Die Saisonunterbrechung ist fix, doch wie lange Pause ist, weiß noch niemand. Wir haben einige Trainer der regionalen Ligen befragt und wollten wissen, wie die Stimmungslage ist und ob es für die Mannschaften zumindest im Training mit Fußball weitergeht.

Alex Becker, SV Mehring II

Wie ist die Stimmung nach dem Saisonabbruch?

 „Die Situation ist ernüchternd. Dass etwas kommt, war ja durch die steigenden Zahlen klar. Dass der Verband vor der Regierung reagiert hat, verwundert mich aber schon. Es ist schade, denn ich habe große Bedenken, dass die Kreisklassen so überleben, wie wir sie kennen. Es gibt jetzt schon viele Vereine, die darunter leiden.“

Trainiert Ihre Mannschaft weiter?

„Wir wollen versuchen, uns einmal die Woche zu treffen und vielleicht Lauftraining oder Passübungen zu machen. Einfach, um uns nicht ganz aus den Augen zu verlieren. Ich habe aber das Gefühl, dass wir in diesem Jahr nicht mehr spielen werden. Dann geht’s vielleicht im Februar oder März wieder los – wir hängen also wieder vier Monate in der Luft. Auf der anderen Seite verstehe ich aber, dass dieser Schritt nötig war.“

Jörg Köhn, SG Fidei

„Es ist eine komplizierte Situation. Wir hatten in der letzten Woche ja schon den ärgerlichen Spielausfall, womit uns jetzt schon zwei Spiele fehlen. Das ist schade, weil wir gerade gut im Rollen waren. Ich gehe davon aus, dass in diesem Jahr nichts mehr anläuft. Im Frühjahr muss man dann schauen, wie es weitergeht, ob man nur die Hinrunde spielt oder die Runde eventuell verkürzt. Da muss man einfach sehen, was kommt.“

„Wir wollen auch weiter trainieren, allein schon, weil die Pause sonst zu lang wird. In Kleingruppen ohne Kontakt ist das aber auf Dauer schwierig. Irgendwann werden die Übungen zäh. Auch kleine Spielformen sind verboten. Fußball ohne Fußball zu spielen, macht keinen Spaß.“

Patrick Quary, TuS Schweich II

„In den letzten Tagen konnte man schon mit dieser Entscheidung rechnen. Es ist schade, weil wir bisher eine super Saison gespielt haben und auch gerne weitergemacht hätten. Am Ende muss man die Entscheidung aber akzeptieren, denn die Gesundheit geht vor.“

„Wir haben heute Abend eine Sitzung mit der Fußballabteilung der Mosella. Da werden wir auch besprechen, wie und ob es mit dem Trainingsbetrieb weitergeht. In unserer Mannschaft haben wir das Training für Freitag abgesagt. Da wollen wir uns nächste Woche treffen und alle Spieler befragen, was sie wollen. Ich gehe davon aus, dass in diesem Jahr kein Saisonspiel mehr stattfindet.“

Benny Weiler, SSG Mariahof

„Wir halten die Entscheidung absolut für richtig. Wir hätten jetzt noch gegen Föhren im Pokal spielen sollen, haben das Spiel aber schon auf Anfrage der Föhrener verlegen wollen. Sie mussten am Sonntag nach Zewen fahren und dann verschwitzt zurück nach Föhren. Am Montag waren dann schon zwei Leute erkältet. Die Regelungen sind eine Katastrophe. Die Stadt sagt so, der Fussballverband Rheinland so – solange die Sachen nicht klar geregelt sind, ist es sinnvoll, eine Pause zu machen. Wir hätten die Trainingswoche schon aus Sicherheitsgründen abgesagt, weil wir drei bis vier erkrankte Spieler haben. Natürlich ist es schade, weil wir jetzt auf dem dritten Platz stehen, doch als Aufsteiger haben wir keinen Druck, gleich wieder hoch zu müssen, und die Gesundheit geht einfach vor.“

„Wir werden uns im Vorstand noch besprechen. Plan ist aber, dass wir uns fit halten. Wir sind jetzt auf einem guten Fitnessstand, was am Anfang der Saison nicht unbedingt der Fall war – diesen Stand müssen wir jetzt beibehalten. Solange kein totaler Lockdown kommt, können wir unter Auflagen weiter trainieren.“

Carlo Müller, SG Wawern

„Wir hätten gerne weitergespielt, gerade weil jetzt die Gegner gekommen wären, gegen die wir hätten punkten müssen. Da wollten wir zeigen, dass wir nicht so schlecht sind, wie wir dastehen. Nach dem letzten Spiel war die Stimmung gut, jetzt ist sie ernüchternd. Ich habe keine Glaskugel, aber vor März werden wir wohl nicht mehr spielen. Wir haben uns alle gefreut, dass es wieder losgeht, aber jetzt ist es auch kein Weltuntergang, weil es man schon damit rechnen konnte. Es ist auch nachvollziehbar.“

