Der 1:0-Sieg des FSV Tarforst stand auf wackeligen Füßen, war am Ende aber hochverdient.
Der Rheinlandligaabsteiger hatte sich gegen die SG Wiesbaum zum fünften Sieg im fünften Spiel gekämpft. Es war nicht alles Gold, was glänzte, an diesem Spätsommerabend im Trierer Höhenstadtteil, doch der FSV machte das, was wer am besten kann und blieb bis zur 52. Minute geduldig und fokussiert, ehe er nach gefühlt 90 Prozent Ballbesitz und etlicher Hochkaräter endlich zum einzigen Treffer kam. Scheiterte Nico Neumann noch kurz vor der Halbzeit per Kopf aus kurzer Distanz am überragenden Wiesbaumer Torwart Justus Köhler, so war der Tarforster Stürmer nach einem Diagonalball des am Freitagabend als Abwehrchef fungierenden Florian Weirich sieben Minuten nach Wiederbeginn mit einem Kopfballaufsetzer zur Stelle. Nach einer Ecke von Benedikt Decker, der für nahezu alle Standards beim FSV zuständig war, strich ein Dropkick aus 15 Metern von Weirich knapp übers Tor von Köhler. Der Gästekeeper parierte vornehmlich im zweiten Durchgang einige Male großartig und hielt seine Mannschaft trotz des 0:1 im Spiel. Die Vukaneifeler generierten aus tiefen Räumen etliche Ballgewinne, sodass nach vorn anschließend einige Male die Post abging. So wurde es einige Male gefährlich in der Tarforster Hälfte, als es über Leon Bauer, Timon Mathar und Lucas Duvivier schnell ging. Doch allzu oft blieben die Gäste hängen, die mühsam eroberten Bälle waren im Nu wieder weg. Auch nach dem Führungstreffer ging der Tarforster Einbahnstraßenfußball weiter: Ein Flachschuss von Fabian Wey lenkte Köhler zur Ecke (65.), ein Schrägschuss des gleichen Spielers landete am Außennetz. Anschließend prüfte Neumann Köhler mit einen m 25-Meter-Hammer. Der Schlussmann des Aufsteigers blieb schließlich auch bei einem Schlenzer von Decker Sieger. Doch in der Schlussviertelstunde änderte sich das Bild. Wiesbaum roch Morgenluft und inszenierte einige gute Aktionen nach vorn. So flog ein Distanzschuss von Christian Eich nur knapp am von Johannes München gehüteten FSV-Gehäuse vorbei. Die meist über 35 Meter lang geschlagenen Einwürfe des eingewechselten Daniel Gurin brachten zusätzliche Gefahr. Eine Eckballserie brachte in der Nachspielzeit nochmals Gefahr, doch mit vereinten Kräften rettete der FSV den Sieg über die Zeit. So sprach SG-Spielertrainer Marco Michels nach dem Spiel auch davon, dass „wir uns hier super verkauft haben. Wir haben ein sehr gutes Spiel gemacht und ich bin stolz auf die Jungs, was die für einen Fight abgeliefert und um jeden Grashalm gekämpft haben.“ Sein Pendant Patrick Zöllner auf Tarforster Seite war vor allem darüber froh, mit einem Arbeitssieg weitere drei Punkte auf das bereits gut gefüllte Konto gebracht zu haben. „Der Gegner hat das über weite Strecken gut gemacht. Sie waren gut eingestellt und haben auf Umschaltaktionen gelauert. Doch wir sind geduldig geblieben, hatten die bessere Spielanlage und Dominanz, auch wenn die letzten Pässe im gegnerischen Drittel nicht so gestimmt haben. Doch ich bin absolut zufrieden mit dem Spiel. Auch solche Spiele bringen uns weiter, wenn man sie mit 1:0 auch mal dreckig gewinnt.“ Während Tarforst weiterhin den Ton in der Liga angibt und ohne Verlustpunkt bleibt, hat sich nach zwei Niederlagen am Stück spätestens jetzt der gute Saisonstart der Eifeler relativiert.
Foto: Sandra Maes
