11ER: Viele Pflichtspiele absolvierte die SG Hermeskeil noch nicht. Das erste Saisonspiel gegen Pölich endete unentschieden und der jüngste Auftritt gegen Leiwen II wurde zur Pause abgebrochen. Dennoch: Welchen Eindruck haben Sie von Ihrem neuen Team gewonnen?
Aimé Kinss: Bisher ist der Eindruck positiv. Es ist eine neue Aufgabe für die Mannschaft und für mich als Trainer. Ich kenne die Klasse nicht, aber das ist für mich auch nicht relevant. Ich schaue lieber, wie wir uns weiterentwickeln können. Wir haben eine gute Mannschaft in einem guten Umfeld. Gemeinsam wollen wir das Projekt angehen und die Mannschaft in dieser Saison entwickeln. Das Spiel gegen Pölich war nicht schlecht. Es war aber eine neue Konstellation für die Mannschaft und mich. In den letzten 20 Minuten spielten wir nach der Gelb-Roten Karte auch mit einem Mann weniger. Letzte Woche fehlte ich aus persönlichen Gründen, doch aus dem Spiel gegen Leiwen gab es keine große Erkenntnis. Jetzt freuen wir uns auf die nächste Aufgabe. Bekond ist super gestartet und wird viel Selbstbewusstsein haben. Da wollen wir in dieser Woche zweimal gut trainieren und vorbereitet sein.
11ER: Unter Ihrem Vorgänger Andreas Weber hat sich die Mannschaft in den letzten Jahren stetig weiterentwickelt. In welchen Bereichen wollen Sie die Mannschaft in dieser Saison weiterbringen?
Kinss: Erst einmal Kompliment an Andy. Er hat gute Arbeit geleistet und man hat gesehen, dass sich die Mannschaft sehr gut entwickelt hat. Wir haben ein paar junge Spieler und auch Neuzugänge dazubekommen. Jetzt wollen wir die Mannschaft weiter nach vorne bringen. Man muss unsere Spielphilosophie auf und neben dem Platz sehen. Wir müssen gemeinsam wachsen. Alle glauben an das Projekt, aber es braucht Zeit, neue Spieler zu integrieren und einen neuen Trainer, eine neue Mannschaft kennenzulernen. Die Voraussetzungen für den Erfolg sind aber gegeben.
11ER: Sie haben die neuen, teils jungen Spieler angesprochen. Im Umkehrschluss treten auch einige ältere Spieler wie Michael Urhahn oder Johannes Ziegenhagel, die Leistungsträger und Führungspersönlichkeiten waren, kürzer oder haben sich zurückgezogen. Ist das in dieser Situation ein Vorteil, damit sich neue Führungsfiguren bilden oder hätten sie diese Spieler doch gerne dabei?
Kinss: Es wäre schon gut, wenn sie dabei wären. Wir müssen ihre Entscheidung aber akzeptieren und nach vorne schauen. Außerdem sind die beiden ja auch nicht aus der Welt. Es ist wichtig, Spieler mit so einer Erfahrung im Team zu haben. Michael und Joschi sind Spieler mit Qualität, die die Jüngeren an die Hand nehmen können. Dass sie kürzer treten, ist schade und es wäre toll, solche Spieler regelmäßig auf dem Platz stehen zu haben – verloren sind sie aber nicht und die Tür steht immer für sie offen. Doch auch so haben wir viele erfahrene Spieler an Bord, die einen super Charakter haben und die Jungen führen können. Wir müssen uns nur finden.
11ER: Im nächsten Spiel wartet der SV Bekond, der mit zwei Siegen und 9:0 Toren gestartet ist. Was erwarten Sie für einen Gegner?
Kinss: Ich kenne die meisten Mannschaften der Klasse nicht, aber nach dem guten Start wird Bekond viel Selbstbewusstsein haben. Außerdem haben sie ein Heimspiel und da wissen wir, was auf uns zukommt. Wir gehen das Spiel respektvoll und hochkonzentriert an, wollen aber auch zeigen, was wir in der Vorbereitung gelernt haben. Wir müssen uns noch entwickeln, doch gegen Bekond würden wir gerne eine Visitenkarte abgeben. Dafür müssen wir eine disziplinierte Leistung abrufen.
11ER: Wie sieht es personell fürs Wochenende aus?
Kinss: Luca Herrloch war unser bester Torschütze in der Vorbereitung, verletzte sich aber und steht noch nicht wieder zur Verfügung. Es gab auch noch eine Hiobsbotschaft: Daniel Helfenstein wurde gegen Pölich gefoult und brach sich das Bein. Solche Dinge passieren leider im Fußball. Unser Kader ist groß genug, um zwei, drei Spieler aufzufangen. Es sind Probleme, die auch andere Mannschaften haben.
