Vorberichte, C-Trier/Eifel

Die Eintracht-Fohlen gastieren auf ungeliebten Hartplatz in Kenn

08. Oktober 2020, 00:00 Uhr

Leo Wollschläger (in rot) und der TuS Kenn wollen im Heimspiel gegen die Eintracht zeigen, dass sie nicht zu Unrecht zum elitären Kreis der Titelanwärter zählen.

Jede Menge brisanter und spannender Partien stehen am sechsten Spieltag der C-Liga Trier/Eifel auf dem Programm. Zweifellos wird die Partie in Kenn, wenn der gastgebende TuS die zweite Mannschaft von Eintracht Trier empfängt, im Fokus der Betrachtung stehen. Für den TuS Issel hingegen steht beim Gastspiel in Zewen ebenfalls sehr viel auf dem Spiel. Und die TSG Biewer möchte seinen guten Saisonstart mit einem Dreier in Kürenz veredeln.

SG Langsur II – TuS Issel

Es hört sich vielleicht etwas eigenartig an, doch der TuS Issel geht bei seinem Gastspiel in Zewen nicht als Favorit in die Partie. Das mag einerseits an dem fehlenden Rhythmus, der den zeitlich entzerrten Spielansetzungen geschuldet ist, liegen – andererseits gelten die Langsurer spätestens nach ihrem 2:2 beim SVE als Geheimfavoriten um Platz zwei. Das Team von Issels Trainer Stefan Jostock hat vor seiner dreiwöchigen Pause etwas an Rhythmus eingebüßt. Das magere 1:1 beim Stadtderby in Schweich und das 1:4 in Udelfangen zeigte dem Team ansatzweise die Grenzen auf. Immerhin gelangen der Mannschaft in Kürenz und gegen Aach zwei bemerkenswerte Erfolge. Soll ein Verbleib in den oberen Rängen gelingen, sollte Issel nicht nur Vollgas geben, sondern auch was Zählbares einfahren. Doch das wird alles andere als leicht, denn die Langsurer haben nicht nur eine kompakte und gut zusammengestellte Mannschaft stehen, sie setzen die Vorgaben des Trainers Stefan Castello auch vorbildlich um. Lediglich in Kenn unterlag das Team mit 3:4. Gelänge also der dritte Saisonsieg, wäre man nicht nur einen lästigen Konkurrenten los, sondern käme wieder in den elitären Bereich, der ihnen jegliche Chancen lässt.
TR-Zewen, Sonntag, 11.10., 14.00h

TuS Kenn – Eintracht Trier II

Das Spitzenspiel des Tages findet zweifellos in Kenn statt. Zwar haben beide Mannschaften zuletzt ungewohnt Federn gelassen, im direkten Vergleich zweier heißer Titelkandidaten kann einem der beiden jedoch ein auch in mentaler Hinsicht großer Erfolg gelingen. Die Langzeitwirkung des Spielausgangs könnte sich nachhaltig auf den weiteren Saisonverlauf auswirken. TuS-Coach Ralf Maring, der gemeinsam mit Michael Laux in der sportlichen Verantwortung steht, mahnt sein Team zu Vorsicht. „Wir haben die Gründe für die hohe Niederlage in Butzweiler aufgearbeitet und uns neu sortiert. Wenn alle Spieler mit Disziplin und Konzentration bei der Sache sind, können wir nicht nur Gas geben und den Schalter umlegen, sondern auch die Eintracht schlagen.“ So koche der SVE nach Meinung von Maring auch nur mit Wasser – man habe gesehen, an welchen Stellen die Mannschaft verwundbar ist. „Wir können 90 Minuten ein hohes Tempo gehen. Das haben wir gegen Langsur gesehen, als wir in der 90. Minute den 4:3-Siegtreffer erzielt haben. Wir freuen uns natürlich riesig auf das Spiel, zu dem hoffentlich 150 bis 200 Zuschauer kommen werden.“ Gespannt ist Maring, wie der SVE den Hartplatz in Kenn annimmt. Denn die Kunstrasen verwöhnten SVE-Kicker könnten mit dem ungewohnten Untergund so ihre Schwierigkeiten haben. „In jedem Fall brauchen meine Spieler keine extra Motivationsspritze und erwarten auch von der Kenner Fangemeinde eine nachhaltige Unterstützung.“ Für die hartgesottenen Kenner Fans wurden eigens auf dem Gegenhang 30 Sitzschalen montiert, um sich von der „Masse“ auch optisch abzugrenzen. Der TuS Kenn hat bis auf Alex Schumacher und Lukas Laux alles an Bord.
Eintracht-Trainer Stefan Fleck beschränkte sich in seinem Statement nicht auf das Langsur-Spiel, sondern richtete den Blick direkt nach vorn. „Uns war gegen Langsur bewusst, dass sie äußerst diszipliniert spielen würden. Ich kenne Stefan Castello lange genug und wusste um deren Stärken. Zwei Unachtsamkeiten haben uns das Leben schwer gemacht und uns den Sieg gekostet.“ In Kenn wolle man Stellungsfehler und Unachtsamkeiten vermeiden. „Ich denke, dass die Mannschaft keine Anpassungsschwierigkeiten auf dem Hartplatz haben wird. Kenn wird gegen uns unglaublich motiviert sein, doch wir freuen uns gerade auf solche Spiele, in denen wir auf Gegner auf Augenhöhe treffen. Ich will die Spieler vom Kopf her darauf vorbereiten.“ Kritik äußert der frühere Eintrachtler und Tarforster Spieler und Trainer am Spielsystem. „Durch die längeren Spielpausen geht der Spielfluss verloren. Es wäre besser gewesen, wenn man Spiele direkt nacheinander gelegt hätte. So musst du nach zwei oder auch drei Wochen Pause immer wieder neu aufbauen, sodass der Rhythmus verloren geht. Das ist schade.“ Für die Partie in Kenn hat Fleck dann auch wieder Routinier Manuel Hubo mit an Bord.
Kenn, Sonntag, 11.10., 14.30h

