Bevor der Irscher Sieg im Hochwald feststand, musste der SVI ein hartes Stück Arbeit verrichten.
Zwar legte Luca Sasso-Sant nach knapp einer halben Stunde für den Tabellenzweiten vor, doch Peter Weber egalisierte die Gästeführung noch im ersten Durchgang (38.). Dabei hatten die Trierer genügend Möglichkeiten, schon früher zu erhöhen. Sasso-Sant nach Flanke von Luca Klupsch, Benjamin Thorbeck mit einem Schuss an die Latte und erneut Thorbeck, dessen Schlenzer von einem Niederkeller Abwehrspieler auf der Linie zur Ecke geklärt wurde, stehen für den druckvollen Angriffsfußball, den der SVI spielte. Auf der anderen Seite verpasste Jakob Reichert für Niederkell die Führung, als dessen Abschluss gegen die Latte prallte. Zum Ende der ersten Halbzeit entwickelte die Elf von Spielertrainer Robin Witzel mehr Druck, kam durch Weber zum 1:1. Reichert hätte nachlegen können, nachdem Felix Scheurer ausrutschte, der SG-Kapitän allein durch war, aber SVI-Torwart Constantin Handzik Sieger im Eins-gegen-eins blieb. Die Hochwälder kamen fokussiert aus der Kabine und drehten die Partie. Nach einem Fehler im Spielaufbau eroberte Lukas Rausch den Ball – Niclas Philippi sagte Danke – 2:1 (53.). Irsch verlor in jener Phase völlig den Faden. Nachdem Thorbeck das 2:2 noch liegen gelassen hatte, machte es Tim Grundheber in der 69. Minute besser. Der hatte einen Steckpass von Thorbeck angenommen und über SG-Torwart Max Massmann gehoben – 2:2. Mit einem Doppelschlag nur fünf Minuten später brachte sich Irsch dann doch noch auf die Siegerstraße. Massmann verschätzte sich bei einer langen Flanke von Jonas Briesch. Thorbeck traf endlich per Kopf zum 3:2-Siegtreffer für den Tabellenzweiten. Die letzte Möglichkeit, nochmals auf 3:3 zu stellen und einen wichtigen Punkt mitzunehmen, verpasste Mathis Marx. Handzik war auf dem Posten und hielt den knappen Sieg für die Szimayer-Elf fest. „Wir sind noch mal mit einem blauen Auge davongekommen“, bilanzierte SVI-Trainer Sebastian Szimayer. „Wir konnten nicht an die Leistungen der letzten zwei Wochen anknüpfen. In der ersten halben Stunde hatten wir fünf Hochkaräter, bevor wir das 1:0 machten. In den letzten 15 Minuten vor der Halbzeit hatten wir komplett den Faden verloren. Wir hatten uns deswegen vorgenommen, wieder einen einfacheren Fußball zu spielen und nicht so viele Ballverluste zu provozieren. Nach den ersten 20 Minuten war ich dann auch etwas sprachlos, weil wir gar nichts mehr auf die Kette bekommen haben und verdient in Rückstand geraten sind. Da war Kell klar besser“, äußerte der Irscher Trainer nur wenige Hoffnungen auf eine Wende. „Aus dem Nichts haben wir dann das 2:2 erzielt, wieder Blut geleckt und anschließend das Siegtor markiert. Es gab viel Schatten, aber mit dem glanzlosen Sieg auch Licht. Es war ein glücklicher Sieg, ja, aber ich werde mich über die drei Punkte nicht beschweren.“ Niederkells Trainer Robin Witzel zog folgendes Fazit: „Ein Remis war möglich. Wir sind tiefgestanden, haben uns auf die Defensive fokussiert und so das Kurzpassspiel von Irsch unterbunden. Auch die langen Bälle sind gut wegverteidigt worden. Gleichwohl er ein super Spiel gemacht hat und uns mit ein paar herausragenden Paraden im Spiel hielt, hat Max Massmann in zwei Momenten die falsche Entscheidung getroffen und zwei Gegentore begünstigt. Jeder Fehler wird momentan bestraft. Wir haben einfach das Spielglück nicht auf unserer Seite. Nach dem 2:1 müssen wir auf 3:1 stellen. Doch Einstellung und Kampf haben gestimmt. Ich habe gesehen, dass die Mannschaft lebt und sich noch nicht aufgegeben hat.“
