Ein Punkt aus drei Spielen, Tabellenletzter und bereits der zweite „Trainerwechsel“ der jungen Saison: Beim SV Niederemmel läuft derzeit wenig nach Plan. An Aufgeben denkt man beim SVN aber noch lange nicht – warum auch? Mit neuem Interims-Spielertrainer soll gegen die SG Ruwertal/Gutweiler der nächste Anlauf auf den ersten Saisonsieg gelingen.

Der SV Niederemmel befindet sich in einer interessanten, wenngleich schwierigen Lage. Die Mosella konnte in den ersten drei Spielen nur einen Punkt verbuchen und rangiert damit auf dem letzten Platz der Bezirksliga West. Keine allzu große Überraschung, denn eine schwierige Saison erwartete man in Piesport ohnehin. Allerdings nahm die Spielzeit schon vor ihrem eigentlichen Start einen überraschenden Umweg, als Trainer Sascha Kohr sein Amt unmittelbar vor Saisonbeginn niederlegte. Mit Manuel Leitzgen sprang kurzfristig ein ehemaliger Spieler ein, der nun aber erwartungsgemäß nicht mehr zur Verfügung steht. Den erneut freien Posten soll ab diesem Wochenende Kapitän Benedikt Vogedes übernehmen, der also als neuer Interims-Spielertrainer fungiert, ehe ein neuer, fester Coach gefunden ist. Keine leichte Suche zu diesem ungewöhnlichen Zeitpunkt in der Saison.

Das Saisonziel Niederemmels bleibt trotz allem bestehen, denn die Marschroute lautet nach wie vor Klassenerhalt. Und daran wird sich laut dem ersten Vorsitzenden Jörg Endries aller Unkenrufe zum Trotz nichts verändern. Ganz im Gegenteil, gibt sich der SVN kämpferisch. Oder wie Endries es ausdrückt: „Wir werden schon als Absteiger Nummer eins abgestempelt, aber ich sehe das anders.“ Tatsächlich macht sich der Vorjahreselfte zu Recht Hoffnungen auf einen weiteren Bezirksliga-Verbleib. Zwar war die bisherige Ausbeute überschaubar, doch kampflos gab sich die Truppe von der Mosel nie geschlagen: Nach dem Remis gegen Walsdorf spielte man gegen Aufsteiger Kylltal lange um die Punkte mit und hielt auch gegen den Tabellenzweiten SG MSN-Schleid (2:4) dagegen. Die Partie gegen den SV Sirzenich steht noch aus und wird erst am 7.10. nachgeholt.

Neben diesen Leistungen stimmt das Ligaschlusslicht auch die Trainingsbeteiligung und die Stimmung positiv. Die Mannschaft sei intakt und gebe sich nicht auf. Dies gilt es in den nächsten Wochen oder schon an diesem Wochenende im zweiten Heimspiel der Saison mit Punkten zu untermauern. Schließlich kommt es auf solche im Abstiegskampf an.

Mit der SG Ruwertal/Gutweiler wartet ein Gegner auf den SVN, der in den vergangenen Spielzeiten deutlich weiter oben angesiedelt war und in der Vorsaison Rang sieben belegte. Das Bezirksliga-Urgestein kämpft jedoch mit eigenen (Personal-)Problemen, verbuchte dennoch fünf Punkte in den ersten vier Spielen. Freudenstürme lösten die meisten Auftritte im Ruwertal aber nicht aus: Gegen Wittlich bot man eine ordentliche Vorstellung (1:1), ehe eine verdiente Niederlage gegen Ellscheid folgte (0:2). Nach dem torlosen Remis gegen Walsdorf unterlag man im Rheinlandpokal Eintracht Trier nur knapp, ehe gegen die SG Kylltal-Birresborn trotz durchwachsener Leistung der erste Saisonsieg folgte (2:0). Auffällig: Während man defensiv stabil stand, fehlte offensiv bei nur drei erzielten Toren in fünf Spielen die Durchschlagskraft. Probleme, die man in der Vorwoche anging.

So berichtete Bastian Jung, dass man in den ersten Wochen taktische Fehler gemacht habe. Hinzu kam, dass die SGR Neuzugang und „Strafraumstürmer“ Benjamin Thorbeck nicht in Position brachte. Dieser erzielte gegen Kylltal nun seinen ersten Treffer, legte einen weiteren auf. Auch deshalb wähnt man sich bei den Ruwertalern auf einem guten Weg. Zumal sich das Lazarett lichtet und mit Fabian Eiden die baldige Rückkehr eines Schlüsselspielers erwartet wird. Den positiven Trend in der Formkurve will der Tabellenachte nun mit einem Sieg gegen Niederemmel bestätigen. Auch wenn Jung spielerische Vorteile bei seiner Elf sieht, weiß der Ruwertal/Gutweiler-Coach, dass in Piesport nicht nur spielerische Klasse, sondern vor allem die Grundtugenden wie Kampf- und Laufbereitschaft gefragt sind. Faktoren, die auch Gegner Niederemmel auf den Platz bringen will. Ob die Ruwertaler ihrer Favoritenstellung gerecht werden können oder ob die Niederemmeler unter Beweis stellen, dass der Klassenerhalt kein Wunschdenken ist, zeigt sich am Sonntag.

Piesport, So., 06.09., 14.30h

Foto: Archiv/Maes