Ein verrücktes Spiel sahen die Zuschauer beim kleinen Derby zweier Bezirksliga-Reserveteams.
Zweimal führten die Gäste aus dem Höhenstadtteil, doch am Ende durften die Hausherren jubeln. Julius Barbion eröffnete nach einer Viertelstunde den Tarforster Torreigen. Die Führung des FSV hatte bis zur Pause Bestand, ehe die Mosella zwei Schippen drauflegte und die Partie drehte. Kenneth Harrow traf nach Vorarbeit von André Schwarz zum Ausgleich (47.), bevor Nillas Cillien nach Zuspiel von Harrow nur vier Minuten später auf 2:1 stellte. Der FSV kam stark zurück und durch Leon Wegner zum Ausgleich – 2:2 (60.). Sieben Minuten später hielt Leo Reh den Fuß in eine Flanke rein und netzte zur abermaligen 3:2-Führung für die Gäste ein. In der Schlussphase wurde es turbulent: Zunächst egalisierte Lennart Wirz die Tarforster Führung, als dieser nach Pass von Björn Kraus zum 3:3 vollendete. Als niemand mehr daran glaubte, schlugen die Schweicher Fohlen noch zweimal zu. Tobias Marmann war zum 4:3 zur Stelle (90.+3) und vom Anstoß weg legte schließlich Cillien mit dem 5:3 den Deckel drauf (90.+5). Mosella-Trainer Patrick Quary sah folgendes Spiel. „Insgesamt war es ein wildes Spiel. Wir hätten in den ersten zehn Minuten schon 2:0 führen müssen, sind dann aber mit dem ersten Torschuss von Tarforst in Rückstand geraten. Nach zwei Toren, die wir vorgelegt haben, gerieten wir wieder in Rückstand, weil wir die Zweikämpfe nicht richtig angenommen haben. Weil sich die Mannschaft zusammengerauft, viel Druck nach vorne entwickelt und Moral bewiesen hat, kam ein dennoch glücklicher Sieg zustande.“ Tarforsts Coach Alexander Becker kommentierte, in beide Halbzeiten katastrophal gestartet zu sein. „Das waren die schlechtesten 15 Anfangsminuten, die wir je gespielt haben. Mit der ersten Offensivaktion von Schweich kriegten wir den Ausgleich, fingen dann kurze Zeit später ein schnelles zweites Gegentor. Erst danach haben wir angefangen, Fußball zu spielen und waren die bessere Mannschaft. In den Schlussminuten sind wir brutal ausgekontert worden. Wir haben nach dem 3:3 aufgemacht, sind nach Einwürfen und Tempogegenstößen nicht mehr nachgekommen und haben das Spiel unglücklich verloren. Wir hatten es zwar nicht verdient gehabt, das Spiel zu gewinnen, doch ein Punkt wäre gerecht gewesen. Es war eine Frage der Konzentration. Wir fabrizierten Fehler im Spielaufbau und haben Fehlpässe in Risikozonen gespielt, als wir keine gute Konterabsicherung hatten. Es war schlicht eine bittere Niederlage.“
