Wenn sich am Sonntag in Mandern die Absteiger SG Niederkell und FSG Ehrang/Pfalzel gegenüberstehen, wartet auf beide Mannschaften nicht weniger als eine richtungsweisende Partie. Eine, die ein Fingerzeig im Aufstiegskampf sein könnte.
Die B-11 ist aktuell eine Vierklassengesellschaft. Unten kämpfen mehrere Teams um den Klassenerhalt, dann folgt ein breites Mittelfeld und eine Spitzengruppe von vier Mannschaften, die aktuell nur ein einziger Punkt trennt. Ganz oben wiederum thront die FSG Ehrang/Pfalzel mit einem Sechs-Punkte-Polster auf Rang zwei. Die Ehranger spielten bisher eine makellose Saison und sicherten sich in jedem ihrer acht Ligaspiele einen Dreier, erzielten dabei 41 Tore bei lediglich zehn Gegentreffern. Und auch im Kreispokal ist die FSG weiter vertreten, empfängt dort nach einem 4:0-Erfolg gegen A-Ligist VfL Trier demnächst die SG Weintal.
Beachtlich ist nicht nur die Siegesserie des Absteigers, sondern vor allem die Stabilität, in der er seine Leistungen abruft. Die enttäuschende letzte Saison scheint in Ehrang/Pfalzel bereits vergessen, denn Rückschläge steckt man derzeit unbeeindruckt weg. Dafür gibt es gleich mehrere Beispiele: Gegen Schweich III lag die FSG mit 1:3 zurück und gewann noch mit 5:3. Bei der DJK Morscheid brachte man trotz einer halben Stunde in Überzahl eine 2:0-Führung über die Zeit, siegte am Ende 3:2. Nur eine Woche später behielt die Elf von Christoph Marzi auch gegen die SG Pölich die Nerven und entschied die umkämpfte Partie mit 4:3 für sich. Da die Verfolger weniger Konstanz zeigten und sich die Punkte teils gegenseitig stahlen, führen die Ehranger die Tabelle mit einem komfortablen Vorsprung an.
Zur Wahrheit gehört aber auch: Die großen Härtetests warten erst noch, wenngleich man den ersten gegen die SG Hermeskeil eindrucksvoll bestand (6:1). In den nächsten fünf Ligaspielen steht der Spitzenreiter vier Mannschaften gegenüber, die die Plätze zwei bis fünf belegen. Spiele, nach denen die Ehranger laut Coach Marzi „besser wissen, wo wir stehen“. Und schon das Spiel am Sonntag hat es in sich.
Die SG Niederkell stieg im Vorjahr gemeinsam mit der FSG aus der A-Klasse ab und fand sich wie diese gut in der neuen Klasse ein. Anders als der Konkurrent leistete sich die Elf von Robin Witzel jedoch schon mehrere Punktverluste. So kam die SGN gegen Hermeskeil und Bekond nicht über ein Remis hinaus; nach dem Gala-Auftritt gegen den Tabellenzweiten Osburg (7:2) folgte zuletzt die erste Saisonniederlage bei der FV Hunsrückhöhe II (1:2). Vor allem diese Leistungsschwankungen machen den Niederkellern aktuell das Leben schwer und sorgten dafür, dass man bereits sieben Punkte hinter Ehrang/Pfalzel zurückliegt.
Damit wartet auf die SGN schon am neunten Spieltag eine Art Schicksalsspiel. Der Grund: Siegt Ehrang, wächst der Rückstand auf den Primus auf zehn Punkte an – ein Polster, welches die FSG laut Niederkells Trainer Witzel wohl nicht mehr verspielen wird. Gleichzeitig geht es auch darum, den Ehranger Nimbus der Unbesiegbarkeit zu durchbrechen und den kommenden Gegnern der FSG zu zeigen, dass der Meisterschaftskampf nicht schon in der Hinrunde entschieden ist. Daran glaubt Christoph Marzi ohnehin nicht, der ein Zwischentief seiner Elf nicht ausschließt und mahnt, weiter hochkonzentriert zu arbeiten und die eigene Leistung abzurufen. Schließlich sei es bis zum Saisonende „noch ein langer Weg, und da kann noch viel passieren“.
Klar ist: Osburg, die Morbach-Reserve oder Niederkell, die alle um den Titel bzw. die Aufstiegsplätze mitspielen wollen, werden nicht einfach auf ein Ehranger Tief warten. Schon die Niederkeller haben den Heimsieg als Ziel ausgegeben. Und dieser ist nicht unmöglich, siegte die SGN im Vorjahr doch mit 4:2 vor heimischer Kulisse, während Ehrang das Rückspiel gewann (2:1). Ergebnisse, die in der Wiederauflage des Duells ebenso Spannung versprechen wie das ähnliche Torverhältnis (41:10 gegen 38:9). Den größten Teil zu einer guten, umkämpften Partie dürfte jedoch die Tabellensituation beitragen, denn verliert Niederkell, könnte die erste Vorentscheidung im Titelrennen bereits gefallen sein.
Mandern, So., 04.10., 14.45h
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