Einen ungewöhnlich hohen 6:1-Sieg fuhr der SV Trier-Irsch gegen den bisherigen Tabellenführer aus Sirzenich ein. Während es für den SVS nach neun Partien ohne Niederlage die erste Pleite setzte, unterstrich der SVI mit dem fünften Sieg in Folge seine momentan ausgezeichnete Form.

Dabei besaßen die Gäste zunächst die besseren Möglichkeiten. Luca Bierbrauer setzte einen Kopfball nach einem Freistoß knapp übers Gebälk (2.), anschließend wurde der gleiche Spieler erneut im Fünfmeterraum bedient. Diesmal flog der Ball um Haaresbreite am Pfosten vorbei. In der zehnten Minute wurde Sirzenich ein vermeintlich reguläres Tor wegen einer Abseitsstellung verwehrt.

„Da waren wir die klar bessere Mannschaft, hätten zwingend führen müssen“, blickte SVS-Trainer Till Schweitzer zurück. Der sah dann auch einige „sehr zweifelhafte und unglückliche Schiedsrichterentscheidungen gegen uns. Irsch bekam einen zweifelhaften Elfmeter zugesprochen, wir dagegen einen glasklaren danach wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung nicht. Da wurde Luca umgetreten, aber auf Abseits entschieden. So gerätst du durch einen Torwartfehler in Rückstand und liegst zur Halbzeit mit 0:3 zurück.“ Marco Döring stand goldrichtig, als ein Freistoß von Marvin Theis dem Sirzenicher Keeper Felix Bollig durch die Hände glitt und Döring schließlich abstaubte (12.). Dem verwandelten Elfmeter von Till Koal in der 23. Minute war ein Foul an Christoph Nickl vorausgegangen. Und als ein langer Ball von Döring punktgenau in den Lauf von Tobias Spruck gespielt wurde, der Spielertrainer des SVI Bollig umkurvte und ins leere Tor schob, stand es nach 45 Minuten 3:0 für die Hausherren. Döring sah nach einem ungestümen Foul an seinem Gegenspieler in der dritten Minute der Nachspielzeit glatt Rot.

Tobias Spruck: „Marco wollte ein taktisches Foul begehen, trifft seinen Gegenspieler seitlich von hinten am Fuß – unglückliche Entscheidung. So mussten wir uns noch mal konzentrieren, um kein Gegentor zuzulassen.“ Als Philipp Hermes nach Freistoß von Florian Meo die Kugel per Kopf über Bollig hinweg ins Sirzenicher Tor köpfte, war die Partie mit dem 4:0 entschieden (55.). „Es ist alles gegen uns gelaufen, wenn ich mal die zweite Halbzeit ausklammere. Da war Irsch über Konter immer gefährlich und sehr effizient. Sie haben mit Spruck, Nickl und Hermes auch sehr schnelle und abschlussstarke Stürmer drin, die wissen, wie es geht. Wir waren in der letzten Konsequenz nicht kaltschnäuzig genug. Mit den Gegentor zum 0:4 war die Moral dann auch gebrochen“, sprach Schweitzer jene Szene an, die symptomatisch für die mangelhafte Chancenverwertung war. „Philipp Brost schießt den Ball dem Torwart aus fünf Metern in die Arme. Es war ein Spiel, das du hättest nicht verlieren brauchen, schon gar nicht mit fünf Toren Unterschied.“

Das sah auch SVI-Spielertrainer Spruck so: „Wir haben kompakt verteidigt und uns in jeden Ball geworfen. Wichtig war, auch die hohen Bälle abzufangen und in den richtigen Momenten umzuschalten. Da haben wir in unseren Kontern eiskalt zugeschlagen. Der Sieg ist verdient, obwohl wir vom Spielverlauf her keine fünf Tore besser waren als Sirzenich. Derzeit stimmt bei uns die Einstellung absolut, der mannschaftliche Erfolg steht im Vordergrund. Die Spieler pushen sich gegenseitig in den Zweikämpfen.“

Foto: Hans Krämer