11ER: Wenn man als heiß gehandelter Titelfavorit nach vier Spieltagen plötzlich Tabellenschlusslicht ist, kann das keinem gefallen. Was hat im Heimspiel gegen den FC Könen gefehlt?
Aimé Kinss: Wir waren überhaupt nicht anwesend, auch von der Körpersprache her. Könen war laufstark und aggressiv und hat uns auf dem falschen Fuß erwischt, sodass die Niederlage absolut verdient ist. Was mich ärgert, ist, dass wir mental gar nicht im Spiel waren. Und dann unterläuft einem Spieler so mancher Fehler, den man sonst nicht macht, wenn man in der Tabelle oben steht.
11ER: Aus dem Titelkampf ist plötzlich Abstiegskampf geworden. Was sagen Sie zu dieser ungewohnten Konstellation?
Kinss: Ja, der Start ist komplett in die Hose gegangen. Jetzt ist jedes Spiel ein Endspiel für uns. Klar, sind wir enttäuscht und die Jungs wissen, was die Stunde geschlagen hat. Jetzt zählt es, dass wir jeden Punkt holen müssen, den wir kriegen können. Aber ich bin mir auch sicher, dass wir aus der Talsohle wieder rauskommen, wenn die Basics wieder passen.
11ER: Wie schwer ist es derzeit, die Leistung respektive Qualität, die ja immer noch vorhanden ist, auf dem Platz umzusetzen?
Kinss: Wir haben immer noch eine junge Mannschaft, die auch Fehler machen darf, wenn auch nicht in dieser kompakten Form. Wir kriegen momentan auch nichts geschenkt und jeder Gegner will gegen uns immer noch mal eine Schippe zusätzlich drauflegen. Eine solche Situation ist die Mannschaft nicht gewöhnt, weil wir in den letzten Jahren irgendwie auch erfolgsverwöhnt waren. Vielleicht ist die Situation auch gar nicht so dramatisch, weil ich weiß, dass die Jungs da selber wieder rauskommen. Die sind ja selbst unzufrieden mit ihren Leistungen, obwohl wir bis auf das letzte Spiel gegen Könen nie ganz schlecht waren.
11ER: Wenn gute Mannschaften plötzlich ganz unten stehen, wird als Entschuldigung stets das fehlende Personal bemüht. Wie sehen Sie das?
Kinss: Klar, haben wir viele Verletzte, berufsbedingte Abwesenheiten und auch Leute, die jetzt in Urlaub gehen. Doch unsere Gesamtqualität ist immer noch so gut und ausreichend, um Spiele auf A-Klassenniveau zu gewinnen. Die Jungs, die spielen, haben mein Vertrauen und genau diese Spieler, müssen Farbe bekennen und ihre Leistung abrufen. Das Team ist intakt, wir müssen die Blockade im Kopf lösen, denn ich weiß, dass die Jungs super Fußballspielen können. Und das wissen sie auch. Wir müssen wieder im Kollektiv agieren und auch mal Führungen verwalten.
11ER: Was verlangen Sie im bevorstehenden Auswärtsspiel in Welschbillig gegen die SG Kordel?
Kinss: Laufbereitschaft, Leidenschaft, Kampfgeist, dass wir keine Bälle leichtfertig herschenken und die Zweikämpfe annehmen. Kordel war schon immer unangenehm. Sie haben noch mal eine bessere Mannschaft zusammen, als in den letzten Jahren. Da müssen wir defensiv stabil stehen und Fehler schnell korrigieren.
11ER: Was passiert in den nächsten Wochen, falls keine Trendwende gelingt?
Kinss: Ich bin überzeugt, dass wir aus dieser Situation wieder rauskommen und Pünktchen für Pünktchen holen. Derzeit müssen wir nach unten gucken, doch in ein paar Wochen können wir schon wieder im Mittelfeld stehen.