„Wir werden erst mal alles auf Eis legen. Wir wollen uns an alle Regelungen halten, doch die nächsten vier Monate nur Passübungen ohne irgendeine Zielführung zu machen ist nicht das, was wir an diesem Sport so lieben.“ 

Markus Schwind, TuS Reinsfeld

„Wir sind letzte Woche schon davon ausgegangen, das etwas passiert. Für uns sind das aber die richtigen Maßnahmen. Der Spielplan ist jetzt schon verzerrt und Mannschaften wie Pluwig oder Schöndorf, die aus Sicherheitsbedenken nicht antreten möchten oder bei denen die Gemeinde den Platz sperrt, sollten eine gewisse Sicherheit haben. Es sind die richtigen Schritte, denn als Hobbyfußballer können wir uns nicht aus der Verantwortung nehmen und mit bis zu 30 Leuten trainieren und spielen, während die ganze Gesellschaft zurückstecken muss. Das kann nicht sein.“

„Wir gehen aktuell davon aus, dass wir jetzt Winterpause haben. Bei zwei Wochen Vorlauf reichen ja schon drei Wochen Pause, bis wir mit dem Spielplan am Jahresende sind. Wir haben unseren Trainingsbetrieb deshalb eingestellt und die Jungs schon jetzt in die Winterpause entlassen. Die meisten Spieler in der Kreisklasse spielen Fußball, um Fußball zu spielen. Ich kann nicht ständig Passübungen ohne Körperkontakt in Kleingruppen machen – das Spiel steht im Vordergrund.“

Thomas Konz, SV Tawern

„Es ist eine doofe Situation für alle, auf der anderen Seite bringt es aber auch nichts. Wir hatten jetzt ein Spiel ohne Publikum und unter den Rahmenbedingungen, dass nur eine Person in die Kabine darf und wir nicht duschen. Unterm Strich war es der richtige Schluss, denn am Wochenende Fußball zu spielen, ohne im Training Spielformen machen zu dürfen – das ist keine Lösung.“

„Wir müssen jetzt abwarten, wie es weitergeht. Wenn wir so trainieren können wie jetzt, werden wir auch weiter trainieren, solange wir dürfen. Das ist nötig, denn die letzte Corona-Pause hat gezeigt, dass wir im Nachhinein viele Verletzte hatten, weil die Jungs in dieser Zeit nicht richtig gefordert wurden und die Belastung nicht gewöhnt waren. Falls das Training untersagt ist, geben wir den Jungs einen individuellen Plan, mit dem sie sich fit halten sollen. Wir haben uns da schon Gedanken gemacht.“

Josef Karthäuser, DJK St. Matthias Trier II

„Gerade für unsere erste Mannschaft ist es enttäuschend, weil sie einen super Lauf hatte. Die Stimmung in unserer Mannschaft und zwischen der Ersten und Zweiten ist aber weiter gut. Es ist natürlich schade, dass jetzt wieder Pause ist, doch die Gesundheit geht vor. Ich hoffe, dass es dann im nächsten Jahr weitergeht.“

„Wenn wir trainieren dürfen, wollen wir auch weiter trainieren, um fit zu bleiben. Ohne Körperkontakt bleiben uns ja noch Passübungen oder wir studieren die Laufwege ein. Ohne richtige Zweikämpfe ist es aber auch kein richtiger Fußball.“

Bernd Körfer, SV Mehring

„Es darf da eigentlich keine zweite Meinung geben. Der Fußball muss jetzt mal in die zweite Reihe rücken. Es hat auch so, wie der Fußball jetzt nur noch möglich war, keinen Sinn gemacht. Wenn du ohne Zuschauer spielst, hast du keine Einnahmen und sollst in der Rheinlandliga dann noch ein Dreier- oder Vierergespann bezahlen. Da legen die Vereine am Ende drauf.
Ich finde es vernünftig, was entschieden wurde. Ich hoffe, der Verband bringt es jetzt auch vernünftig zu Ende. Meines Erachtens wird in diesem Jahr kein Spiel mehr absolviert, der Winter steht ja eh vor der Tür. Vielleicht kann man dann im Februar weitermachen und mit ein paar Englischen Wochen den Rückstand einholen.“

„Wir haben das Training jetzt erst mal stillgelegt. Wir haben uns mit dem Mannschaftsrat besprochen und setzen diese Woche das Training aus. Die Jungs sollen sich selber fit halten und gehen alleine oder in kleinen Gruppen laufen. Die Jungs kennen sich untereinander gut und helfen sich da auch.“