Sowohl in Sirzenich als auch in Lüxem ist die Entwicklung und die Weiterführung des Umbruchs wichtiger als der aktuelle Tabellenplatz. Während der SVS trotz zahlreicher Ausfälle spielerisch Fortschritte macht, sucht die Elf vom Grünewald nach schwankenden Wochen mehr Konstanz. Im direkten Duell der punktgleichen Team streben dennoch beide Mannschaften nach einem Erfolgserlebnis.

Elf Punkte aus bisher sieben Partien stehen beim SV Sirzenich zu Buche, der damit den achten Rang der Bezirksliga West belegt. Damit liegt man aktuell zwar hinter dem vierten Rang des Vorjahres, dennoch kann man beim SVS mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden sein. Aus einem bestimmten Grund: Die Entwicklung stimmt.

Sirzenichs neuer Coach Kevin Endres muss nach Abgängen von Leistungsträgern und der weiteren Verjüngung des Kaders einen Umbruch moderieren, der notgedrungen schneller stattfindet als geplant. Grund dafür ist die Ausfallliste der Sirzenicher, die mit Luca Bierbrauer (fällt langfristig mit Schambeinentzündung aus) sowie Kilian Düpre und Tim Laudwein (beide Aufbautraining) auf drei erfahrene Leistungsträger verzichten müssen. Hinzu kamen zuletzt auch die Ausfälle von Kevin Walter und Simon Klodt, die an diesem Wochenende jedoch wieder zur Verfügung stehen. Die Folge: Neben einer Anpassung des Spielsystems mussten andere Spieler in die Bresche und teils ins kalte Wasser springen. Elf Punkte lesen sich daher gut und es wären sogar deutlich mehr möglich gewesen.

Gegen die SG Saartal (1:1) musste der SVS gleich mehrfach verletzungsbedingt wechseln, dem Tabellenzweiten Schleid (1:3) bot man trotz rund 40-minütiger Unterzahl Paroli und jüngst führte man auch Titelaspirant Salmrohr an den Rand eine Niederlage, scheiterte letztlich aber an der eigenen Chancenverwertung. Kein Wunder also, dass Endres zufrieden auf die spielerische Entwicklung und zuversichtlich auf die kommenden Wochen blickt.

Zufriedenstellend verliefen auch die ersten acht Spieltage des SV Lüxem. Gleich zum Saisonstart setzte die Grünewald-Elf ein Ausrufezeichen gegen Salmrohr (2:1) und gewann eine Woche darauf das Derby gegen Aufsteiger Wittlich (2:1). Es folgten schwankende Wochen mit teils überraschenden Ergebnissen – positiven wie negativen. So sicherten sich die Lüxemer gegen Schleid nach einem 1:4-Rückstand noch einen Punkt, zeigten in der Folgewoche gegen die kriselnde Ruwertal-SG allerdings eine durchwachsene Leistung (1:2). Schwankungen, mit denen man laut Trainer Patrick Schmidt gerechnet habe, befinde man sich doch weiter in einem Umbruch. 

Ein Umbruch, den in gewisser Weise Kontinuität auszeichnet. Seit der Spielzeit 2023/24 verbuchte der SVL dreimal in Folge zwischen 33 und 37 Punkten. Anders als in den Vorjahren sicherte man in der letzten Saison jedoch früher die Klasse. In diesem Jahr will das Trainerduo Nicolas Hubo und Patrick Schmidt seiner Devise treu bleiben und sich in bestimmten Bereichen weiter verbessern. Lag der Fokus 2025/26 noch auf der Defensivarbeit, will man sich in 2026/27 „stärker auf den Spielaufbau“ konzentrieren. Diese sukzessiven Verbesserungen in den vergangenen Jahren sollen nun mindestens auf Platz neun führen. 

Ihren Teil dazu sollen auch die Neuzugänge beitragen, die sich gut einfanden. Julius Benz und Detsit Choompong kehrten an den Grünewald zurück. Hinzu kommen die jungen Perspektivspieler Luca Mertes, der sich aktuell in der eigenen Reserve für die Bezirksliga-Elf bewirbt, und Neo Klippel (beide FSV Salmrohr). Als echte Verstärkung erweist sich auch Nico Kieren, der als Spieler und Co-Trainer eingeplant ist. 

Das Fundament stimmt also sowohl beim SV Sirzenich als auch beim SV Lüxem. Aktuell sind die kommenden Gegner direkte Tabellennachbarn, haben sogar Punktgleichstand. Sirzenich absolvierte allerdings eine Partie weniger und könnte im Nachholspiel gegen Kellerkind Niederemmel aufstocken. Zuvor geht es aber ins direkte Duell, an welche der SVL keine guten Erinnerungen haben dürfte. Der Grund: In den letzten vier Duellen konnten die Lüxemer gegen Sirzenich keinen einzigen Sieg einfahren und teilten sich lediglich zweimal zuhause die Punkte. Auswärts hingegen unterlag man dem SVS (1:3, 1:4) jeweils deutlich. Am Sonntag kann man nun einen neuen Anlauf wagen und versuchen, diese Bilanz aufzubessern.

Sirzenich, So., 04.10., 15.00h

Foto: Archiv/Maes