FSV Kürenz – TSG Biewer

Mit dem ersten Saisonsieg im Rücken möchte der FSV Kürenz auf dem heimischen Petrisberg auch die TSG Biewer bezwingen. Doch die zweite Ralinger Mannschaft ist wohl in dieser Saison (noch) wenig konkurrenzfähig. So sollte man auf Kürenzer Seite dem Sieg keine allzu große Bedeutung beimessen, obgleich dieser im Hinblick auf den künftigen Abstiegskampf noch wichtig werden könnte. Mit der TSG Biewer empfangen die Kürenzer eine Mannschaft, die zu Hause ebenfalls auf eine lange Hartplatztradition zurückgreifen kann und bereits einige Erfolge feierte. Drei Heimspiele absolvierte das Team von Spielertrainer Sascha Carl bereits – jeweils gegen gutklassige und spielerisch bessere Gegner. Doch lediglich beim 3:8 gegen Kenn gingen die Punkte an den Gegner. Kernscheid wurde mit 2:1 bezwungen und Udelfangen mit 2:2 in die Schranken verwiesen. Sascha Carl freilich ist mit dem Saisonstart zufrieden. „Von der Papierform her ist Kürenz ein leichterer Gegner. Doch das ist auch trügerisch, denn sie brauchen jeden Punkt und werden bis zum Umfallen kämpfen.“ Er selbst wolle mit seiner Truppe „drei Punkte holen, um oben wieder reinzuschnuppern“. Carl betont, dass „wir bislang eine mehr als respektable Saison spielen und für einen Aufsteiger eine sehr ordentliche Ausbeute erzielt haben“.
TR-Kürenz, Sonntag, 11.10., 14.30h

TuS Schweich III – SV Udelfangen

Die Mosella-Drittvertretung hat sich überraschend gut an die neue Liga und auch an die ungewohnte Trier/Eifel-Staffel (bislang ging das Team stets in der C-Mo-Ho an den Start) gewöhnt. Die erhöhte Spieleransammlung in Schweich hat nicht nur quantitativ mit der Meldung einer vierten Mannschaft in der D-Klasse einen Aufschwung erfahren, sondern auch in der Qualität hat sich das Team von Andre Badem auf solidere Beine gestellt. Lohn der personellen Aufrüstung ist der momentane dritte Tabellenplatz, den sich das Team durch überzeugende Leistungen erarbeitet hat. Neben den Siegen gegen Ralingen und Kernscheid stehen die bemerkenswerten Auswärtsremis in Aach und Issel auf der Habenseite. Gegen die Eintracht war der Respekt bei der 1:6-Klatsche wohl etwas zu groß. Dass Udelfangen das Zeug hat, in den erweiterten Dunstkreis der Titelkandidaten einzudringen, war bekannt. So spielt das Team von Michal Janega eine bislang gute Saison, auch wenn die ganz großen Gegner noch kommen. Immerhin ist der SVU noch ungeschlagen und hat sich vor dem Spieltag die vorübergehende Tabellenführung geschnappt. Beachtlich sind die deutlichen Siege gegen den TuS Issel (4:1) und die SSG Kernscheid (7:3). In Biewer gab man die ersten Punkte ab. Bleiben die Grün-Weißen auch am Winzerkeller ungeschlagen, kann es für die Elf nicht nur erfolgreich weitergehen, sie könnte sich auch als Stolperstein für die eigentlichen Favoriten erweisen. Der Spannungsgehalt ist also ungebrochen.
Schweich, Sonntag, 11.10., 15.30h (ls)   

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