich wollten wir Platz fünf anpeilen, eine Entwicklung vollziehen und eine Steigerung des Spielniveaus erreichen. Da sind wir jetzt auf einem guten Weg, der aber noch längst nicht abgeschlossen ist.
11ER: Ihre Mannschaft ist neben den Herausforderungen in der Liga auch noch im Pokalwettbewerb vertreten. Kommt da nicht ein bisschen zu viel zusammen?
Zöllner: Wir haben unser Achtelfinalspiel am 3. November in Wasserliesch auszutragen, einem Mittwoch, und wollen natürlich auch ins Viertelfinale einziehen und generell so weit wie möglich kommen. Doch der Pokal ist ein bisschen Fluch und Segen. Der Erfolg ist dann stark vom zur Verfügung stehenden Spielerpotenzial abhängig, weil unter der Woche etliche Leute studien- und arbeitsbedingt nicht da sein können. Anderseits habe ich die Möglichkeit, Spielern Spielpraxis zu ermöglichen, die sonst nicht in der Startelf stehen oder aus Verletzungen zurückkommen.
11ER: Ist der Spagat generell nicht schwierig genug, da auch die zweite Mannschaft in der C-Klasse ganz oben steht?
Zöllner: Ja, schon. Auf der einen Seite bin ich froh, wenn es bei uns mal eng wird mit den Leuten, wenn ich auf gute Spieler aus der zweiten Mannschaft zurückgreifen kann, auf der anderen Seite wäre es auch gut und wichtig, wenn die Zweite von uns Spieler abbekommt, wenn es deren Kader nicht hergibt. Unsere Zweite spielt jetzt am Wochenende bei Eintracht Trier II, das ist ein absolutes Spitzenspiel, wo sich einiges vorentscheiden könnte. Da wollen wir im Regelfall nicht tatenlos zusehen. Doch wir müssen in erster Linie auch unseren Kader abdecken.
11ER: Wie charakterisieren Sie Ismael Bierig?
Zöllner: Ich hatte vor der Saison ein längeres Gespräch mit ihm, als es darum ging, noch mal richtig Gas zu geben. Das hat er vom ersten Spiel an ordentlich unter Beweis gestellt. Ismael hat eine gute Trainingsbeteiligung und ist sehr motiviert und immer mit 100 Prozent dabei. Er hat seinen Fitnessstand verbessert und besitzt als Abwehrspieler eine gute Körperlichkeit. Zweikampfgeschick und Timing sowie das Läuferische sollte Ismael aber noch unbedingt verbessern.
11ER: Max Meyer kam vor der Saison vom Rheinlandligisten SV Mehring und bringt demzufolge auch Oberligaerfahrung mit. Welche Stärken bringt Max Meyer mit?
Zöllner: Neben seiner unglaublichen Erfahrung, auf die er bereits in jungen Jahren verwiesen konnte, ist er bei uns ein absolut strategischer Spieler, der es versteht, ein Spiel zu lesen und zu lenken. Er ist jetzt nicht der unbedingte Lautsprecher, aber ein Führungsspieler, der unglaublich ballsicher ist und die Bälle stark verteilt. Max plagt sich ab und an mit Oberschenkelverletzungen herum, was nicht unbedingt ein Vorteil ist. Doch Max ist nicht nur fußballerisch, sondern auch menschlich eine absolute Bereicherung für das Team.
11ER: Und Lukas Görgen. Was ist er für ein Typ?
Zöllner: Lukas ist immer zuverlässig, einsatzbereit, motiviert und überzeugt durch sein läuferisches Engagement. Mittlerweile hat er einen Tick mehr die professionelle Einstellung gefunden. Lukas ist variabel einsetzbar. Der kann praktisch alles spielen, ob Außenstürmer, Mittelstürmer, im rechten Mittelfeld oder aber als Rechtsverteidiger. Den kannst du überall hinstellen. Lukas besitzt eine gute Grundschnelligkeit, die Coolness vor dem Tor ist allerdings noch ausbaufähig.