Vier Spieltage sind in der A-Klasse absolviert und lediglich eine Mannschaft gab sich weder geschlagen noch einen Punkt ab: der SW Pluwig/Gusterath. Im Heimspiel gegen den VfL Trier will man diese Serie nun fortsetzen. Dabei ist Vorsicht geboten, denn gerade wegen der neun Punkte Unterschied auf dem Konto hat der Außenseiter nichts zu verlieren.

Schwarz-Weiss Pluwig/Gusterath legte einen Start nach Maß hin und entschied seine ersten vier Ligaspiele allesamt für sich. Damit sind die Pluwiger die einzig verbliebene Mannschaft der Kreisliga A, die noch ungeschlagen ist. Eine starke Leistung, die in dieser Form nur bedingt zu erwarten war. Der Grund: Mit Tobias Spruck und Co-Trainer Timo Koch stehen zwei Neue an der Seitenlinie, die das Pluwiger Spielsystem auf den Kopf gestellt haben. Veränderungen, die ihre Zeit brauchen und weiter brauchen werden. Bisher war dies den Schwarz-Weissen jedoch nur bedingt anzumerken.

In den ersten Wochen schoss Pluwig/Gusterath gegen Olewig, Saarburg und Welschbillig insgesamt sechs Tore, kassierte im Gegenzug kein einziges. Nach drei Spielen ohne Gegentore lag man gegen den Vorjahresdritten aus Schweich mit 0:2 zurück – und gewann am Ende 6:2. Erfolge, die Spruck dem Einsatz seiner Elf in den Spielen und im Training zuschreibt. Der Ehrgeiz, die Wissbegier und die gute Trainingsbeteiligung würden dafür sorgen, dass die angestrebten Automatismen immer schneller greifen und die Laufwege besser werden. Dies machte sich auch offensiv bemerkbar, wo sich nun auch endlich die Ausnahmestürmer Nico Denzer und Christoph Nickl in die Torschützenliste eintragen durften. Und ohnehin: Mit jedem Erfolg wächst das Selbstvertrauen und das neue Selbstverständnis einer Mannschaft, die in ihrem elften A-Klassen-Jahr nun wieder oben mitspielen will.

Ganz anders sind die Ziele beim VfL Trier gesteckt. Nach der Vorsaison, in der man den Abstieg nur um ein Haar verhinderte, steht die aktuelle Spielzeit unter dem Motto Weiterentwicklung. Der neue Coach Oliver Sollner will die junge Trierer Truppe nicht nur persönlich, sondern auch fußballerisch weiterbringen und jeden einzelnen Spieler so nah wie möglich an das eigene Potenzial heranführen. Keine leichte Aufgabe, denn der Entwicklungsprozess soll schließlich auch genügend Punkte abwerfen, um den Klassenerhalt zu bewerkstelligen.

Entsprechend zufriedenstellend fiel der Start des VfL aus: Nach einer guten Vorbereitung besiegte man die SG FLRK Fell und feierte damit gleich zum Auftakt einen Dreier. Eine Woche später folgte eine knappe 1:2-Heimniederlage gegen Bezirksliga-Absteiger Zewen. Dabei boten die Heiligkreuzer eine solide Vorstellung, zahlten bei zwei Standards aber Lehrgeld. Es folgte die vergangene Englische Woche, die sich aus VfL-Sicht nur als enttäuschend beschreiben lässt: Gegen Sauertal, im Pokal gegen Ehrang und im letzten Spiel gegen Schöndorf unterlag man jeweils 0:4. Ein Dämpfer in der Entwicklung der jungen Truppe und ein Rückschritt in der Tabelle, wo man auf Rang zwölf abrutschte. 

Die Partie gegen den Spitzenreiter kommt damit vermeintlich zur Unzeit. Dem widerspricht Sollner, der den Zeitpunkt sogar passend findet. Der Grund: Gegen die ambitionierten Pluwiger ist man der klare Außenseiter, kann ohne Druck aufspielen und hat nichts zu verlieren. Eine „gefährliche“ Ausgangslage, um die auch Pluwig-Coach Spruck weiß. Ohnehin muss die Partie nicht so eindeutig werden, wie sie auf dem Papier scheint. Schließlich entschied der VfL das Hinspiel der Vorsaison mit 2:1 für sich, luchste den Schwarz-Weissen auch im Rückspiel (2:2) einen Punkt ab. Ergebnisse, die den Trierern beim Gastspiel gegen die Ungeschlagenen Mut machen dürfen. Und überhaupt: Als „Underdog“ – wie Sollner seine Elf in Pluwig bezeichnet – hat man nichts zu verlieren, aber alles zu gewinnen. 

Pluwig, So., 06.09., 14.30h

Foto: Maes