11ER: In den vergangenen sechs Spielen konnte die SG Ayl fünf Siege einfahren. Ist Ihre Mannschaft nach dem schwächeren Saisonstart in der Liga angekommen?
Ralph Güth: Man merkt, dass die Vorbereitung vorbei ist und niemand mehr im Urlaub ist. Dafür fängt es jetzt langsam mit Verletzungen an. Im Prinzip haben wir aktuell aber die gleiche Truppe im Training, mit der wir Sachen einstudieren können. Das merkt man in unseren Ergebnissen. So etwas ist auch nötig, um in den Spielen gegen stärkere Mannschaften zu bestehen. Es ist auch nicht mehr so wie in den ersten Spielen, als die Köpfe nach einem Gegentor nach unten gingen oder wir ab der 60. Minute einbrachen. Wir spielen jetzt konzentrierter, sind auch besser unter Druck.
11ER: Dabei profitiert Ihre Mannschaft sicherlich auch von den erfahrenen Spielern …
Güth: Ja, man darf nicht vergessen, dass wir einige ältere Spieler in der Mannschaft haben, die viel Erfahrung mitbringen. Das sieht man im Spielaufbau und auch daran, dass sie das Tempo mal rausnehmen. Junge Spieler wollen immer Tempo geben und sind auf Tore aus. Wenn das aber mal nicht direkt klappt, hadern sie oft mit sich selbst. Da ist es gut, Ältere an Bord zu haben, die sagen: „Wir haben immer noch 80 Minuten, um Tore zu schießen“.
11ER: Sie teilen sich Ihren Trainerposten in diesem Jahr mit Stefan Becker. Wie ist die Aufgabenverteilung geregelt?
Güth: Steff und ich kennen uns durch den Fußball schon seit Jahren und haben im letzten Jahr in Konz bereits zusammengearbeitet. Er übernimmt mehr den offensiven Part. Als Stürmer weiß er genau, wer wann wohin zu laufen hat. Ich bin mehr für den defensiven Part zuständig. Die ein oder andere Entscheidung treffen wir natürlich zusammen. Es harmoniert sehr gut. Das Gute ist, dass wir auch viele junge Spieler haben, die wissbegierig sind. Die wissen, dass Steff nicht nur Müll redet, sondern weiß, wovon er spricht. Das zeigt er ja auch auf dem Platz.
11ER: Ein älterer Spieler, der ebenfalls in Topform scheint, ist Michel Kupper-Stöß, der bereits sieben Mal traf. Dabei sagten Sie, dass er aufgrund von Hausbau etc. wohl nicht so oft zur Verfügung steht. Wie kam es jetzt zu den bisherigen Leistungen?
Güth: Michel ist ein guter Kollege von Steff und sie spielten schon in Konz lange zusammen. Der Hauskauf kam eigentlich zur günstigen Zeit. Für uns ist er vorne unersetzbar. Durch seine Erfahrung macht er auch Wege für die jüngeren Spieler frei. Er ist immer noch ein Stürmer, der auf Tore aus ist, aber hat jetzt auch öfter mal den Kopf oben.
11ER: Topleistungen zeigte bisher auch Nick Klasen …
Güth: Nick ist ein kämpferischer, ehrgeiziger Spieler, der keinen Ball verloren gibt. Seine Technik ist stark und er ist ein sehr wichtiger Spieler für uns. Er ist schon jetzt ein Topspieler, aber wenn es bei dem ein oder anderen im Kopf klick macht, kann er noch ein paar Prozent mehr aus sich rausholen.
11ER: Im nächsten Spiel wartet der FSV Trier-Kürenz, der mit dem ersten Saisonsieg anreist. Mit was für einem Gegner rechnen Sie?
Güth: Kürenz wird keine Laufkundschaft. In der Vorbereitung konnten wir 11:1 gegen sie gewinnen, aber solche Siege sind in der Vorbereitung nichts wert. Vom Tabellenstand her sind wir der Favorit, doch Kürenz ist immer gefährlich und ihre Spiele waren immer relativ eng. Wir werden sie deshalb nicht unterschätzen. Unser Rasen kann ein Vorteil für uns sein. Entscheidend wird er aber nicht.
11ER: Wie sieht es personell aus?
Güth: Wir hoffen, dass Tim Kugel rechtzeitig fit wird. Er hat seit drei Wochen Oberschenkelprobleme. Er ist zwar älter, aber ehrgeizig und wird sicher alles versuchen, um wenigstens 50, 60 Minuten spielen zu können. Abgesehen von den Langzeitverletzten fehlen uns diese Woche keine Spieler urlaubsbedingt. Wir sollten also fast alles an Bord haben.
