11ER: Durch das Remis zwischen Ayl und Kanzem sowie dem erneuten Sieg der Hochwälder ist der Tabellenkeller noch enger zusammengerückt. Wie schätzen Sie die aktuelle Lage ein?

Fabian Schmidt: Die Liga ist im Prinzip in zwei Klassen unterteilt. In der unteren Hälfte kann alles passieren und die Ergebnisse haben gezeigt, dass jeder jeden schlagen kann. Hochwald gewinnt beispielsweise gegen Ayl und Wiltingen, Ayl gewinnt dann gegen Wiltingen, teilt sich aber dann gegen Kanzem die Punkte. Man kann nicht wirklich voraussehen, wer gewinnt.

11ER: Wie sehen Sie die Situation des SV Krettnach?
Fabian Schmidt: Unsere Lage ist tabellarisch alarmierend, wobei nach den Spielen gegen den VfL und Nittel abzusehen war, dass wir keinen großen Sprünge machen werden. Dass die anderen Mannschaften punkten, war auch klar. Aufgrund der Enge und Punkteverteilung sehe ich es gerade noch entspannt, denn in den nächsten drei Spielen haben wir alles selbst in der Hand.

11ER: Was wird in den Spielen gegen Mariahof, Hochwald II und Kanzem entscheidend sein, will man den Keller verlassen?
Fabian Schmidt: Entscheidend wird sein, dass wir den Leistungswillen, der sich seit unserer Übernahme gezeigt hat, erneut auf den Platz bringen. Es ist dass eine, gegen eine Mannschaft zu spielen, gegen die man auf dem Papier keine Chance hat, und solche, die auf Augenhöhe angesiedelt sind. Nittel und der VfL wollten das Spielen machen und haben uns eben dadurch Räume geboten. Wiltingen stand hingegen tiefer, machte es uns schwer und wir mussten selbst viel mehr zum Spiel beitragen. So erwarte ich auch die kommenden Gegner. Ich denke nicht, dass wir in der eigenen Hälfte angelaufen werden, sondern die Gegner erst einmal abwarten. Keiner möchte den ersten Fehler machen.

11ER: Sie sagten zuletzt Ihre Mannschaft wäre vom Typus eher ein Kontermannschaft. Welchen Fußball wollen Sie und Ihr Trainerkollege Dominik Bosl spielen lassen?
Fabian Schmidt: Grundsätzlich gefällt uns Fußball und deswegen wollen wir ihn auch spielen. Wir wollen am liebsten vorne draufgehen und den Gegner in ihrer Hälfte unter Druck setzten. Die Ballgewinne wollen wir nutzen und durch Pässe in die Schnittstelle schnell zu Abschlüssen kommen. Auf Dauer will ich nicht, dass wir uns nur hinten reinstellen und auf Konter lauern. Das habe ich auch schon unter meiner ersten Trainerzeit versucht umzusetzen. Wenn man in der B-Klasse gezielt draufgeht, passieren – bei allem Respekt vor unseren Gegnern – Fehler, die wir nutzen können. Wir wollen unsere schnellen Spieler in der Spitze also nicht nur nutzen, um auf Konter zu spielen, sondern auch, um Bälle möglichst hoch zu gewinnen.

11ER: Im nächsten Spiel wartet die SSG Mariahof. Mit was für einem Spiel rechnen Sie?
Fabian Schmidt: Das letzte Spiel gegen Mariahof war in mehrerer Hinsicht ein brisantes Spiel. Trotz ihrem Hartplatz ist Mariahof eine Mannschaft, die versucht fußballerische Lösungen zu finden. Offensiv haben sie Spieler, von denen der ein oder andere auch eine Klasse höher Akzente setzen könnte. Sie werden sehr gefährlich, wenn man ihnen Räume bietet. Wir müssen sie als Mannschaft geschlossen unter Druck setzen und von vornherein verhindern, dass sie Bälle in ihre letzte Linie spielen können.

11ER: Wie ist die aktuelle Personalsituation?
Fabian Schmidt: Eigentlich sind wir bis auf unsere Langzeitverletzten vollständig. Lukas Köster steigt in dieser Woche ins Lauftraining ein. Im Moment ist es also entspannt und wir haben immer 14, 15 Leute zur Verfügung.